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In Würde Abschied nehmen

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Im Leben eines Hundebesitzers kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo er sich eingestehen muss, dass sein geliebter Partner Hund älter wird. Die ersten grauen Haare, oft ist die Reaktion schon langsamer, die Spaziergänge und Abenteuer werden kürzer, das Aufstehen wird immer schwieriger. Und meist beginnt man dann zu grübeln, macht sich mehr Gedanken, hofft, dass es noch lange dauert, bis man sich verabschieden muss, und, wie in den meisten Fällen leider, sich entscheiden muss, wann denn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um in Würde Abschied zu nehmen.

Die schwierigste Frage, die sich um den Lebensabend eines Hundes dreht, ist sicherlich jene, wann der richtige Zeitpunkt für den würdevollen Abschied vom geliebten Vierbeiner gekommen ist. Man wird gemeinsam mit dem Hund älter, gewöhnt sich an das langsame Tempo, Schwerhörigkeit, Herz- und Schmerztabletten, richtet seinen ganzen Alltag auf den Hund aus, der es nicht mehr so lange aushält alleine, öfter mal raus muss, nicht mehr spazieren möchte – oder schlichtweg kann – und findet das, was für Außenstehende, die den Hund seltener sehen, alarmierend ist, nicht weiter schlimm. Aussagen wie „Heute hatten wir einen guten Tag, wir konnten eine ganze Runde um den Block gemeinsam gehen und er hat heute nur zweimal reingemacht und sogar gefressen“ sind da für den Hundehalter normale Sätze – für andere befremdlich.

Gute Ratschläge möchte man in dieser Situation selten hören, man fühlt sich unter Druck gesetzt, ist noch nicht bereit, den geliebten Hund gehen zu lassen – auch wenn es für diesen das Beste und einzig Richtige wäre!

An das Wohl des Tieres denken

Und hier liegt es an uns, dem Menschen, sich schon beim Einzug des Welpen oder neuen Hundes, auch wenn er schon älter ist, bewusst zu sein, dass wir es unserem Partner schuldig sind, genau diese Entscheidung, zum Wohl des Tieres, zu treffen! Und nicht erst, wenn er nicht mehr aufstehen kann und nur mehr Schmerzen hat – die meisten Hunde zeigen uns, wenn sie nicht mehr wollen!

Sei es durch Verhaltensweisen, Laute, Mimik, aber vor allem durch den Blick. Strahlen uns klare Augen voller Begeisterung, trotz körperlicher Einschränkungen, an, ist dieser Zeitpunkt noch nicht erreicht. Schauen uns trübe Augen, in denen das Leben und Strahlen erloschen ist, müde an, und das immer, nicht nur in einzelnen Momenten – dann liegt es an uns, den Hund in Würde gehen zu lassen. Wir begleiten ihn natürlich bis zum letzten Schritt, und sei es auch noch so schwer und schmerzhaft für uns – holen, wenn dies möglich ist, den Tierarzt des Vertrauens zu uns nach Hause, wo unser Tier ohne den Stress der Praxis und in fremder Umgebung, ruhig und friedlich nur im Beisein seiner Liebsten einschlafen kann. Bis zuletzt geliebt und gehalten von dem Menschen, der die Verantwortung trägt. Und der einzig und allein diese Entscheidung treffen kann, und sie auch zu treffen hat. Unser Hund hat nur uns, ist abhängig von seinem Menschen, und muss sich, auch in diesen Zeiten, zu 100 % auf ihn verlassen können!

Nach einem Unfall

Viel schwieriger ist die Entscheidung, was das Richtige ist, natürlich, wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert, wie ein Unfall. Sei es ein Autounfall, ein Sportunfall, ein „einfacher“ Unfall beim Laufen oder Spielen – ganz egal. Der Hund ist schwer verletzt – kann nicht mehr aufstehen, nicht mehr gehen, hat eine Kopfverletzung …. er kommt in die Tierklinik. Erstversorgung, Röntgen, CT – ein Wirbel ist gebrochen, Nerven zerstört, ein Teil des Gehirns irreparabel geschädigt. Was tun? Kämpfen – ganz klar! Alles unternehmen, was im Möglichen liegt – Operation, Physiotherapie – unbedingt! ABER – und das ist ein großes Aber – nichts unternehmen, was dem Hund nichts außer Leid bringt, auch wenn dies natürlich schwer zu beurteilen ist. Sich bewusst werden, welche Schritte sinnvoll sind, inwiefern die völlige Genesung des Hundes realistisch ist, inwiefern eine Behinderung bestehen bleibt, und wie hoch der Grad dieser sein wird. Habe ich die Möglichkeiten, zeitlich und finanziell, um alle nötigen Schritte zu unternehmen? Operationen, Nachsorge, Physiotherapie, Behindertenbedarf – enorme Kosten, und nicht zuletzt eine nervliche Belastung. Die natürlich jeder verantwortungsbewusste Besitzer auf sich nehmen würde – aber es ist nicht jedem möglich! Hat man eine Hundeversicherung, die schon von vielen Versicherungsgesellschaften angeboten wird, bekommt man zumindest einen Teil der Kosten rückerstattet – im besten Fall. Aber man muss vorfinanzieren. Hilfsorganisationen, private Spender und Familie und Freunde können hier noch eine große Hilfe sein.

Hat man das Finanzielle geregelt, stellt sich noch die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich mein Hund zumindest wieder so weit erholen kann, dass sein Leben lebenswert bleibt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2017

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