Start Aktuelle Ausgabe Der Entlebeucher Sennenhund – ein Geheimtipp aus der Schweiz

Der Entlebeucher Sennenhund – ein Geheimtipp aus der Schweiz

Auf den ersten Blick sieht der Entlebucher wie ein Großer Schweizer Sennenhund im Kompaktformat aus. Auf den zweiten erkennt man, dass sein Körperbau etwas länger als hoch ist, was ein typisches Merkmal für den Entlebucher ist. In Sachen Energie, Unternehmungslust und Agilität verfügt der kleinste der großen Sennenhund-Familie über eine ordentliche Menge mehr davon als üblicherweise der Berner und der Große Schweizer Sennenhund, wenngleich die größeren Brüder noch etwas bekannter sind als der Entlebucher.

Der Entlebucher Sennenhund stammt aus dem Entlebuch, einem Gebiet in den Schweizer
Kantonen Luzern und Bern, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat. Schon 1889 wurde er erstmals im sogenannten Zentralblatt für Jagd- und Hundeliebhaber erwähnt, wenngleich die damaligen Rassevertreter vom Erscheinungsbild her noch nicht sehr viel mit den heutigen Entlebuchern zu tun hatten. Das für alle Sennenhunde so typische dreifärbige Fell wies damals noch eine wesentlich breitere Farbpalette auf. Die Bevölkerung von Stadt und Land hatte schlicht kein Geld, um Hunde nur wegen ihres Aussehens zu halten. Der Entlebucher war damals geschätzter Helfer bei der Arbeit am Vieh und zum Bewachen von Haus und Hof. Hunde, die ihre Aufgaben nicht zur vollsten Zufriedenheit ihrer Menschen erfüllen konnten, landeten kurzerhand im Kochtopf. Eine für heutige Verhältnisse geradezu grausame Selektion. Im Nachhinein betrachtet, erweist sich diese harte Selektion auf Gesundheit und Leistung besonders für die Gesundheit der Rasse als Segen. Außerdem stand weiters die Genügsamkeit der Hunde im Vordergrund. Eine Familie hatte damals alle Hände voll zu tun, um für sich selbst ausreichend Nahrung zu beschaffen, das Geld war stets knapp. Die Hunde mussten daher mit dem vorliebnehmen, was von den Mittagstischen übrigblieb, auch wenn dies oft einige Zeit lang Haferflocken, Kartoffeln, altes Brot oder Milch bedeutete.
Aufgrund der teils sehr abgelegenen Orte, in denen sich Sennenhunde unterschiedlichster Typen tummelten, war es anfangs eine große Herausforderung für die Züchter, Hunde eines einigermaßen einheitlichen Erscheinungsbildes ausfindig zu machen. Es waren Franz Schertenlaib und Dr. Kobler, ein Veterinär aus St. Gallen, welche sich für eine Reinzucht des Entlebucher Sennenhundes interessierten. Auch Prof. Heim, der als großer Förderer der Sennenhunde Bekanntheit erlangte, bemühte sich um eine breitere Zuchtbasis dieser Rasse. Im Jahre 1914 wurden schließlich die ersten fünf Entlebucher Sennenhunde ins Schweizer Hundestammbuch (SHSB) eingetragen, ehe zwölf Jahre später 1926 der „Klub für Entlebucher Sennenhunde“ gegründet wurde. Und trotz der Gründung des Klubs wurden ein Jahr später bei der Spezialschau des Klubs nur rund sechzehn Hunde vorgestellt. Auf Basis dieser Hunde verfasste Prof. Heim schließlich den ersten Rassestandard. Verglichen zu seinen drei Kollegen, fasste der Entlebucher nur sehr langsam Fuß in den Nachbarländern. Auch heute ist er immer noch eher ein Geheimtipp.

Loyaler Weggefährte

Der Entlebucher ist seiner ganzen Familie ein treuer und verlässlicher Freund. Außerdem lernt er sehr schnell und ist zudem leicht auszubilden. Er freut sich über Aufgaben und möchte seinen Menschen gefallen. Anders als beispielsweise der Appenzeller Sennenhund, ist der Entlebucher nicht ganz so lebhaft und bewegungsfreudig. Zwar liebt er es auch sportlich, doch gibt er sich auch mit moderater Bewegung zufrieden. Der Entlebucher Sennenhund ist überhaupt ein sehr unkomplizierter Weggefährte, der sich perfekt auch für noch wenig erfahrene Hundefreunde eignet. Lediglich seine Bellfreude sollte von Anfang an unter Kontrolle gebracht werden. Als Treibhund liegt es ihm im Blut, relativ mitteilungsbedürftig zu sein. Aus dieser Anlage heraus ergibt sich auch die Eigenart, dass manche Entlebucher selbst ihren Zweibeinern bei Spaziergängen gerne in die Fersen zwicken, auch „Fersenstechen“ genannt. Ganz so wie sie es sonst bei störrischen Rindern machen.
Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2019

 

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