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Der Dogo Argentino im Rasseportrait

Der Dogo Argentino, auch Argentinische Dogge genannt, ist eine verhältnismäßig junge Hunderasse. Einst zum Zwecke der Jagd auf Wildschweine und wehrhafte Raubkatzen gezüchtet, wird der Dogo Argentino wegen seiner Vielfältigkeit und Athletik heute als wachsamer Schutzhund von sportlichen Familien gehalten.

Dogo Argentino
Wie sein Name schon verrät, stammt der Dogo Argentino ursprünglich aus Argentinien. Doch die Urahnen des Dogos waren tatsächlich in Europa zu finden. Als Christoph Kolumbus 1492 die neue Welt entdeckte und bereiste, konnte er bald weitere spanische Eroberer dafür begeistern, diese neue Welt mit ihm gemeinsam zu erkunden. Begleitet wurden die Männer stets von ihren großen, furchteinflößenden Kriegshunden. Die Spanier kolonialisierten Argentinien ab dem Jahr 1525 und unterwarfen, was sich ihnen in den Weg stellte. Als besonders nützlich erwiesen sich dabei die mitgebrachten spanischen Mastins, die einheimische Geiseln entweder an einer Flucht hinderten, oder bereits geflohene Sklaven zielsicher verfolgten.

 

Die Größe Argentiniens und die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren weitläufigen Steppen im Nordwesten, über tropische Urwälder im  Nordosten bis hin zu den patagonischen Gebirgen im Süden, brachte die schweren Mastins bald an ihre Leistungsgrenzen. Sie waren zwar unbestechliche Wächter, doch taugten sie konditionell und ihre Nasenleistung betreffend kaum für die Jagd auf Puma und Jaguar in dieser Landschaft. Bald hatten die Spanier die Jagd auf einheimisches Wild satt und importierten europäisches Schwarzwild. Man hatte im 1573 gegründeten Cordoba zwar bereits an der Reinzucht der mächtigen weißen Cordobeser Dogge gearbeitet, doch fehlte es ihr an Geschick und Ausdauer für die Jagd auf Schwarzwild. Man stand vor einem Dilemma, denn die extra aus Europa importierten Jagdhunde wiederum verfügten zwar über die erwünschte Ausdauer und das nötige Riechvermögen, ließen aber die nötige Schneid und Schärfe vermissen. Ganz abgesehen davon, dass es ihnen bei Weitem an Körperkraft und Beißkraft fehlte, um es mit einem Jaguar aufnehmen zu können. Einzig der Bull Terrier brachte die erforderlichen Voraussetzungen mit, doch fehlte es ihm an Größe und Kraft.

 

Es sollte noch bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts dauern, ehe der argentinische Arzt Dr. Antonio Nores Martinez mit der Zucht einer eigenständigen Rasse begann, die mutig, scharf, groß und kraftvoll genug war, um als ausdauernder, kühner und unbestechlicher Jagdgebrauchshund, mit der nötigen Wachsamkeit ausgestattet, alle Anforderungen erfüllen konnte. Denn neben ausreichender Raubzeugschärfe sollte die neue argentinische Hunderasse auch dazu geeignet sein, Haus und Hof bedingungslos zu bewachen.

Bunte Mischung unterschiedlicher Rassen um den hohe Anforderungen gerecht zu werden

Dr. Martinez setzt dazu neben der Cordobeser Dogge vor allem den Bull Terrier ein und bildete mit diesen beiden Schlägen eine Zuchtbasis. In weitere Folge setzte er außerdem die Deutsche Dogge ein, um sich ihre Kraft, Größe und anatomischen Aspekte zunutze zu machen. Auch den englischen Pointer kreuzte er gezielt ein, um die Nasenleistung zu verbessern. Doch der Pool eingekreuzter Hunderassen ist noch viel größer und umfasste neben dem Irish Wolfhound, vor allem auch Bulldoggen, um der neuen Rasse die Voraussetzungen des Packens und Festhaltens anzueignen. Weiters sollen Bordeaux Dogge, Deutscher Boxer, Mastins und Pyrenäenmastiffs verwendet worden sein, ehe man mit dem Ergebnis zufrieden war.

 

Ein tödlicher Jagdunfall riss Dr. Martinez aus dem Leben, sodass sich fortan sein Bruder Augustin Nores Martinez um die Entwicklung der Rasse bemühte. Das entscheidende Kriterium bei der Selektion der Hunde war einzig deren Leistung und Erfolg bei der Jagd. Aufgrund des Terrains hatte Reinweiß absolute Priorität im Hinblick auf erlaubte Fellfarben, um die Hunde bei der Jagd deutlich vom Wild unterscheiden zu können. Zudem mussten die Hunde, anders als in Europa, idealerweise stumm jagen um das Raubtier nicht durch lautes Geläut zu warnen und zu vertreiben.
Im Jahr 1949 war es schließlich so weit – die Rasse wurde erstmals in einem anerkannten Rassestandard beschrieben.

Der Dogo Argentino heute

Leider ist diese sehr vielseitige Rasse im DACH-Raum relativ selten anzutreffen. Obwohl die Argentinische Dogge sehr umgänglich und geduldig innerhalb der Familie ist, konnte sie das Image des großen Kampfhundes nie wirklich ablegen. Dass sie in einigen Bundesländern in Deutschland und Österreich auf der Rasseliste geführt wird, trägt sicher dazu bei. Zwar ist der Dogo Argentino im Umgang mit anderen Hunden sicherlich nicht zu unterschätzen und zeigt sich gerne auch dominant, doch lässt er sich gut erziehen und ist seinen Menschen gegenüber äußerst loyal und liebenswürdig.

 

Der Artikel ist erschienen in Ausgabe 02/2021 .

 

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