Start Aktuelle Ausgabe Früh übt sich… jagdliche Welpenprägung

Früh übt sich… jagdliche Welpenprägung

In der Regel hat die jagdliche Prägung eines Jagdgebrauchshundewelpen schon beim Züchter begonnen. Nach Übernahme des Welpen liegt es an Ihnen, diese optimal mit Geduld und viel Einfühlungsvermögen fortzuführen.

Sobald sich Ihr Welpe bei Ihnen eingewöhnt hat, beginnen Sie spielerisch ohne Härte und
Drill, seine jagdlichen Anlagen weiter zu fördern. Der Spaß soll dabei für den Junghund stets im Vordergrund stehen, denn nur dann wird er aufmerksam mitarbeiten und Interesse an Neuem zeigen. Idealerweise hat der Züchter die Welpen bereits an Wildteile wie Reh- und Hasenläufe, Sauschwarten oder auch ganze Wildkörper gewöhnt. Führen Sie dies unbedingt fort, indem Sie Ihren jungen Vierbeiner gleich an Ihren Jagderfolgen teilhaben lassen.

Nehmen Sie Ihren Welpen von Anfang an für kürzere Gänge mit ins Revier. Lassen Sie ihn sofort an geschossenem Wild schnuppern und loben Sie ihn ausgiebig, wenn er sich wie gewünscht verhält. Zeigen Sie ihm Anschüsse bzw. Schweißfährten und bestärken Sie den Kleinen gleich darin, wenn er sich interessiert gibt. Einige, unbemerkt vom Hund, in den Schweiß gelegte Leckerli können das Interesse ihres Vierbeiners noch vergrößern. Dadurch lernt er bereits spielerisch den Geruch des Schweißes aufzunehmen. Deutet Ihr Hund eine Witterung in der Umgebung an, loben Sie ihn sofort. Bekräftigen Sie das Anzeigen und Aufnehmen einer Fährte durch Ihre Begeisterung und das Kommando „Such Voran“.

Erste Runden im Revier

Nutzen Sie, solange es geht, den kindlichen Folgetrieb Ihres Vierbeiners aus. Lassen Sie den Kleinen im Wald frei laufen und seine Umgebung selbst erkunden. Wenn Sie sich dann ab und zu kurz verstecken, trainieren Sie ebenfalls die Nasenleistung Ihres Hundes, denn er soll lernen, alleine auf Ihrer Spur zu Ihnen zurückzufinden. Gerade bei Stöberhunden sind später eine gute Orientierung, sowie ein selbständiges Arbeiten wichtig, weshalb schon eine entsprechende Frühförderung ratsam ist. Vertrauen Sie Ihrem Welpen und geben Sie ihm Zeit, Dinge auf eigene Faust zu erkunden. Vermitteln Sie ihm die Sicherheit, dass Sie genau dort auf ihn warten, wo er sich von Ihnen entfernt hat, beziehungsweise, dass er Sie nach kurzer Zeit auf Ihrer Spur wieder findet. Dieses Versteckspiel sollten Sie allerdings nicht zu oft durchführen. Entfernen Sie sich zudem nicht zu weit, sonst trennt sich Ihr Hund möglicherweise bald gar nicht mehr von Ihnen, da er Sie auch nicht verlieren möchte.

Frühzeitige Gewöhnung an zukünftige Aufgaben

Gewöhnen Sie Ihren Welpen außerdem frühzeitig an diverse Pfiffe auf der Hundepfeife, indem Sie diese sofort einsetzen, wenn der Vierbeiner zunächst eher zufällig kommt oder andere gewünschte Handlungen zeigt. Auch ein entsprechender Pfiff unmittelbar vor der Fütterung hat einen guten Lerneffekt, denn damit verbindet der Welpe das Herkommen gleich mit etwas Positivem.

Zur weiteren Schulung der Nasenleistung, eignen sich kurze Leckerlifährten oder Schleppen mit stark duftendem Pansen, anderen Wildinnereien oder einer Sauschwarte. Auch Hasenbalg und -pfote, Entenschwinge, Rehlauf und Fuchslunte sollten vorkommen, damit der Vierbeiner schon früh lernt, zwischen den diversen Wildwitterungen zu unterscheiden. Bieten Sie ihm außerdem von Anfang an Verleitfährten an. Motivieren Sie Ihren Jungspund auch hier stets mit viel Lob und am Ende mit einem besonders guten Leckerbissen. Belohnen Sie nie mit dem Schleppmaterial selbst, sonst kann sich Ihr Hund leicht zum Anschneider entwickeln. Handtellergroße Schleppstücke reichen im Übrigen vollkommen aus.

Um die Basis für spätere Bringtreue zu legen, loben Sie Ihren Welpen ausgiebig, sobald er Dinge aufnimmt und trägt. Tauschen Sie seine Beute dann mit Hilfe eines Futterbröckchens. Verwenden Sie für den Einstieg kleine, leichte Welpendummys, die es im Fachhandel in ganz unterschiedlichen Ausführungen gibt. Während des Zahnwechsels muss eine Apportierpause eingelegt werden, damit der Junghund das Tragen des Dummys aufgrund von Zahnschmerzen nicht negativ verknüpft. Streuen Sie auch immer wieder Ruheübungen ein, aus denen sich dann die Standruhe entwickelt. Das Kommando „Bleib“ und ein entsprechendes Sichtzeichen, spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch ein eigens markierter Bereich z.B. ein abgelegter Rucksack, in dessen Umkreis der Welpe verharren soll, ist nützlich. Bleiben Sie selbst auf Spaziergängen immer wieder stehen oder setzen Sie sich kurz auf einen Baumstamm. So wird der Welpe automatisch zu einer Pause angehalten, in der Sie ihn auch nicht weiter beachten.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 05/2020

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