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Tipps gegen Angst zu Silvester

Für viele Hunde ist die eigentlich stillste Zeit im Jahr gleichzeitig die schrecklichste. Unkontrollierbares Zünden von Knallkörpern bereits ab Anfang Dezember läutet den Jahreswechsel ein. In diesem Artikel wird auf verschiedene Strategien eingegangen, um Ihnen einen Leitfaden für die wohl stressigste Zeit im Jahr zu geben.

UMGEBUNG

Gehen Sie sicher, dass die Umgebung des Hundes zu jeder Zeit sicher ist. Der ruhigste und besterzogenste Hund kann in solchen Ausnahmesituationen unberechenbar reagieren. Wenn er in Panik davon läuft, kann Ihr Hund am Ende verletzt werden oder Verletzungen von anderen Hunden oder Menschen verursachen. D.h. lassen Sie Ihren Hund beim Spazierengehen an der Leine und führen Sie Ihn am besten mit einem gut sitzenden Brustgeschirr.

FÜTTERN

Bieten Sie Ihrem Hund schon während des Nachmittags eine gute Mahlzeit an, drei Stunden später sollten Sie ihm noch einmal eine kohlenhydratreiche Ration (z.B. Nudeln) anbieten. Zusätzlich können Sie noch Vitamin B6 der Mahlzeit hinzugeben. Dies sollte helfen, Ihrem Hund einen vollen Bauch zu verschaffen und diese Mahlzeit verstärkt zusätzlich die Wirkung der natürlich im Körper vorkommenden beruhigenden chemischen Verbindungen (Neurotransmitter Serotonin). Falls nötig, füttern Sie Ihren Hund nur zu diesen beiden Zeitpunkten und geben Sie ihm früher am Tag nichts zu fressen.

BERUHIGUNG

Entgegen der früheren, alten Meinung kann man ängstliches Verhalten NICHT durch beruhigendes Ansprechen und Füttern des Hundes verstärken. Ganz im Gegenteil. Zuwendung und Füttern signalisiert dem Hund, dass Frauchen und/oder Herrchen für ihn da sind, und er hat sogar die Möglichkeit den angsteinflößenden Stimulus mit etwas Angenehmem zu verbinden. Vorausgesetzt der Hund ist noch nicht zu gestresst und kann Leckerlies annehmen bzw. auf die Zuwendung reagieren.

silvester

Ist Ihr Hund bereits so phobisch und gestresst, dass er keine Leckerchen mehr fressen kann und Sie nicht mehr wahrnimmt, können sie nur mehr Krisenmanagement betreiben, den Hund in einen abgedunkelten Raum geben und sich ebenfalls zu ihm dazu setzen (siehe auch Punkt „Können Sie noch etwas tun, um den Einfluss von Feuerwerken auf Ihren Hund zu minimieren?“ weiter unten). Da ist aber jeder Hund anders. Manche Hunde bauen ihre Panik durch stressbedingtes Herumlaufen, Hecheln, Winseln, etc. ab, andere werden ganz ruhig und wollen sich nur zurückziehen und verstecken. Sollte Ihr Hund mit gesteigerter, gestresster Aktivität reagieren, versuchen Sie auf keinen Fall ihn festzuhalten. Versuchen Sie nur für ihn da zu sein und selber so ruhig und deeskalierend wie möglich zu wirken.

BESTRAFUNG

Bestrafen Sie Ihren Hund niemals, wenn er ängstlich ist! Die heftige Veränderung Ihres Verhaltens zeigt Ihrem Hund, dass tatsächlich Gefahr und Grund zu Angst besteht. Es ist klar, dass so die Phobie Ihres Hundes nur verstärkt wird. Was können Sie noch tun, um den Einfluss von Feuerwerken auf Ihren Hund zu minimieren? Sobald die Zeit der Feuerwerke beginnt, sollten Sie mit Ihrem Hund einen vertrauten Raum aufsuchen, der entweder durch gute Vorhänge oder durch dichte Rollläden gut verdunkelt werden kann. So können Sie nach innen strahlende Lichtblitze der Feuerwerkskörper, die zu einem schlechten Vorzeichen für laute Geräusche für Ihren Hund werden können, vermeiden. Bieten Sie Ihrem Hund gewohntes Spielzeug an, wechseln Sie die Spielzeuge jedoch immer wieder aus, damit Ihr Hund nicht das Interesse verliert. Gefüllte Snackspielzeuge, wie Kongs, Guzzy, Busy Buddy u. Ä. sind ebenfalls geeignet, sofern Ihr Hund in solchen Situationen noch im Stande ist zu fressen. Versuchen Sie es so zu arrangieren, dass Sie während dieser Zeit bei Ihrem Hund sein können. Hunde sind sehr soziale Wesen und wenn Sie Ihren Hund in dieser stressigen Situation alleine lassen, kann es sein, dass sich die Phobie Ihres Hundes durch die Isolation noch zusätzlich verstärkt. Stellen Sie sicher, dass alle Fenster und Türen geschlossen sind, damit die angstauslösenden Geräusche weitestgehend draußen bleiben. Wenn möglich drehen Sie Fernseher oder Radio auf, um Hintergrundgeräusche zu bekommen. Sie brauchen Fernseher oder Radio nicht laut aufdrehen, es geht nur darum, ablenkende Geräusche zu haben, damit sich Ihr Hund nicht zu sehr auf die Geräusche draußen konzentrieren kann. Beruhigende klassische Musik bietet sich hier sicher am besten an. Ignorieren auch Sie selber sämtliche Geräusche und versuchen Sie Ihren Hund in lustiges, aktives Spiel einzubinden (z.B. Leckerlie-Suche, Nasenspiele von Nina Ottosson, etc). Ihr Hund sollte selber entscheiden können, ob er mitmachen möchte oder nicht.

UNTERSTÜTZENDE HILFMITTEL • Adaptil, Pheromonstecker, -halsbänder oder –sprays • Pet Remedy, Mischung aus ätherischen Ölen als Stecker oder Spray • Zylkène, natürliche Nahrungsergänzung aus Casein (Milchprotein) • Bachblüten, wie zum Beispiel Notfalltropfen

 

Hilfsmittel, um Ängste und Phobien zu minimieren: Bereits käuflich zu erwerben sind Apparate, die natürliche, beruhigende Substanzen abgeben und somit Ihrem Hund helfen können, sich schneller zu beruhigen. Diese speziellen Substanzen werden unter besonderen Umständen von Hunden produziert und sind bekannt unter dem Ausdruck Pheromone. Wenn Sie einen dieser Stecker nahe beim bevorzugten Schlafplatz Ihres Hundes anstecken, können Sie unter Umständen feststellen, dass die abgegebenen Pheromone Ihrem Hund helfen, mit der angstauslösenden Situation besser zurecht zu kommen. Ihr Hund wird vielleicht weiterhin auf die Raketen draußen reagieren, aber er sollte mit Hilfe der beruhigenden Pheromone nicht panisch werden. Die Pheromonstecker können auch zusätzlich zu anderen Hilfsmitteln (beruhigende Musik oder Nahrungsergänzungen) verwendet werden, jedoch sind diese Möglichkeiten kein Ersatz für zielgerichtete Verhaltenstherapie, um das Problem nachhaltig zu lösen.

Wissenschaftlich bewiesen: Musik beruhigt 

Es wurde bereits wissenschaftlich gezeigt, dass psychoakustisch abgestimmte Musik einen großen Einfluss auf das Nervensystem von Säugetieren hat (Wells, 2002). Solche beruhigende und entspannende Musik ist bei Through A Dog’s Ear von Lisa Spector erhältlich.

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Medikamente können in manchen Fällen bei Phobien hilfreich sein, sollten jedoch nur unter veterinärmedizinischer Aufsicht und Anleitung verabreicht werden! Medikamente sollten idealerweise gegeben werden, noch BEVOR die Silvesterraketen abgefeuert werden bzw. bevor Panik beim Hund einsetzt. Üblicherweise ist das mindestens eine Stunde vor Beginn der Knallerei. Achten Sie darauf, dass Ihrem Hund keine muskelentspannenden Substanzen verschrieben werden! Natürlich gibt es auch Medikamente, die verabreicht werden können, wenn Ihr Hund schon Anzeichen von
Stress zeigt oder Ihr Hund z.B. bei einem Spaziergang ein angstauslösendes Erlebnis hatte. Jedoch gilt hier konsequent: Nur unter veterinärmedizinischer Anleitung!

IGNORIEREN IST KEINE LÖSUNG!

Machen Sie nicht den Fehler, das Problem zu ignorieren, nur weil es (noch) in einem sehr begrenzten Zeitraum auftritt. Bei einer nicht-behandelten Feuerwerkangst besteht die große Gefahr, dass diese Angst generalisiert, sich also auf andere Geräusche (Schüsse, Gewitter, Wind, etc.) ausweitet. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge leiden Hunde mit Geräuschängsten sehr oft auch gleichzeitig an Trennungsangst (Overall, 2013). Sie sollten mit Ihrem Hund ein Verhaltensmodifikationsprogramm in Angriff nehmen, damit sich die Erwartungshaltung Ihres Hundes gegenüber Feuerwerken ändert und er lernt, dass diese keine Bedrohung für ihn darstellen. Der beste Zeitpunkt, die Behandlung zu starten, ist sofort nach Jahresbeginn, damit Sie die längstmögliche Zeitspanne ohne Feuerwerke (bis zur nächsten Saison) ausnutzen können. Wollen Sie auf Nummer
sicher gehen und Ihren Hund den Silvesterraketen nicht aussetzen, kundschaften Sie ruhige Orte aus, an denen Sie und Ihr Hund Silvester entspannt verbringen können.

Autorin: 
Nicole Pfaller-Sadovsky, BSc (Hons) ADipCBMCBATI
www.happy-fellow.at

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