Start Tierschutz Behinderte Hunde um jeden Preis retten?

Behinderte Hunde um jeden Preis retten?

Mein Herz schlägt für behinderte Hunde. Ich lebe und arbeite mit ihnen im Grunde dreht sich einfach alles um sie. Trotzdem würde ich die Frage „Haben behinderte Hunde ein lebenswertes Leben?“ nie pauschal mit ja beantworten.

Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle ob ein behinderter Hunde ein Artgerechtes Leben führen kann. Ich gehe hier speziell auf den gelähmten Hund ein, da man gerade diese tagtäglich auf Facebook und Co sieht und dies eine der schwersten Behinderungen darstellt.

Beginnen wir einmal beim Hund selber:
Nimmt dieser seine Behinderung an? Ja, Hunde leben im hier und jetzt. Trauern der Vergangenheit nicht nach und fiebern nicht in die Zukunft. Es gibt aber leider doch Hunde die zB mit ihrer Lähmung nicht zurecht kommen. Sie werden regelrecht depressiv, apathisch – sie geben sich auf. Ein Hund benötigt Zeit um sich mit seiner neuen Situation zurecht zu finden. Schafft der Hund dies nicht (die Mithilfe seiner Besitzer vorausgesetzt) sollte man sich überlegen ob dies wirklich ein lebenswertes, glückliches Leben ist?!

Ein großes Thema sind die Lebensumstände, denn hier gibt es viele Dinge zu berücksichtigen

rollihund
Nicht jeder Hund kommt so gut mit seinem Handicap klar

Ich möchte hier 2 Beispiele nennen: In Rumänien sitzt ein großer Mischling, 3 Jahre alt, in einem großen Shelter. Der Hund wurde auf der Straße gefunden und ist gelähmt. Man vermutet das er wahrscheinlich von einem Auto angefahren wurde. Er wurde zwar notdürftig medizinisch versorgt aber eine richtige Diagnose oder sogar Behandlung ist nicht möglich. Da er nicht zu den anderen vielen Hunden ins Gehege kann, muss er in einem kleinen Käfig leben. Durch die Inkontinenz liegt der Hund den ganzen Tag in seinem eigenen Kot und Urin. Die Vermittlungschance für so einen Hund sind gering und dies bedeutet lange Zeit das Leben so zu verbringen.

Willi ist ein lustiger, quirliger Dackelrüde und lebt bei Familie Huber. Er erleidet einen Bandscheibenvorfall und bleibt trotz erfolgreicher OP und Physiotherapie gelähmt. Familie Huber lässt Willi einen Rolli anpassen und besucht weiterhin regelmäßig die Physiotherapie. Bei Familienausflügen darf er weiterhin dabei sein und im Haus wurden paar Dinge behindertengerecht umgestaltet. Familie Huber kann Willi den ganzen Tag betreuen und so ist gewährleistet das regelmäßig seine Windeln gewechselt werden.

Ist hier das Leben von beiden behinderten Hunden lebenswert?
Ist es Artgerecht, glücklich und werden beide Hunde gut versorgt?

Gerade mit behinderten Auslandshunden wird gerne auf die Spenden und Tränendrüse gedrückt. Das Geld fliest die Hunde werden mit extrem langen Geschichten geteilt, Inserate fleissig kommentiert und genauso schnell verschwinden diese in der Versenkung. Was die vielen Leser, Teiler und Spender aber vergessen:

– Diese Hunde leiden!
– Diese Hunde haben lange Zeit kein Artgerechtes Leben!
– Diese Hunde bekommen zum Teil keine ausreichende medizinische Versorgung!
– Diese Hunde werden oft zu Wanderpokalen!

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2014

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