Start Hund Haltung Ein Welpe zieht ein: Herz, Hirn, Hundeflüsterer

Ein Welpe zieht ein: Herz, Hirn, Hundeflüsterer

Wenn die Entscheidung gefallen ist, dass demnächst ein Welpe den Haushalt bereichern wird, herrscht zunächst Ausnahmezustand. Die engagierte Familie bereitet sich natürlich bestens darauf vor, sammelt Informationen, googlet sich durchs Netz, tauscht sich mit Freunden und Bekannten aus und bringt ihr Wissen dank umfangreicher Fachlektüre auf den neusten Stand. So weit so gut. Mit den ersten tapsigen Schritten des Welpen in seiner neuen Familie, wird selbige sofort auf eine harte Probe gestellt. Der Welpe weiß natürlich nichts von all den guten Tipps aus Büchern, von Hundeflüsterern und Freunden der Familie und springt völlig selbstverständlich auf die Couch und den Wohnzimmertisch, um sein neues Zuhause ausgiebig zu erkunden.

Erste Signale ausbrechender Dominanz
Dem bis jetzt noch verzückten Hundehalter stockt der Atem – klare Anzeichen nicht zu unterschätzender Dominanz! Die erkennt man fix, lief schließlich gerade im TV. Wie darauf reagieren? Der Kleine wirkt zwar nicht so, als würde er ab sofort die Welt beherrschen wollen, aber wenn ein Hundeflüsterer mit eigener Show sagt, dass dies die ersten Anzeichen eines Machtrausches sind, muss man doch handeln, oder? Soll man dem 9-Wochen-Zwerg nun tatsächlich schon in erzwungener Seitenlage zeigen, wer hier der Chef ist?  Oder lieber gleich die praktischerweise im Onlineshop des Flüstermannes erhältliche Anti-Dominanz-Leine mit Endlos-Würge-Funktion ordern? Natürlich nicht. Stattdessen lieber auf Bauchgefühl und Hausverstand hören. Dazu gehört sicher nicht, den Welpen innerhalb der ersten drei Tage gleich seines typischen Welpen-Entdeckergeistes zu berauben. Bevor er gehorchen kann, sollte er erst mal die Gelegenheit bekommen, Vertrauen zu seinen Menschen aufzubauen. Seine neue Familie kennenzulernen, sein neues Umfeld zu erkunden. Seien Sie ganz beruhigt, Sie können nichts falsch machen. Der Einzige dem Sie Rechenschaft schuldig sind, ist Ihr Welpe. Und das Beste – er muss noch nicht stubenrein sein. Man kennt es sonst nur von Mutter-Kind-Gruppen. Der Leistungsdruck, den sich junge Eltern selbst auferlegen. Der kleine Jonas macht seit der Entlassung aus dem Krankenhaus praktisch nicht mehr in die Windeln. Tatsächlich aber geht die Mutter am Zahnfleisch daher, weil Jonas Nacht für Nacht kein Auge zumacht. Macht nichts, kann ja keiner überprüfen wies Zuhause wirklich aussieht. Egal also ob Ihr Welpe Jonas oder Jackson heißt, wenn er in den ersten Wochen nicht stubenrein wird, ist er deshalb noch kein Fall für den Problemhundetrainer. Lassen Sie ihn ankommen und gewähren Sie sich ausreichend Zeit, um sich auf die neue Situation und Ihren neuen vierbeinigen Partner zu gewöhnen.

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Beziehung – etwas mehr als nur Dosen öffnen
Das einzige woran Sie von Beginn an arbeiten sollten, ist die Beziehung zu Ihrem Hund. Klar, Ihr Hund merkt irgendwann schon von selbst, dass Sie seine Nahrungsbeschaffung übernehmen. Eine gute Mensch-Hund-Beziehung bedeutet aber viel mehr, als nur die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Damit ein Welpe zuverlässig auf Zurufen kommt, müssen Sie ihm beweisen, dass es sich für ihn lohnt zu Ihnen zu kommen. Und Ihre Konkurrenz ist hart! Welpenkumpels, allerhand spannende Gerüche und Spuren. Außerdem legen Sie so einen guten Grundstein für seine spätere Ausbildung. Doch bis dahin ist es vor allem für Sie noch ein langer Weg. Denn eines ist klar, alleine Sie sind für seine Entwicklung in Hinblick auf Persönlichkeit, Wesen und Gehorsam verantwortlich. Mit viel Liebe, Geduld und Konsequenz wird aus jedem Hund, Ihr Traumhund. Ganz ohne Hundeflüsterer, versprochen!

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