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Flat Coated Retriever im Rasseportrait

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Der elegante Flat Coated Retriever ist der größte der Retriever-Familie. Verglichen zu seinen berühmten und beliebten Verwandten, dem Labrador Retriever und dem Golden Retriever, ist der Flat eher unbekannt. Dabei eignet sich die athletische Schönheit hervorragend als ausdauernder Jagdpartner gleichermaßen wie als freundlicher Familienhund.

Der Blick ist wachsam, die Ohren sind aufmerksam nach vorn gerichtet. Man sieht die Körperspannung, mit der der tiefschwarze
und glänzende Flat Coated Retriever sehnsüchtig, aber geduldig auf das erlösende Handsignal seines Frauchens wartet. Als sie ihm in aller Ruhe und Stille endlich das Zeichen zur Dummysuche gibt, startet er blitzschnell und schnurgerade in die Richtung, in der der Dummy vermutet wird. Denn hier im dicht bewachsenen Wald ist es für den Flat unmöglich, den Dummy auszumachen. In enger Kooperation mit seinem Frauchen sucht er den Bereich ab, in welchen ihn sein Frauchen mittels Pfeif- und Handsignalen zum vermuteten Fundort lotst. Und dann ist der Dummy tatsächlich gefunden, wird blitzschnell aufgenommen und zielstrebig zur Hundeführerin apportiert.

Das Glück in den Augen des erfolgreichen Flat Coated Retrievers könnte nicht deutlicher zu sehen sein. Schnell wird dem Betrachter klar, was diese Hunde brauchen, um im siebten Himmel zu schweben. Der Flat Coated Retriever ist also ebenso ein Vollblut-Apportierer wie es alle anderen Retrieverrassen auch sind. Während sich beim Golden Retriever und Labrador Retriever durch die boomende Bekanntheit inzwischen deutlich je zwei Zuchtrichtungen in Showund Arbeitslinien entwickelt haben, entspricht der Flat Coated Retriever auch heute noch überwiegend
dem ursprünglichen Rassebild, sowohl im Wesen als auch in der Erscheinung.

GEMEINSAME VORFAHREN MIT DEM GOLDEN RETRIEVER

Wie die meisten Jagdhunde stammt auch der Flat Coated Retriever von den Britischen Inseln, genauer gesagt aus dem hohen Norden Schottlands. Dies mag verwundern, zumal wenn man in der Geschichte noch weiter zurückblickt, die Urväter des Flats in Neufundland vor rund 500 Jahren zu finden sind. Diese Hunde zeichneten sich durch ihr hervorragendes Schwimmkönnen aus und apportierten sogar Fische aus den eisigen Gewässern Kanadas. Da sich diese Fischer zu Beginn des 16. Jahrhunderts schließlich rund um die Stadt St. John’s auf der Halbinsel Avalon
niederließen, mussten sie fortan ihre Hunde auch zur Jagd auf Federwild einsetzen. Dazu setzten sie überwiegend ihre eigenen aus England mitgebrachten Hunde ein, da die Hunde von Neufundland nur bedingt zur Jagd tauglich waren. Durch die daraufhin gezielten Kreuzungen entstand schließlich der St. John’s Hund, ein Vorfahr sowohl des Flat Coated Retrievers als auch des Golden Retrievers. Der St. John’s Hund fand erst wesentlich später den Weg über den Atlantik nach England. Im weiteren Verlauf entwickelte sich der direkte Vorfahre des heutigen Flats, der Wavycoated Retriever. Dies war ein Hund, der im Großen und Ganzen dem heutigen Erscheinungsbild des Flats schon sehr nahe kam. Er war ein leidenschaftlicher Apportierhund und ausgezeichneter Schwimmer. Da er im Körperbau aber recht gedrungen war, kreuzte man noch den schwarzen Irish Setter sowie collieartige Hunde ein, um einen schwarzen Retriever von eleganterer Statur zu erhalten. Der Grundstein für den heutigen Flat Coated Retriever war damit gelegt. Im Jahr 1898 fand die erste Eintragung eines Flats in das Zuchtbuch des Kennel Clubs statt.

Ganz maßgeblich an der Entwicklung der Rasse war Mr. Sewallis Evely Shirley von Ettington Park beteiligt. Er setzte sich Zeit seines Lebens für die Weiterentwicklung, Bekanntheit und Verbesserung der Rasse ein, weshalb der Flat lange auch als Shirley-Retriever bezeichnet wurde. Im weiteren Verlauf der Rassezucht wurde der Fokus nicht nur auf äußerliche Schönheit gelegt, sondern die Arbeitsbereitschaft spielte auch stets eine wichtige Rolle.

VOM FAVORITEN ZUM GEHEIMTIPP

Durch sein freundliches Wesen, seine starke Orientierung während der Arbeit an seinem Halter sowie seine immense Ausdauer bei der Suche, wurde er vor dem Ersten Weltkrieg rasch zum beliebtesten Vertreter der Retriever-Familie. Wer ihn nicht für die Jagd brauchte, schätzte ihn als Ausstellungshund mit zuverlässigem Charakter und großer Verbundenheit der ganzen Familie gegenüber. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs sowie in der Zeit danach erlitt die Zucht des Flats große Verluste und ein Fortbestand war nicht gesichert. Nur die intensiven Bemühungen einiger weniger Züchter, wie Dr. Nancy Laughton vom Claverdon Kennel, konnten den Untergang der Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg verhindern. Fortan stand der Flat eher im Schatten seiner bekannteren Verwandten. Dies sollte sich speziell was die robuste Gesundheit der Rasse betrifft, jedoch nicht unbedingt
als Nachteil erweisen. Und in den vergangenen Jahren konnten die Zuchtvereine einen steten Anstieg der Welpenzahlen verzeichnen.

STARKE ORIENTIERUNG AM HUNDEFÜHRER

Als passionierter Jagdhund liebt der Flat Coated Retriever auch heute noch die Zusammenarbeit mit seinen Menschen während der Jagd. Dabei sticht sein hohes Bedürfnis seinen Menschen zu gefallen hervor. Kein anderer Retriever arbeitet so eng mit seinem Menschen zusammen, was natürlich eine gewisse Sensibilität voraussetzt. Wer sich für einen Flat interessiert, muss also ein Händchen für das Wesen mitbringen, dann läuft er zu Höchstleistungen auf. Die Wasserarbeit ist seine große Leidenschaft und ein Flat arbeitet im Rahmen einer Jagd bis zur Erschöpfung. Ein unermüdlicher Finder- und Apportierwille empfehlen die Rasse als perfekten Partner für die Arbeit nach dem Schuss.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2018

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