Start Highlight 5 häufige Missverständnisse zwischen Mensch und Hund

5 häufige Missverständnisse zwischen Mensch und Hund

Missverständnis 1:
Mein Hund ist dominant

„Dominanz“ ist wohl eines der am häufigsten missverstandenen Worte im Zusammenhang mit Hunden. Ein Hundehalter, der seinen Hund als „dominant“ bezeichnet, kann damit viele verschiedene Dinge meinen: vielleicht wird der Hund als frech und grenzenlos empfunden, oder er verteidigt sein Futter oder Spielzeug oder aber er verhält sich Artgenossen gegenüber oft sehr imponierend. Vielleicht befolgt der Hund auch Signale gar nicht oder nur mit spürbarem Widerwillen. Das alles sind jedoch Dinge, die oft gar nichts mit Dominanz zu tun haben, sondern häufig eine ganz andere Ursache haben. Der Begriff „Dominanz“ beschreibt wissenschaftlich betrachtet keine feststehende Charaktereigenschaft eines Hundes, sondern ist eine Form der Beziehung zwischen zwei Individuen. In einer solchen Beziehung hat Individuum A bestimmte Freiheiten gegenüber Individuum B, was dieses ohne Beschwerde akzeptiert. Dominanzbeziehungen dienen dazu ständig wiederkehrende Streitereien über Ressourcen und Privilegien zu vermeiden. Somit finden Dominanzbeziehungen auch in unterschiedlichen situativen Kontexten statt. Zeigt Ihr Hund also eine der oben beschriebenen Verhaltensweisen, suchen Sie, eventuell mit Unterstützung durch einen kompetenten Trainer, nach der wirklichen Ursache für dieses Verhalten. Mit dem richtigen Training können viele Probleme, die oft der „Dominanz“ des Hundes zugeschrieben werden, gelöst werden.

Missverständnis 2:
Mein Hund hat ein schlechtes Gewissen

Viele Hundehalter sind sich sicher, ihr Hund verhalte sich „schuldbewusst“, wenn er etwas Verbotenes angestellt hat. Er begrüßt den heimkehrenden Besitzer mit gesenktem Kopf, tiefer Rute und schleichendem Gang. Doch hat der Hund wirklich ein „schlechtes Gewissen“? Eine alternative Erklärung lautet, dass der Hund gar nicht weiß, dass er etwas falsch gemacht hat, sondern viel mehr auf die unweigerlich folgende, schlechte Stimmung seines Besitzers reagiert: Er hat gelernt, dass wann immer er den Mülleimer geplündert, die Couch angenagt oder das Blumenbeet umgegraben hat, er von Herrchen oder Frauchen ausgeschimpft wurde. Leider kann der Hund diese Reaktion nicht mehr mit dem bereits lange zurückliegenden Vergehen in Verbindung bringen. Er weiß also in dem Moment gar nicht, dass er für die Missetat bestraft wird, sondern verknüpft lediglich den bereits ausgeräumten Mülleimer mit der schlechten Stimmung seines Besitzers. Eine mögliche Strafe für die Handlung „Mülleimer ausräumen“ bringt also nur dann etwas, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgt – also am besten wenn der Hund gerade am Mülleimer angekommen ist oder noch zielstrebig auf dem Weg zu diesem ist. Oft reicht hier bereits ein ruhiges „Nein“ gefolgt von einem netten Abruf als Alternativverhalten und einem freudigen Lob, wenn der Hund diesem folgt. Da eine Strafe nur wirkt, wenn sie konsequent immer erfolgt, sollten Sie den Mülleimer vorsichtshalber während Ihrer Abwesenheit hochstellen, bis der Hund verstanden hat, dass dieser für ihn tabu ist.

Lesen Sie weiters in  Ausgabe 02/2018
– „Mein Hund freut sich, wenn er mit dem Schwanz wedelt“
– „Mein Hund ist stur, wenn er meine Signale nicht befolgt“
– „Mein Hund freut sich immer, wenn er gestreichelt wird“

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