Start Highlight 35 tote Hunde in Kärnten gefunden – Behörden waren seit Jahren informiert

35 tote Hunde in Kärnten gefunden – Behörden waren seit Jahren informiert

Die entsetzlichen Eindrücke, die sich auf dem abgelegenen Grundstück in St. Paul im Lavanttal Besuchern bieten, sind mit Worten kaum zu beschreiben. Am Dienstag, den 23.7.2019, ging gegen 13:45 Uhr eine Anzeige bei der Polizeiinspektion St. Paul im Lavanttal ein. Auf einem abgelegenen Anwesen, wurden 10 tote Hunde in Müllsäcken gefunden. Insgesamt wurden 29 tote erwachsene Hunde sowie 6 tote Welpen gefunden.

 

Mit diesem Fund findet ein seit Jahren dramatischer, verschiedenen Ämtern bekannter Fall von Tierquälerei und Verwahrlosung rund um eine ehemalige Kärntner Hundetrainerin einen weiteren tragischen Höhepunkt.

Schon 2015 deckten Tierschützer die katastrophalen Lebensumstände zahlreicher Hunde im Umfeld von Frau S. auf.

Denn bereits 2015 haben Tierschützer unterschiedlichste Kärntner Behörden immer wieder verzweifelt auf die katastrophalen Zustände rund um die betroffene Tierhalterin aufmerksam gemacht. Auch wir wurden um Unterstützung gebeten und musste zur Kenntnis nehmen, dass entweder die Gesetze in diesem Land bei weitem nicht ausreichen, um Tierleid im Vorfeld zu vermeiden. Oder Ämter nicht mit der nötigen Effizienz arbeiten, denn eines fällt in den letzten Jahren schon auf – in nahezu erschreckend regelmäßigen Abständen, tauchen in Kärnten immer wieder neue Meldungen schlimmster Tierquälerei entweder in landwirtschaftlichen Betrieben oder privaten Haushalten auf!

Die Behörde erwirkte eine kurzzeitige Abnahme der damaligen Hunde. Engmaschige Kontrollen blieben aus.

Chronik eines Absturzes mit fatalen Folgen

Angesichts der Tragweite der Vorfälle – mit dem Fall betraute Tierschützer gehen noch von einer weit höheren Dunkelziffer an toten Hunden aus – stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Frau S. ist immerhin seit Jahren keine Unbekannte in der Hundeszene. Seinerzeit als Hundetrainerin hoch geschätzt und oftmals guten Gewissens weiterempfohlen, schien der Wendepunkt in den vergangenen Jahren durch den Verlust einer Arbeitsstelle eingeleitet. Seither verstrickte sich die 38-jährige Frau in ein perfides Lügenkonstrukt und schaffte es geschickt, Behörden aber auch Tierschutzvereinen eine Welt vorzugaukeln, die es so leider nicht gibt.

Durch ihren großen Aktionsradius in ganz Österreich aber auch Deutschland, konnte sie sich Kontrollen immer wieder geschickt entziehen. Wenn Tierheime, bei denen sie sich als kompetente Pflegestelle anbot, Kontrollen vornahmen, wurde ein angemietetes großes, damals noch in gepflegtem Zustand befindliches Anwesen gezeigt. Alles schien perfekt. Bei Vermittlungen von Hunden an Privatpersonen, wurden neutrale Plätze im Grünen vereinbart.

Eine eben solche Vermittlung sollte diesmal jedoch das Kartenhaus zu Fall bringen. Beim vereinbarten Treffen in Rakollach, Gemeinde Völkermarkt, schöpfte eine Interessentin für einen zur Vermittlung stehenden Hund Verdacht, da sich sowohl Frau S. als auch ihr Auto auffallend verwahrlost präsentierten. Zudem hatte Frau S. – wie schon 2015 – wieder auffällig viele Hunde sowohl im Auto als auch im Hundeanhänger untergebracht. Es stellte sich heraus, dass sich sage und schreibe 11 Hunde darin befanden. Der dadurch verständigte und für die Gemeinde Völkermarkt zuständige Amtstierarzt sah jedoch keinen Handlungsbedarf.

Bei einer weiteren, von Tierschützern initiierten polizeilichen Kontrolle am 15. Juli im Raum Seeboden, konnten die Hunde schließlich nach Zustimmung von Frau S. abgenommen und an Tierheime übergeben werden. In weiterer Folge wurde das Anwesen in St. Paul im Lavanttal besichtigt, bei der die Tierschützer letztlich die entsetzlichen Funde machten.

Doch dies soll laut Angaben der Tierschützer wohl nur die Spitze des Eisbergs sein. Frau S. gab immer wieder unterschiedliche Wohnsitze an, pendelte und nahm immer wieder neue Hunde aus Tierschutzvereinen bei sich auf. Auch zum jetzigen Zeitpunkt gelten noch Hunde als vermisst und deren Verbleib als unbekannt. Auch das Tierheim Rankweil sucht aktuell noch zwei ehemals an Frau S. vermittelte Hunde:

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Es ist nicht der erste Fall schlimmster Tierquälerei. Während Politikern willkürliche Gesetzesänderungen nach Hundebissen gar nicht schnell genug gehen können, steht es um eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes hin zu mehr Handlungsrahmen im Falle offenkundiger Tierquälerei äußerst schlecht!

Wie viele Rinder müssen in abgelegenen Ställen noch elend zu Grunde gehen, wie viele Hunde noch verhungern, ehe auch hier endlich die dringend notwendige Verschärfung von Gesetzen umgesetzt wird? Und warum gibt sich so mancher Polizist immer noch mit einem Blick „über den Zaun“ zufrieden?

Wir bleiben dran!

 

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