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Getreide – so schlecht wie sein Ruf?

Es gibt mittlerweile ein umfassendes Angebot an Fertigfutter und unendlich viele Meinungen, welche Fütterungsmethode wohl die artgerechteste und beste für unsere Lieblinge ist. Kaum ein Thema wird dabei so kontrovers diskutiert wie die Frage, ob Getreide im Hundefutter gut oder schlecht sei.

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Wie wir Menschen, ist auch der Hund ein Allesfresser, was er von seinem Vorfahren, dem Wolf, geerbt hat. Dieser ernährt sich in erster Linie von kleinen Beutetieren, die er komplett frisst. Außerdem nimmt der Wolf pflanzliche Kost in Form von Kräutern, Früchten, Gräsern und Wurzeln auf. Das komplette Beutetier ist also Lieferant für alle notwendigen Nährstoffe.

Welche Stoffe sind in der Hundeernährung wichtig?

Vitamine sind ganz essentielle Wirkstoffe, die der Organismus unbedingt benötigt. Sie sind verantwortlich für Wachstum, Regeneration, Funktion der Sinnesorgane und vieles mehr.

Mineralstoffe und Spurenelemente wie z.B. Calcium, Phosphor, Natrium oder Magnesium können vom Hund selbst nicht gebildet werden, sind aber lebensnotwendig und müssen somit in der richtigen Menge über die Ernährung zugeführt werden. Erstere müssen als Baustoff der Körpersubstanz vorhanden sein, zweitere sind für viele lebenswichtige Steuerungsvorgänge im Körper zuständig.

Proteine (Eiweiße) sind wichtige Bauelemente von tierischem Gewebe und Körperflüssigkeiten und dazu da, Körpergewebe aufzubauen und zu stärken. Fleisch ist dabei der wichtigste Eiweißträger.

Auch Kohlenhydrate spielen in der hündischen Ernährung eine wichtige Rolle. Sie werden zur Energiegewinnung, zur Regelung der Darmmotorik und zum Zellaufbau benötigt. Hauptlieferanten sind dabei unter anderem Getreide und Kartoffeln.

Da Hunde allerdings nicht sehr viel an Kohlenhydrate brauchen, lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe der diversen Fertigfutterangebote.

Wie erkenne ich hochwertiges Fertigfutter?

Betrachtet man die handelsüblichen Fertigfutterprodukte, wird man feststellen, dass einige der Erzeugnisse überwiegend aus Getreide bestehen (teils bis 80 %) und viel zu wenig aus Fleisch. Gerade das Thema Futtermittelallergien hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen, viele Hundehalter gehen davon aus, dass dies in Zusammenhang mit getreidelastigen Futterprodukten steht. Futtermittelallergien führen zu Symptomen wie Juckreiz, Entzündungen, Hautrötungen bis zu chronischen Magendarmerkrankungen.

Getreide
Foto: www.istockphoto.com

Sollte man jetzt ganz auf Getreide im Futter verzichten?

Nein, denn Getreide ist an sich gesund. Es enthält wichtige Mineralien, Vitamine und Eiweiße, wirkt sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt aus und ist zudem ein wichtiger Energiespender.
Die erwähnten Allergien entstehen hauptsächlich aus einem Zuviel an Getreide, auf eventuell im Futter enthaltene chemische Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Antioxidantien und Ähnliches oder auf eine allergische Reaktion auf die im Getreide enthaltenen Gluten.
Hat man nun einen Hund, der bereits eine Allergie hat oder man aus Überzeugung getreidefrei füttern möchte, sollte man sich Gedanken zu einer Alternative machen, die ein ähnlich guter Energielieferant ist. Hersteller von hochwertigem Fertigfutter bieten beispielsweise Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen oder auch Pseudogetreide wie Hirse, Amaranth, Quinoa, Reis oder Buchweizen als gesunde Alternative.

Problemverhalten ist oft durch falsche Ernährung bedingt!

Das Verhalten unserer Hunde ist natürlich durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst, nicht selten spielt aber auch die Ernährung eine große Rolle. Fehlernährung führt also nicht nur zu gesundheitlichen Problemen, sondern auch zu Verhaltensauffälligkeiten.

Warum das so ist, wollen wir uns genauer anschauen: Serotonin ist der „Glücksbotenstoff“, der im Körper die Stimmungslage, das Schmerz- und Reizbarkeitsniveau und den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Es wirkt wie eine natürliche Droge im Hirn, die unseren Hund ausgeglichener und zufriedener macht. Ein Serotonin-Mangel im Körper kann zur Entstehung von Aggressionen, impulsiven Reaktionen, unsozialem Verhalten, Hyperaktivität, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, erhöhter Stressanfälligkeit oder Ängstlichkeit beitragen. Serotonin wird im Gehirn hergestellt. Der wichtigste Baustein dafür ist die essentielle Aminosäure Tryptophan. Diese essentiellen Aminosäuren kann der Körper nicht selbst herstellen, sie müssen also über die Nahrung zugeführt werden. Mais beispielsweise ist außergewöhnlich arm an Tryptophan. Besteht ein Futter nun zu einem großen Teil aus Mais, ist es nicht verwunderlich, dass es durch das ungünstige Tryptophan-Tyrosin Verhältnis (Tyrosin ist der Gegenspieler zum Tryptophan) zu Problemen kommen kann.

Eiweißhaltige Nahrungsmittel enthalten viel Tryptophan. Kohlenhydrate hingegen enthalten den Gegenspieler Tyrosin. Beide konkurrieren an der Blut-Hirn-Schranke mit weiteren Eiweißbausteinen um Einlass.

Und hier kommt es zu einem Paradoxon: Obwohl eiweißhaltige Nahrungsmittel mehr Tryptophan enthalten, begünstigen kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel dessen Aufnahme in das Gehirn. Bei der Verdauung von Kohlenhydraten wird nämlich von der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin produziert, welches alle Eiweißbausteine außer Tryptophan von der Blut-Hirn-Schranke zu den Muskeln abzieht. Somit bleibt der Serotoninvorläufer Tryptophan fast konkurrenzlos zurück und der Zugang zum Gehirn ist nun einfacher. Dort wird es dann zu Serotonin umgewandelt und führt zu mehr Wohlbefinden und Ausgeglichenheit – gute Voraussetzungen für die Gesundheit!

Tipp

Bestimmt macht es Sinn, einen Tierarzt oder spezialisierten Trainer aufzusuchen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas mit der Ernährung des Hundes nicht in Ordnung ist, um sich beraten zu lassen. Das Wichtigste ist, sich erst einmal mit den Deklarationen der diversen Fertigfutterprodukte auseinanderzusetzen und sich in Folge für ein hochwertiges Futter zu entscheiden.

Der Fachhandel bietet ein breites Angebot an sehr hochwertigem Fertigfutter, das sich nach den neuesten Erkenntnissen orientiert und Ihrem vierbeinigen Liebling somit die ausgewogene Ernährung bietet, die er für ein gesundes Leben benötigt.

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 01/2014 erschienen.

Hier schreibt die Your Dog-Redaktion. Mal er, mal sie, mal gar keiner. Ach und kauft unser Heft! Danke.

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