Start Highlight Leinenführigkeit – nie mehr Gezerre an der Leine

Leinenführigkeit – nie mehr Gezerre an der Leine

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… gab es DEN leinenführigen Hund jemals oder bilden wir uns das bloß ein? Waren unsere Hunde früher wirklich „braver, unkomplizierter, leinenführiger“ usw.? Aber lassen wir all das beiseite und sehen uns die derzeitige Situation an. Aber auch diese Sichtweise scheint trügerisch, denn selbstverständlich sehe ich das, was ich sehen will bzw. das, worauf ich gerade achte; also sehe ich derzeit viele, viele Hunde, die an der Leine ziehen bzw. auch an dieser gezogen werden. Woran liegt das und wie kann man das ändern? Auf diese Fragen möchte ich in meinem Artikel eingehen und mögliche Lösungsansätze präsentieren.

Foto: www.istockphoto.com, Leinenführigkeit erfordert viel Geduld und konsequentes Training. Hund und Mensch gehen ein völlig unterschiedliches Tempo, weshalb es für viele Hunde so schwierig ist an lockerer Leine zu gehen.

Warum ist ein entspanntes An-der-Leine-  Gehen für den Hund eigentlich so  schwierig? Unser normales Tempo zu  gehen entspricht nicht der Schrittgeschwindigkeit unseres Hundes. Ein Hund bewegt sich, wenn er frei ist, im Trab vorwärts, das bedeutet, dass er sein Tempo, wenn er angeleint ist, sehr reduzieren muss.Der Kommunikationsspielraum unseres Hundes an der Leine ist stark eingeschränkt, er kann nur bedingt mit anderen Hunden kommunizieren, auf Situationen – aus seiner Sicht entsprechend – reagieren. Bei Hundebegegnungen würde ein Hund niemals direkt auf einen anderen Hund zugehen, aus Hundeperspektive ist dies äußerst unhöflich. Hunde gehen in Kreisen/Bögen aneinander vorbei oder aufeinander zu. Dieses Verhalten, an unserer Seite zu bleiben und an anderen Hunden entspannt vorbeizugehen, setzt sehr viel Vertrauen in uns voraus und ist für den Hund sehr anstrengend; er muss sich auf uns einlassen, indem er sich konzentriert, in Geduld übt und uns vertraut. Warum sollte er das von Beginn an tun? Wir müssen ihm beweisen, dass wir sein Vertrauen und seine Geduld uns gegenüber verdienen.

Leinenführigkeit versus „Bei-Fuß-Gehen“

Leinenführigkeit bedeutet, dass der Hund sich in einem von Ihnen vorgegebenen Radius frei bewegen darf, ohne an der Leine zu ziehen. Sie entscheiden, wie dieser Radius aussieht. Darf der Hund sich vor Ihnen bewegen oder nur hinter Ihnen, links oder rechts und an sehr langer oder nur mäßig langer Leine. Sie entscheiden, aber bleiben Sie konsequent, nachdem Sie diese Entscheidung für sich und Ihren Hund getroffen haben.Leinenführigkeit bedeutet nicht, dass der Hund ständig neben Ihnen – links mit seiner Vorderhand auf Höhe des Beines zu gehen hat und dabei seine volle Aufmerksamkeit auf Sie gerichtet ist. Grundsätzlich sollte jeder Hund das Kommando „Fuß“ kennen und können, aber es sollte keinesfalls dauerhaft angewandt werden. In für den Hund schwierigen Situationen kann es jedoch sehr hilfreich sein.

Foto: www.istockphoto.com

Leinenführigkeitstraining von Anfang an

Sofern Sie die Möglichkeit haben einen Hund von Anfang an, also bereits als Welpe, begleiten zu dürfen, liegt es an Ihnen die besten Voraussetzungen für sich und Ihren Hund zu schaffen. Wie fangen Sie nun bereits mit Ihrem Welpen an, die Leinenführigkeit zu trainieren?Beginnen Sie ohne Leine. Ihr Hund soll zuerst lernen, dass es sich lohnt, wenn er aufmerksam ist und zu Ihnen kommt bzw. in Ihrer Nähe bleibt. Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und gehen Sie z.B. im Wohnzimmer auf und ab, dabei loben und belohnen Sie Ihren Hund, wenn er neben Ihnen geht.

Klappt das schon sehr gut, dann gehen Sie in den Garten und wiederholen dort das Geübte. Wenn Ihr Hund gerne zu Ihnen kommt und in Ihrer Nähe bleibt, kommt ab jetzt die Leine ins Spiel. Sie beginnen wieder indoor in ruhiger, reizarmer Umgebung und gehen danach in den Garten, um das Gelernte zu übertragen. Aber: Ab jetzt wird es für den Hund schwieriger, er hat plötzlich eine Leine und er ist nicht mehr so frei wie zuvor. Sobald die Leine unter Zug gerät, bleiben Sie stehen und warten, bis Ihr Hund diese Spannung auflöst. Ihr Hund ist also aktiv beteiligt. Er kommt nur vorwärts, wenn die Leine nicht spannt. Um es Ihrem Hund zu erleichtern, trainieren Sie ganz kurze Sequenzen.

Bedenken Sie: Sie haben einen Welpen oder Junghund an Ihrer Seite, dessen Aufmerksamkeitsspanne (Dauer sich zu konzentrieren) noch sehr gering ist, loben und belohnen Sie ihn für sein Kommen und es wird für ihn selbstverständlich. Um das „An-lockerer Leine-Gehen“ zu erleichtern, planen Sie möglichst viele Richtungswechsel ein und motivieren Sie Ihren Hund in Ihrer Nähe zu bleiben. So lernt Ihr Hund automatisch, während er heranwächst, an lockerer, durchhängender Leine zu gehen, denn es lohnt sich für ihn.

Leinenführigkeit beim erwachsenen Hund

Jeder Hund kann immer lernen. Ältere Hunde lernen ebenso wie junge, allerdings bleibt das Gelernte bei den älteren besser im Gedächtnis und sobald diese den Vorteil des Spazierens an entspannter Leine erkannt haben, behalten sie das Erlernte relativ gut bei. Wie beginnt man also mit einem Hund, der gelernt hat, dass sich ziehen lohnt, da er es bereits erfolgreich seit Jahren eingesetzt hat und Sie oder jemand anderes ihm immer folgte. Sie beginnen am besten von ganz vorne. Bei älteren, sehr aktiven Hunden lohnt es sich vor dem Spazieren die Hunde bereits auszulasten bzw. zusätzlich für körperliche und geistige Auslastung zu sorgen (z.B. Nasenarbeit, Apportiertraining, o.Ä.). Ab jetzt darf sich Ziehen niemals wieder lohnen. Ihr Hund hat keine Erfolgserlebnisse mehr damit.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2018

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