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Rasseportrait: die Englische Bulldogge

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Grimmig ist bei der Englischen Bulldogge nur der Blick. Dahinter versteckt sich ein ausgesprochen liebenswürdiges Wesen mit einer großen Portion Humor. Der kleine Kraftprotz verfügt aber auch über ordentlich Durchsetzungsvermögen und einen sprichwörtlichen Sturkopf. Bulldoggenhalter sollten demnach genau so viel Humor besitzen wie die Bulldogge selbst.

Foto: www.istockphoto.com, Die Englische Bulldogge ist agil und bewegungsfreudig. Bei Kauf unbedingt auf eine gesunde Anatomie achten, damit der Hund ein artgerechtes Leben ohne Atemprobleme führen kann!

Lernen Sie eine Englische ernen Sie eine Englische  Bulldogge einmal näher ken- nen, werden Sie schnell  feststellen, dass sich hinter der etwas skurril wirkenden, grimmig dreinblickenden Fassade ein echter Schatz verbirgt. Mit dem Kampfhund von einst hat die heutige Bulldogge also absolut nichts mehr gemeinsam. Doch der Reihe nach.

Ursprung liegt bei den Kelten

Schriftlichen Aufzeichnungen zufolge soll die Englische Bulldogge aus einer verkleinerten Form des alten Mastiffs entstanden sein. Somit reicht die Geschichte der Rasse bis zu den Kelten zurück, die zusammen mit ihren Hunden vom Festland auf die britischen Inseln kamen. Die Urahnen der heutigen Englischen Bulldogge bewachten Haus und Hof. Auch als Wächter und Treiber von Rinderherden machten sie sich einen Namen. Außerdem gingen sie als so genannte „Packer“ oder „Sauhunde“ mit Adeligen zur Jagd auf Wildschwein, Auerochse und Bär.

Mit der Einführung von Feuerwaffen änderte sich die Jagdweise schnell und die „Packer“ wurden überflüssig. Trotzdem wollte der Adel nicht auf das Schauspiel der an Wild arbeitenden „Sauhunde“ verzichten. Daher veranstaltete die vornehme Gesellschaft nun Hetzen auf gefangene Bären und Keiler. Das einfache Volk fand ebenfalls Gefallen an den Schaukämpfen und hetzte die Hunde bald auf Bullen. 1835 erließ die Obrigkeit ein Verbot dieses grausamen Schauspiels. Stattdessen kamen blutige Hundekämpfe in Mode. Für diesen Zweck kreuzte man in die alten Bulldoggenstämme Terrier mit ein. 1858 verbot das Parlament auch diese Kämpfe, wodurch sich das Zuchtziel grundlegend wandelte. Somit wurde aus dem rauflustigen und scharfen Bulldog bald ein äußerst gutmütiger und liebenswerter Gefährte der ärmeren Bevölkerung. Züchterisch gingen die Meinungen über den anzustrebenden Typ anfangs weit auseinander.

In 150 Jahren zur Qualzucht

Das „Schönheitsideal“ der Rasse änderte sich die letzten 150 Jahre immer wieder. Bei derartig vielfältigen Experimenten ist stets die Gefahr gegeben, in ein Extrem abzurutschen, das aus dem Hund eine Qualzucht macht. Um diesem fatalen Phänomen zu begegnen, riefen in der Schweiz Züchter und Liebhaber der Hunde das Projekt „Gesundheitliche Verbesserung der Rasse English Bulldog“ ins Leben. Dadurch ging schließlich eine eigene Rasse hervor, nämlich der „Continental Bulldog“, eine Kreuzung aus Englischer Bulldogge mit Old English Bulldog. Der Old English Bulldog ist eine 1971 durch den Amerikaner David Leavitt entstandene Rückzüchtung des alten englischen Bulldoggentyps. Er kreuzte Englische Bulldoggen mit Bullmastiffs, American Bulldogs und American Pit Bull Terriern. Der American Bulldog ist eine amerikanische Weiterentwicklung der Englischen Bulldogge, die bereits im 17. Jahrhundert mit Siedlern aus England nach Amerika kam.

Foto: www.istockphoto.com, Englische Bulldoggen sind Charmeure und lieben ihre Familien über alles.

Anhängliche Schmusebacke

Die Englische Bulldogge ist alles andere als ein träger, langweiliger Hund. So kann sie durchaus viel Temperament zeigen. Im Spiel erweist sie sich als wahres Energiebündel. Bulldogs genießen längere Spaziergänge und können ausgesprochen sportlich sein. Die Sportlichkeit ist allerdings nicht jedem Hund gegeben. Ein athletisch gebauter Körper, eine freie Atmung sowie eine gute Figur sind für die Bewegungsfreude der Hunde eine entscheidende Grundvoraussetzung. Dementsprechend liegt die Sportlichkeit eines Bulldog schon in seiner Zucht begründet.

Der kräftige Vierbeiner gilt als ausgesprochen geduldig und umgänglich. Er liebt seine Leute abgöttisch, ja himmelt sie regelrecht an. Außerdem ist er sehr unerschrocken, mutig, ausdauernd und wachsam. Die Kraft der Vierbeiner ist nicht zu unterschätzen. Im Inneren der Rasse schlummert ein äußerst weicher Kern. So leidet der sensible Hund enorm, wenn er sich ausgestoßen und missverstanden fühlt. Er benötigt also sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe und steht am liebsten im Mittelpunkt. Manche Bulldogs zeigen viel Temperament, lieben längere Spaziergänge oder flotte Hundesportarten wie Mobility. Gemütlichere Rassevertreter haben eventuell Spaß an Dogdancing,  Trickdogging oder Fährtensuche. Hier gibt es individuelle Rasseunterschiede und keine pauschalen Beschäftigungsvorlieben. Der kräftige Vierbeiner macht daraus auch keinen Hehl und zeigt seinen Leuten schnell, was er mag und was nicht.

In ihrer Erziehung geben sich Bulldoggen durchaus kooperativ. Hierbei kommt es zum einen auf den richtigen Draht zwischen Zwei- und Vierbeiner an und außerdem auf eine einfühlsame Trainingsmethode.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2018

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