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Akita Inu im Rasseportrait

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Seit Hollywood auf die berührende Geschichte des für seine unerschütterliche Treue berühmten Akita „Hachiko“ aufmerksam wurde und einen Kinohit daraus machte, kennt man den attraktiven Akita auch hier bei uns. Früher wussten ihn selbst Hundekenner oft nicht richtig zu deuten und wollten ihn irgendwo zwischen Siberian Husky mit seltsamer Fellfarbe und zu schlankem Malamute einordnen. Doch weder mit dem einen noch mit dem anderen hat er was am Hut. Der Akita ist ein waschechter Japaner.

Auf den japanischen Inseln mussten schon um 5.000 v. Christus mittelgroße Hunde gelebt haben, zumindest belegen dies Ausgrabungsfunde an neolithischen Lagerstätten. Da die Volksstämme von damals noch keinen Ackerbau betrieben und demnach auch nicht sesshaft waren, ist davon auszugehen, dass ihre Hunde in erster Linie Gehilfen bei der Jagd sowie Nahrungsmittel waren. Da sich diese Hunde ganz stark von den einheimischen japanischen Wölfen unterschieden, ging der japanische Archäologe Dr. H. Saito davon aus, dass die ersten Hunde mit den ersten Einwanderern, den Ainus, auf die Inseln gelangten. Eine weitere Einwanderungswelle ergab sich zu Beginn unserer Zeitrechnung durch Völker, die aber bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben. Experten gehen davon aus, dass auch diese Völker ihre Hunde mitbrachten und diese sich schließlich mit denen der Ureinwohner mischten. Daraus sollen letztlich die Vorläufer der beiden ältesten japanischen Hunderassen, dem Kai Inu und dem Shiba Inu, entstanden sein.

Interessantes brachten Ausgrabungsfunde aus dem 2. Jahrhundert v. Christus zu Tage. Es handelte sich dabei um Tonfiguren als Grabbeigaben, die die Form eines Hundes mit über dem Rücken getragenen Ruten hatten. Da diese Hunde Vorbild vielerlei unterschiedlicher Abbildungen waren, darf darauf geschlossen werden, dass es sich dabei um japanische Urhunde, die sogenannten „Nippon Inus“ handelte. Diese Urhunde gelten als die Vorfahren der heutigen spitzartigen Hunde aus Japan, wenngleich diese noch wesentlich kleiner waren als die heutigen Akitas, denn einen Hund dieser Größe hätte bei den damaligen harten Lebensbedingungen keiner durchbringen können. Je nach Region sind unterschiedliche Hundetypen entstanden. Dr. Watase, einer der Gründer des japanischen Tierschutzvereins, differenzierte sie in einen extrem nordlichen, einen nordlichen und einen südlichen Typ. Jeder dieser drei Typen steht nämlich in engem Zusammenhang mit den japanischen Inselbögen, über die letztlich die Besiedelung Japans erfolgte. Der nördlichste Typ Urhund soll demnach ein langes Fell gehabt haben und von guter Größe gewesen sein. Seine Fellfarbe beschränkte sich auf überwiegend weiß oder grau-weiße Farbtöne. Schon der frühe Urhund aus dem hohen Norden zeigte die typisch aufrecht stehenden Ohren sowie die über den Rücken getragene Ringelrute. Dieser Typ soll nach Dr. Watases Theorie der Vorläufer des heutigen Akitas gewesen sein. Eine andere Theorie sieht zwar ebenfalls den Urhund aus dem hohen Norden bei der Entstehung des Akita Inus beteiligt, doch sollten ebenso ein etwas kleinerer Urhund und auch der chinesische Chow Chow mitgewirkt haben.

Ein Statussymbol in Japan

Die ersten Hundestammbücher wurden in Japan bereits vor 500 Jahren angelegt, zu dem Zeitpunkt allerdings noch ohne die Erwähnung eines Akita Inus. Diese wurden erstmals vor etwa einhundert Jahren in Jagdbüchern erwähnt, welche eine Art Ratgeber für die Ausbildung der Akitas zur Jagd auf Bären und Hirsche waren. In Japan war der Akita ein Statussymbol, denn nur wohlhabende Familien konnten sich einen solchen Hund leisten. Manch Akita bekam sogar seinen eigenen Diener zugeteilt.

Doch mit dem Aufkommen der Hundekämpfe nahm das Interesse am Akita rapide ab. Man konzentrierte sich auf kampftauglichere Hunde und forcierte deren Zucht. Im Jahre 1910 wurden die grausamen Hundekämpfe schließlich von der Regierung verboten, doch war die Anzahl der echten ursprünglichen Akitas auf ein Minimum reduziert. Als 1911 erstmals eine Hundesteuer eingeführt wurde, geriet die Hundehaltung immer mehr aus der Mode. Nachdem der tatsächliche Zerfall der Rasse unmittelbar bevorstand, nahmen sich Freunde der Rasse der Erhaltung der alten Akita Inu-Population an. Die wenigen verbliebenen Exemplare konnte man nur unter großen Umständen in den abgelegenen Bergregionen im Norden Japans finden. 1927 gründete man schließlich die Akita Inu-Honzkai (AKHO), die Gesellschaft zur Erhaltung der Akitas. Vier Jahre später, 1931, wurde der Akita zum nationalen Kulturgut erklärt und jeglicher Export streng verboten. Schon kurze Zeit nachdem die Bemühungen erste Früchte trugen, setzte der Zweite Weltkrieg der Population erneut schwer zu. Amerikanische Soldaten nahmen einige Exemplare mit nachhause und setzten somit den Grundstein für den heute auch in Europa sehr populären American Akita. Der sich deutlich vom japanischen Akita unterscheidet.

Ein Leben für die Familie

Wer den Film „Hachiko“ gesehen hat, hat bereits einen Eindruck von der unerschütterlichen Treue des Akitas zu seiner Familie erhalten. Der berühmte Hachiko wartete selbst nach dem plötzlichen Tod seines Herrchens täglich weitere zehn Jahre am Bahnhof auf dessen Rückkehr. Letztlich starb er 1935 selbst in den Straßen von Tokio, doch seine Treue machte ihn zum Nationalhelden. Auch der moderne Akita ist besonders seiner Bezugsperson, aber auch der restlichen Familie treu ergeben. Dabei ist er aber nie aufdringlich, sondern würdevoll wie er ist, übt er sich stets in nobler Zurückhaltung ohne seinen Menschen aus den Augen zu lassen. Man darf sich also nicht erwarten, dass der Akita ständig um einen herum ist. Er weiß sich gut alleine zu beschäftigen, kommt aber gerne vorbei um sich seine Streicheleinheiten abzuholen.

Artgenossen – braucht er kaum

Wie so oft bei Hollywoodfilmen rund um Hundegeschichten, werden überwiegend schöne Eindrücke gezeigt. Der Akita ist allerdings eine Rasse, die auch schattige Seiten mit sich bringt. Züchter und Halter werden nicht müde, auf das herausfordernde Wesen des Akitas hinzuweisen. Diese Rasse ist nicht mit anderen zu vergleichen, denn während die Welpentage noch unbeschwert und glücklich verlaufen, kommt es nicht selten vor, dass Akitas nach dem vollendeten zweiten oder dritten Lebensjahr plötzlich keine Lust mehr auf Artgenossen haben. Das heißt im Klartext, dass sie je nach Hund in jedem Artgenossen, egal ob männlich oder weiblich, einen potenziellen Konkurrenten sehen, der sich ihnen entweder widerstandslos unterwirft oder mit nicht unerheblichen Konsequenzen zu rechnen hat. Akitas unterscheiden dabei auch oft nicht zwischen Familienmitgliedern und Nicht-Familienmitgliedern.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2017

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