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Der Border Collie – nimmermüder Workaholic

Kaum eine andere Rasse ist so für ihre Arbeitsbereitschaft, Vielseitigkeit und Ausdauer bekannt wie der Border Collie. Wer ihn nur wegen seines hübschen Äußeren halten will, stößt schnell an seine Grenzen. Der Border Collie ist der Tausendsassa unter den Hunderassen und nur glücklich, wenn er geistig wie körperlich gefordert wird. Dann ist er seinem sportlichen Zweibeiner aber ein zuverlässiger Partner, auf den immer Verlass ist!

Um 1560 wurde erstmals ein Hund in der Literatur erwähnt, der dem heutigen Border
Collie sehr ähnlich kam. Über 500 Jahre züchteten die Schäfer mit den begabtesten Hunden weiter und schufen somit einen unermüdlichen Spezialisten für die herausfordernde Arbeit an den riesigen Schafsherden. Dabei verlangten nicht nur die teils widerspenstigen Schafe den Hunden alles ab, sondern auch das raue Klima und die von teils eisigen Flüssen und steilen Hügeln zerklüftete Landschaft erforderte zähe, harte Hunde.

Ursprung in einem besonders kargen Gebiet

Ursprünglich wurden Hunde als Collies bezeichnet, die in Großbritannien zur Arbeit an Schafen eingesetzt wurden. Der genaue Ursprung der Border Collies liegt innerhalb des Grenzgebietes zwischen Schottland und England, wovon sich auch sein Name ableiten lässt (border = Grenze). Diese karge Gegend mit harschen Witterungsverhältnissen bietet nur Schafen ausreichend Weidemöglichkeiten. Zur Betreuung und Pflege mussten die Tiere regelmäßig gesammelt werden, wofür die Schäfer auf Hunde angewiesen waren, die ihrer Arbeit rasch und in höchstem Maße zuverlässig nachkamen.

Der Border Collie kristallisierte sich als wahrer Spezialist heraus, der bald den Platz anderer Hütehunde wie Bobtail, Lang- und Kurzhaarcollie sowie des bärtigen Bearded Collie gänzlich einnahm. Diese erfreuten sich stattdessen fernab der Herden immer öfter auf Shows und Ausstellungen größter Beliebtheit. 1893 sollte dem Züchter Adam Telfer mit dem aus seiner Zucht stammenden Rüden Old Hemp der ganz große Wurf gelingen. Old Hemp konnte besonders durch seine herausragende Fähigkeit, das Verhalten der Schafe richtig einzuschätzen, herausstechen und wird heute noch als der Stammvater moderner Border Collies angesehen. Um die einzelnen Leistungen besser beurteilen zu können, wurde 1873 der erste „sheepdog trial“ abgehalten. Im Laufe der Jahre wurden diese Leistungsveranstaltungen immer beliebter, da die außergewöhnlich flinke und intelligente Arbeitsweise der Border Collies Menschen in ihren Bann zog. 1906 setzte man durch die Gründung der ISDS (International Sheepdog Society) einen weiteren Schritt in Richtung Leistungsfähigkeit, da einziges Kriterium für die Aufnahme in den Register dieser Organisation die Hüteleistung ist.

Die hügelige, karge Landschaft der Britischen Insel verlangt zähe, ausdauernde Hunde. Wer einen Border Collie hier an der Herde arbeiten sieht, dem wird klar, dass sich diese Rasse so gar nicht als Familienhund für ein bisschen Agility und ein paar Tricks eignet.

Die Überzeugung, dass ein Standard, dessen vordergründiger Fokus auf äußerlichen Merkmalen wie Felllänge, Ohrenform oder Fellfarben liegt, der Leistungsfähigkeit und Gesundheit einer Rasse niemals zuträglich sein kann, brachte lange Jahre äußerst leistungsfähige, robuste und langlebige Rassevertreter hervor. Dieser Tage hat sich die Zucht auch beim Border Collie längst in zwei Lager – Show und Leistung – geteilt. Dass ein ansprechendes Erscheinungsbild dennoch erreicht werden kann, beweist der Border Collie auf jeden Fall. Seit dem Jahr 1976 ist der Border Collie vom British Kennel Club offiziell als Rasse anerkannt.

Wie steht‘s um die Gesundheit?

Auch beim Border Collie treten Fälle von Hüftgelenksdysplasie auf. Da es sich hierbei um eine erblich bedingte Fehlbildung des Hüftgelenks (die Pfanne kann je nach Ausprägung den Oberschenkelkopf nicht ausreichend umschließen) handelt, werden nur Tiere mit getestetem HD-A (Frei von Hüftgelenksdysplasie) und HD-B (Verdacht auf HD) Befund zur Zucht zugelassen. Weiters ist CL, Ceroid Lipofuscinois, eine mögliche erbliche Stoffwechselfunktionsstörung, bei der eine Einlagerung des Zellabfallprodukts „ceroid lipofuscin“ stattfindet, beim Border Collie bekannt.

Vermehrt traten in den letzten Jahren auch Fälle von Epilepsie auf. Weiters ist es durch konsequente Untersuchungen schon im Welpenalter möglich, eine eventuelle CEA (anormale Erscheinungen im Auge des jeweiligen Hundes) frühzeitig zu erkennen. In Österreich sind davon aber nur sehr wenige Hunde und in einem sehr geringen Ausmaß betroffen.

Mutig, selbstbewusst & zäh

Border Collie Halter geraten ins Schwärmen, wenn sie vom Charakter und der Arbeitsweise ihres Borders erzählen. Verschiedene Zugänge der Züchter haben in den letzten Jahren die Rasse in Show- und Arbeitslinien gespalten. Die Arbeit an der Herde erfordert Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen, bei gleichzeitig guter Führigkeit um für die Kommandos des „Handlers“ erreichbar zu bleiben.

Um einen Border Collie glücklich zu machen, muss man sich aber nicht gleich eine Schafherde zulegen. Er ist dank seiner vielseitigen Begeisterungsfähigkeit auch bei anderen Sportarten herausragend. So hat er sich beispielsweise beim Agility als echtes Talent etabliert und überzeugt auch beim Obedience durch seinen hohen „will to please“ und seine Intelligenz.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2018

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