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Der Cairn Terrier – Springinsfeld mit eigenem Kopf

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Den niedlichen schwarzen Knopfaugen mit dem kecken Blick kann man kaum widerstehen. Doch Vorsicht: Der Cairn Terrier hat es faustdick hinter seinen kleinen Öhrchen. Er ist ein Terrier, wie er im Buche steht und sicherlich nicht für jeden geeignet.

Die Ursprünge des uns heute bekannten Cairn Terriers lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals wird ein „Erdhund“ aus Argyllshire in West-Schottland beschrieben, der als Urahn aller heutigen schottischen Terrierrassen gelten soll.

Schottische Clans legten den Grundstein

Über hunderte von Jahren hinweg züchteten die großen Clans mit Erdhunden des gleichen Stammes. Vielerorts entstanden so Lokalrassen mit unterschiedlichen Fellfarben und Felllängen, aus denen sich allmählich auch der Cairn Terrier herauskristallisierte.

Als Begründerin der modernen Cairn-Zucht gilt Mrs. Alastair Campell aus Ardrishaig. Sie stellte im September 1909 erstmals Hunde aus ihrem Zwinger „Brocaire“ (=gälisch: „Fuchsjäger“) auf einer Ausstellung vor und erregte damit großes Aufsehen. Zusammen mit anderen Züchtern gründete sie schließlich den ersten Rasseclub.

Um Verwechslungen mit dem Skye Terrier zu vermeiden, erfolgte 1910 die Umbenennung der bis dahin „Short-haired Skye Terrier“ genannten Vierbeiner in „Cairn Terrier“. Die Bezeichnung „cairn“ geht auf das gälische Wort „carn“ zurück, das so viel wie „Stein“ oder „Steinhaufen“ bedeutet. Damit werden sowohl die Herkunft als auch das Aufgabengebiet und das Aussehen der Hunde beschrieben. Schließlich mussten die zähen Terrier innerhalb einer Meute im felsigen schottischen Hochland Füchse, Otter, Dachse und anderes Raubzeug in Geröllhaufen aufspüren und töten. Mit ihrer Fellfarbe, die von sandigem Beige bis zu Schiefergrau reichen darf, waren die Hunde bestens an ihre Umgebung angepasst.

Der erste Rassestandard entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts

1911 entstand ein erster Standard, der in den wesentlichen Punkten bis heute gültig ist. Allmählich verbreitete sich der pfiffige Vierbeiner in ganz Großbritannien. Bald schon überstieg die Nachfrage das Angebot. Dies rief rasch zweifelhafte Zuchten auf den Plan, die keine rein gezüchteten Cairns verkauften, sondern Mischlinge aus Cairn, West Highland White und Scotch Terriern. Noch bis 1924 trug man weiße Welpen aus eigentlichen Cairn-Würfen als West Highland White Terrier in die Zuchtbücher ein. Außerdem wurden beide Rassen bis zu diesem Zeitpunkt immer noch untereinander gekreuzt. Die Anerkennung des Cairn Terriers als eigenständige Rasse erfolgte 1912 durch den Kennel Club. Bereits im selben Jahr wurden 134 Hunde registriert.

Eine der beliebtesten Rassen Englands

Innerhalb kurzer Zeit mauserte sich der Cairn Terrier zu einer der populärsten Hunderassen in England. Nach Deutschland kam er Ende der 1920er-Jahre. Längst gilt die Rasse hierzulande als beliebter Kleinhund, der in einem überschaubaren Rahmen gezüchtet wird. Trotz seines niedlichen Aussehens ist er kein Hund für jedermann.

Der Cairn hat‘s faustdick hinter den Ohren

Häufig wird der kleine Vierbeiner als idealer Familienhund beschrieben, dies gilt jedoch nur, wenn man mit seinen terriertypischen Eigenheiten klarkommt. So testet er beispielsweise immer wieder gerne seine Grenzen aus. Eine liebevolle, aber dennoch strenge und vor allem konsequente Erziehung ist ein absolutes Muss, ansonsten macht der quirlige Vierbeiner mit seinen Leuten, was er will.

Stimmungen seiner Menschen durchschaut er schnell, Schwächen nutzt er dabei zu seinen Gunsten aus. Der Besuch einer kompetenten Hundeschule ist von Anfang an empfehlenswert, einerseits wegen der nicht ganz einfachen Erziehung, andererseits, um ihm frühzeitige soziale Kontakte mit Artgenossen zu ermöglichen, denn der Cairn kann sich im Umgang mit anderen Hunden durchaus als kleiner Giftzwerg entpuppen. Menschen gegenüber ist er aber sehr freundlich und lieb. Fremde beäugt er anfangs häufig etwas misstrauisch; findet er sie jedoch sympathisch, taut er schnell auf und schließt Freundschaft. Manche Cairns sind äußerst anhänglich und verschmust, andere hingegen sind selbstständiger und können auch mal ein paar Stunden ohne ihre Leute auskommen.

Mutig und wachsam, stur und hartnäckig

Innerhalb ihres Reviers sind die zottigen Schotten sehr wachsam, aber trotzdem keine Kläffer. Einbrecher haben bei einem Cairn schlechte Karten, denn droht in seinen Augen Gefahr, fackelt er nicht lange und wird zum mutigen Wadelbeißer. Bekommt der aufgeweckte Vierbeiner angemessenen Auslauf, ist er mit seiner Schulterhöhe von ca. 28 cm für die Stadtwohnung gleichermaßen geeignet wie für ein Haus mit Garten.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2018

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