Start Highlight Der Bullmastiff im Rasseportrait

Der Bullmastiff im Rasseportrait

Mächtig und dennoch athletisch präsentiert sich der Bullmastiff. Einst als wendiger Schutzhund für Englands Wildhüter gezüchtet, erfreut er sich heute weit über die Landesgrenzen hinaus großer Beliebtheit als zuverlässiger Wach- und Schutzhund, der sich seiner Familie gegenüber stets sanftmütig und loyal zeigt.

Der Rassename lässt den Schluss zu, dass es sich beim Bullmastiff um eine gezielte Kreuzung zwischen Bulldoggen und Mastiffs handelt. Richtig ist jedenfalls, dass sich der Name tatsächlich aus den Old English Bulldogs und dem Old English Mastiff ableitet. Wie die Rasse letztlich zustande gekommen ist, darüber gibt es mehrere Theorien.

Unklare Entstehungsgeschichte

Während manche Kynologen davon ausgehen, dass der Bullmastiff das Ergebnis der Kreuzung von Bulldoggen und dem Mastiff ist, sind andere davon überzeugt, dass der Bullmastiff direkt vom Gamekeeper’s Night Dog, dem Schutzhund für den Wildhüter, abstammt. Überliefert sind Überlegungen, wonach man im England des 18. und 19. Jahrhunderts zur Durchführung der blutigen Bull-Baiting-Kämpfe, bei denen Bullen von Hunden angefallen und oft auch getötet wurden, auf der Suche nach größeren Hunden als den dafür üblicherweise eingesetzten mittelgroßen Bulldoggen war. Der Wunschhund sollte massiger, größer sein, dabei aber über den für die Bullenkämpfe besonders geeigneten kürzeren Fang mit starken Kiefern verfügen, die einen so festen Griff ermöglichen, das sie der Bulle nicht abschütteln konnte. Zu jener Zeit fanden sich im Lager der Bulldoggen immer mehr Züchter, die ihre Leidenschaft mehr im Ausstellungsring denn in den blutigen Kampfarenen fanden. Entsprechend veränderte sich das Erscheinungsbild der Englischen Bulldoggen immer rascher hin zu kleinwüchsigen, deformierten Hunden, die rein körperlich zu keinerlei Leistung mehr in der Lage waren.

Viele unterschiedliche Typen bis in die 1920er Jahre

Unterschiedliche Literaturquellen zeichnen im Laufe des 19. Jahrhunderts ein immer deutlicheres Bild von der Entstehung des Bullmastiffs. So wurden immer häufiger Bulldoggen in Mastiffs eingekreuzt, was bei Richtern und Züchtern auf ganz unterschiedliche Reaktionen stieß.
Einige zeigten sich besonders aufgrund der neuen Farbvariationen besorgt, da bei den Bulldoggen nach Einkreuzungen von Mastiff um die Größe der Bulldoggen zu verbessern und Mops zur Veränderung der Körperform, zunehmend neben Weiß oder gestromt sowie Weiß und gestromt auch falbfarbene oder falbscheckige Welpen fielen. Auch was die Größe und das Gewicht anbelangten, konnten die Unterschiede größer nicht sein. Immer wieder fanden sich literarische Vermerke entweder über großgewachsene Bulldoggen oder kleinere Mastiffs. Ob es sich dabei schon um die Ahnen des modernen Bullmastiffs handelte, kann nur spekuliert werden. Doch es gab im Laufe des 19. Jahrhunderts zahlreiche Versuche, die Rasse nach ganz individuellen Kriterien zu „verbessern“. So kreuzten einige Züchter die Deutsche Dogge, andere gar den Bernhardiner oder Neufundländer und wieder andere den Bloodhound ein. Daraus entstanden Würfe, die zwar die Größe und Statur eines Bullmastiffs hatten, gleichzeitig aber ein recht langes Fell trugen.
Trotz seines kräftigen Körperbaus, sollte der Bullmastiff athletisch und sportlich wirken.
Diese teils seltsamen Erscheinungen veranlassten Arthur Craven in den 1930er-Jahren zu folgendem Statement in seinem Buch „The Bull-Mastiff as I know it“: „Als in der Vergangenheit Standards noch nicht ganz festgelegt waren, versuchten über einige Zeit ein paar skrupellose sogenannte Züchter – ihren eigenen Interessen dienend – die Rasse – wie sie glaubten – zu verbessern, kreuzten dabei Tiere wie Deutsche Doggen, Bernhardiner, Neufundländer und möglicherweise in geringem Umfang auch den Bloodhound ein.“ Und er warnte potentielle Interessenten weiter: „Ein richtig gezüchteter Bullmastiff sollte seine eigene Gütemarke haben. Für jedermann muss auf den ersten Blick erkennbar sein, dass es sich weder um einen Mastiff, noch um einen Bulldog handelt. Begegnest du einem sogenannten Bull-Mastiff mit zottigem Fell, solltest du seine Abstammung prüfen, es muss etwas Fremdes darin sein. Stößt du an anderer Stelle auf einen Bull-Mastiff mit dem Fang einer Deutschen Dogge, gehe weiter!“.
Es dauerte also recht lange, bis der Bullmastiff ein einheitliches Erscheinungsbild zeigte.
Ein Zwingername, der immer wieder in Erscheinung tritt, wenn man nach den ersten für die Rasse bedeutsamen Zuchthunden sucht, ist der Name Farcorft. S. E. Moseley war der Begründer dieser Bullmastiff-Zuchtstätte und seine beiden Hauptaufenthaltsorte, Farcorft und Hamil, für seine Zuchtnahmen ausschlaggebend.
Mit Oktober 1927 wurden erstmals Bull-Mastiffs (zur damaligen Zeit noch mit Bindestrich geschrieben)  in das britische register of breeds aufgenommen, nachdem die Rasse mit 24. Dezember 1924 als eigenständige Rasse vom Britischen Kennel Club anerkannt wurde.
Leider waren die Eintragungen damals noch sehr schlampig, sodass zahlreiche Hunde entweder gar nicht oder nur sehr lückenhaft vermerkt wurden. Als der Rasse immer mehr Interesse zukam, wurden auch die Züchter mit ihren Zwingernamen genauer und die Eintragungen nachvollziehbar.

Kompromissloser Schutzhund

Der Bullmastiff wurde zum Zwecke des Schutzes vor skrupellosen Wilddieben gezüchtet, die aufgrund ihrer großen Armut auch vor tödlichen Angriffen auf Wildhüter nicht zurückschreckten. Wildhüter waren deshalb auf große, gleichzeitig aber wendige und schnelle Hunde angewiesen, die einerseits über genügend Ausgeglichenheit verfügten, um in ruhigen Nächten nicht nervös zu werden.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2019

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