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Der Labrador Retriever

Der Labrador ist ein toller Allroundhund, der bei rassegerechter Haltung und Auslastung viel Freude und unvergessliche Jahre des Zusammenlebens verspricht. Trotzdem darf er nicht übereilt angeschafft und auf keinen Fall zum schicken Modeaccessoire degradiert werden.

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“– wer kennt diesen Slogan nicht? Anstatt des Bootes könnte heutzutage auch der Labrador genannt werden, immerhin bedient er schon seit Längerem das Klischee des modernen Familienbegleiters. Er gilt also als echter Traumhund, der allerdings in vielen Fällen tatsächlich nur rein nach der Optik und, weil der Labi von Familie xy so nett ist, angeschafft wird.

Auch ein Traumhund braucht Erziehung und Aufgaben

Zweifellos ist der Labrador Retriever ein toller Hund, doch von nichts kommt nichts. Werden seine wunderbaren Anlagen nicht durch eine verantwortungsvolle Zucht weitervererbt und dann schon beim Welpen von Anfang an gefördert, kann selbst solch ein Traumhund schnell zum Alptraum werden. Schließlich gibt es nicht den kinderfreundlichen, sich selbst erziehenden Familienhund, der nicht nur gut aussieht, sondern auch wie ein schickes Auto sofort perfekt funktioniert. Selbst und gerade für einen Labrador sind viel Zeit und Engagement nötig, damit er all seine guten Eigenschaften voll und ganz entfalten kann. Außerdem vergessen die meisten Rasseinteressenten leider, dass es sich bei einem Retriever eigentlich um einen  Jagdgebrauchshund handelt, der, im Fall des Labis, zwar nicht mehr unbedingt den jagdlichen Einsatz braucht, aber trotzdem eine Aufgabe benötigt, um nicht aus Langeweile auf dumme Gedanken zu kommen oder neurotische Anwandlungen zu zeigen. Ein Blick zurück in die Geschichte erklärt seine Ursprünge, aus denen sich auch seine Rassebedürfnisse ergeben.

Wichtige Helfer der Fischer

Die Vorfahren des Labrador Retrievers kamen erst Anfang des 16. Jahrhunderts mit portugiesischen und spanischen Seefahrern an die neufundländische Küste von St. John’s. Sie stammen also nicht ursprünglich, wie häufig angenommen, aus Neufundland / Labrador. Hier aber machten sich die Hunde einen Namen als hervorragende Gehilfen beim Fischfang. Vom Boot aus sprangen sie unerschrocken in das eisige Wasser, um abgetriebene Netze an Land zu ziehen und die herausspringenden Fische aus dem Wasser zu holen. In Neufundland kristallisierte sich aus all diesen Fischerhunden der „St.-John’s-Hund“ heraus, der sich bald auch bei der Feder- und Niederwildjagd als unentbehrlicher Apporteur bewährte. Typisch für ihn war sein ausgezeichnetes Gedächtnis, durch das er sich noch nach Stunden an genaue Fallstellen des Wildes erinnern konnte. Außerdem zeichnete ihn ein „weiches Maul“ aus, er brachte das Wild also unversehrt zu seinem Führer zurück. Und, er zeigte seit jeher den typischen „will to please“, also den Willen zu gefallen. Dies alles setzte eine starke Bindungsfähigkeit zu seinem Herrn voraus.
Die ersten „St.-John’s-Hunde“ kamen in die britische Handelsmetropole Poole, als Anfang des 19. Jahrhunderts der Kabeljauhandel zwischen Neufundland und Großbritannien blühte. Sie gelten als die Zuchtbasis aller Retriever-Rassen. Schnell erlangten die eifrigen Vierbeiner in Adelshäusern große Beliebtheit als Jagdhunde. Vermutlich wurden später noch andere Jagdhunde, Mastiffs und Barbets eingekreuzt, um die Jagd- und Retrievereigenschaften weiter zu fördern, die schwarze Fellfarbe zu festigen und mehr Substanz zu erhalten. Anfangs züchtete man nur mit schwarzen Hunden. Gelbe Welpen galten zunächst als untypisch und wurden getötet. Allmählich fanden aber sowohl die gelben als auch die schokoladenbraunen Hunde ihre Liebhaber.

Vorsicht bei „Modefarben“!

Wie bei Modetrends häufig üblich, wurde inzwischen das Spektrum der Fellfarben erweitert. Und so gibt es heute auch silber-, charcoal- und champagnerfarbene Labradors. Alle drei Farben sind jedoch nicht offiziell von der FCI anerkannt. Sie gelten als Aufhellung der drei Standardfarben. Hierfür ist ein Gendefekt, das sogenannte Dilute-Gen (Verdünnungsgen), verantwortlich. Bezüglich der Fellstruktur gibt es Unterschiede. So haben gelbe Labis ein etwas weicheres Fell als schwarze. Außerdem haaren die hellen Hunde deutlich mehr als die Dunklen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2019

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