Start Aktuelle Ausgabe Erziehungsratgeber – Wenn alte junge Hunde unter ihre Fittiche nehmen

Erziehungsratgeber – Wenn alte junge Hunde unter ihre Fittiche nehmen

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Davon träumen wir doch alle – unser Hund ist bereits in die Jahre gekommen, souverän und brav. Der Alltag mit unserem Hund ist eingespielt und wir sind am Überlegen, ob wir nicht noch einen jungen Hund dazunehmen sollen. Jetzt wäre doch ein guter Zeitpunkt für einen jungen Hund! Unsere Idealvorstellung: Unser „alter Hund“ blüht eventuell nochmals auf und der junge kann vom alten lernen – ein „Dreamteam“! In diesem Artikel möchte ich dieser Frage: „Profitieren und lernen junge Hunde von älteren Hunden?“ nachgehen, Beispiele anführen und auf eventuelle „Tücken“ hinweisen. Eines steht jedenfalls fest: JA, junge Hunde können von älteren Hunden lernen und profitieren!

Hunde lernen auf unterschiedliche Weisen. Für ein besseres Verständnis, beginne ich zwei
Formen des Lernens – Lernen durch Imitation und Lernen durch Versuch und Irrtum näher zu erläutern. Diese Formen beeinflussen junge Hunde maßgeblich in ihrem Verhalten, gerade wenn sie von „älteren“ Hunden lernen, also wenn sich Verhaltensmuster, Gewohnheiten udgl. mehr von einem Hund auf den anderen Hund übertragen.

Lernen durch Imitation oder soziales Lernen

Dieses Lernen durch Imitation stellt eine äußerst effektive Form des Lernens dar und bedeutet, dass Hunde durch Beobachtung lernen können. Früher war man der Meinung, dass diese Form des Lernens nur Welpen beherrschen, mittlerweile weiß man, dass dies Welpen, Junghunde und sogar alte Hunde können. Ádám Miklósi, einem ungarischen Verhaltensforscher, gelang als Erstes der wissenschaftliche Nachweis, dass Hunde das Verhalten von Artgenossen, aber auch von Menschen imitieren können.

Eine seiner Schülerinnen, Claudia Fugazza, entwickelte daraus die Trainingsmethode „Do as I Do“ und auch das Clever Dog Lab an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien beschäftigt sich seit Jahren mit Formen des

Lernens durch Nachahmung. Hier gelang der Kognitionsbiologin Friederike Range der Nachweis, dass Hunde zur automatischen Nachahmung fähig sind, d.h. sie beobachten, wie ein Mensch oder ein Hund ein Objekt aus einer Kiste holt und es an einem anderen Platz ablegt oder eine Tür öffnet und dergleichen mehr. Der beobachtende Hund ist danach in der Lage dieses Verhalten ebenfalls zu zeigen, also nachzuahmen.

Hunde sind – unumstritten – soziale Lebewesen und besitzen daher auch die kognitive Fähigkeit in sozialen Kontexten, in diesem Fall durch Beobachtung, zu lernen. Sprich sie können das gezeigte Verhalten, wenn als sinnvoll erachtet, imitieren. Der Vorteil daran ist, der junge Hund lernt wesentlich schneller, denn er muss nicht erst durch Versuch und Irrtum herausfinden, welches Verhalten für ihn zum Erfolg führt.

Eine wesentliche Rolle spielt hier natürlich, wie beim Lernen generell, die Motivation, aber auch die Bedeutung der gezeigten Handlung für den Hund (lohnt es sich diese nachzuahmen), eine positive Erwartungshaltung sowie die Aufmerksamkeit des Hundes. Aus menschlicher Perspektive ist ein „älterer Hund“ ein guter Lehrmeister, wenn er selbst über eine gute Ausbildung verfügt und der junge Hund bereit ist, sich an seinem Sozialpartner – also dem älteren Hund – zu orientieren, denn Hunde sind Meister der Beobachtung und durchaus gewillt Hilfen aus dem Umfeld (wie etwa Vorzeigen) anzunehmen. Dies verlangt allerdings, dass der Hund seinem Sozialpartner vertraut und einen Nutzen aus der Beziehung (z.B. Informationsgewinn: wenn ich belle, erhalte ich Aufmerksamkeit) ziehen kann.

Lernen durch Versuch und Irrtum

Diese Form des Lernens setzt bereits im Welpenalter ein und bleibt je nach Bedürfnisspannung, also der Differenz zwischen einem gewünschtem Zustand und dem Ist-Zustand (z.B. bei einer Differenz zwischen der für den Organismus benötigten Wassermenge und der tatsächliche vorhandenen Wassermenge entsteht eine Bedürfnisspannung als Durst, und dient als Verstärker und Motivator, den Durst zu stillen oder auch, um ein neues, gewünschtes Verhalten zu erlernen) ein Leben lang erhalten.

Beispiele hierfür:
• Spielerisches Trainieren von Jagdsequenzen: dieses Spiel dient dem Erlernen von Strategien für die Jagd.
• Der spielerische Umgang miteinander – beißt der Hund zu stark oder ist er zu grob, wird ihn der ältere Hund sofort in seine Schranken weisen.
• Aber auch Kampfspiele, um spätere potenzielle Gegner einzuschüchtern bzw. zu besiegen.
• Das Spielen mit Objekten (Holz, Tau etc.) – dabei lernt der junge Hund zu kämpfen. Er darf dabei auch ruhig gewinnen, denn er kommt wieder und will weiterspielen. Ich beobachte immer wieder, dass sich Hunde gegenseitig zu diesem Spiel auffordern.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2018

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