Start Highlight Großdemo – Tierschützer gemeinsam für ein Ende der unhaltbaren Zustände

Großdemo – Tierschützer gemeinsam für ein Ende der unhaltbaren Zustände

Nach den skandalösen Einblicken in das Hamburger Tierlabor LPT, welches pharmazeutische und toxikologische Untersuchungen im Vorfeld von Arzneimittelzulassungen durchführt, organisieren Tierschützer nun für Samstag, den 16.11., die zweite Großdemo. Auch österreichische Aktivisten bleiben nicht untätig und organisieren Fahrtengemeinschaften, um direkt in Hamburg vor den Toren des Labors gegen die katastrophalen Zustände zu demonstrieren.

Was ist passiert?

Ein Aktivist hatte mehrere Monate verdeckt im Labor LPT gearbeitet und Aufnahmen von den teils unvorstellbaren Zuständen gemacht, wie die beiden Gruppen Soko Tierschutz und Cruelty Free International mitteilten. Demnach sollen Hunde nach Versuchen mit giftigen Substanzen nicht angemessen versorgt werden. Manche seien sogar blutend in ihren Käfigen gesessen. Außerdem würden Affen in viel zu kleinen Käfigen und ohne den vorgeschriebenen Spielzeugen gehalten werden. In ihrer Mitteilung schrieb die Soko Tierschutz außerdem: „ein Mitarbeiter schlug einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante“.

Das Video vom VGT dazu (Warnung: das Video enthält verstörende Aufnahmen!)

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Dieser Beagle sitzt unversorgt nach Versuchen in seinem Zwinger.

Behörde in der Kritik

Das Labor steht immer wieder in der Kritik der Tierschützer. Schon 1981 haben Aktivisten 48 Beagles befreit. Doch auch die zuständige Behörde, das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), welches die Erlaubnis für Versuche mit Tieren erteilt, steht in der Kritik. Solche Zustände würden sich durch engmaschigere Kontrollen verhindern lassen. Gleichzeitig versucht der Kreissprecher Bernhard Frosdorfer zu relativieren, bei früheren Kontrollen seien solche Verstöße nicht registriert worden. Man werde das Labor nun jedenfalls erneut kontrollieren, um den Hinweisen auf Tierquälerei nachzugehen.

In Deutschland werde Tierschutzrecht nicht umgesetzt

Friedrich Mülln, Leiter der Soko Tierschutz , erklärte LPT teste im Auftrag von Pharma- und Chemieherstellern chemische Stoffe an den Tieren. Der Gesetzgeber schreibe solche Tests vor. In staatlichen Laboren müssten solche Tierversuchsreihen aber genehmigt werden. In kommerziellen Labors wie LPT würden sie nur angezeigt.

„Die angeblichen Sicherheitstests bringen keine Sicherheit für den Menschen und Tieren nur einen grausamen Tod“, sagte Mülln. Außerdem erinnerte er daran, dass ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland laufe, weil Tierschutzrecht in Deutschland nicht umgesetzt werde. Die Soko Tierschutz hat wegen der Missstände in Mienenbüttel Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Stade erstattet, sagte Mülln.

Wenn auch Sie an der Großdemo am 16.11.2020 vor Ort in Hamburg teilnehmen und Fahrtengemeinschaften bilden möchten, so finden Sie in der Facebookgruppe „Aus Österreich zur Großdemo nach Hamburg: LPT Labor schließen!“ Ansprechpartner.
Sollten Sie keinen Facebookaccount haben, können Sie sich direkt an Frau Mag. Elke Meisl wenden.

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