Start Highlight Haut & Haar – wenn es juckt und brennt

Haut & Haar – wenn es juckt und brennt

Auch unsere Hunde leiden immer häufiger an Juckreiz, Rötungen der Haut, Schuppen, Krusten, Entzündungen der Ohren, Analbeutelerkrankungen, Pfoten-Entzündungen und vielen anderen Haut- und Fellveränderungen. Diese Symptome können zahlreiche, unterschiedlichste Ursachen haben und gehören immer beim Tierarzt abgeklärt.

(C) Dr. Claudia Kreil-Ouschan, Deutscher Schäferhund mit Autoimmunerkrankung

So können Parasiten, eine Infektion mit Pilzen und/oder Bakterien, Allergie(n), Stoffwechselstörungen, eine Autoimmunerkrankung oder auch ein Tumor diese Hautläsionen verursachen. Die häufigsten Erkrankungen bei Hunden sind aber die Allergien. So können Hunde auf Flöhe (Flohspeichel; Flohspeichelallergie), Nahrungsbestandteile und/oder auf Umweltallergene (Atopie) überempfindlich reagieren.

Flöhe sind die häufigste Ursache für Juckreiz bei Hunden. Entwickelt der Hund eine Allergie gegen Flohspeichel, kann ein einziger winziger Floh eine verheerende Hautreaktion hervorrufen. Betroffene Hunde zeigen vor allem im Bereich des hinteren Körperteils Hautveränderungen (kahle, haarlose Hautstellen mit geröteter Haut, Abb. 1) und können sich sogar blutig kratzen. Zur Prophylaxe sollte eine effiziente Floh-Behandlung regelmäßig durchgeführt werden.

Futtermittelallergien

Nahrungsmittelbestandteile, wie zum Beispiel Rindfleisch, Milchprodukte, Getreide, Hühnerfleisch, Soja, Eier, … können eine Futtermittelallergie auslösen. Um diese diagnostizieren zu können, stellt eine ausgewogene Ausschlussdiät mit anschließender Provokation die beste Methode dar. Da diese Patienten eine angeborene Neigung zu allergischen Reaktionen haben, sind oft mehrere Nahrungsbestandteile betroffen. Daher stellen Diäten mit geringer Allergenität, sogenannte Hydrolysate, eine optimale Ernährung dar, um das Risiko einer Ausbildung von weiteren Allergien möglichst gering zu halten. Wenn die Symptome (Juckreiz, gerötete Haut, vermehrtes Haaren, immer wiederkehrende Ohrenentzündungen, Magen-Darm-Symptome wie Blähungen, Durchfall, …) daraufhin verschwinden, war definitiv ein Bestandteil der Nahrung die Ursache. Im Anschluss daran kann das ursprüngliche Nahrungsmittel wieder ausprobiert werden. Ein Wiederauftreten der Symptomatik beweist dann endgültig das Vorliegen einer Futtermittelallergie. Die Vermeidung der auslösenden Bestandteile (Allergene) ist in Zukunft die Langzeit-Therapie der Wahl.
Bei einer Umweltallergie (Atopie) reagiert der Körper überschießend auf Allergene aus der Umwelt, zum Beispiel auf Hausstaub- und Futtermittelmilben, Schimmelpilze, Pollen von Gräsern, Kräutern und Bäumen, etc. Hunde mit einer Atopischen Dermatitis zeigen zu Beginn Juckreiz (Kratzen, Beißen, Schlecken, …), gerötete Ohren, gerötete Haut und vermehrten Haarausfall mit kahlen Stellen im Fell (Abb.2). Bei der Diagnose hilft ein Allergietest die auslösenden Allergene herauszufinden: man kann eine Blut-Untersuchung auf spezielle Umgebungsallergene mittels Bestimmung von Immunglobulin E (IgE) oder einen Intrakutantest durchführen lassen. Beim Intrakutantest wird eine winzige Menge definiertes Testallergen (z.B. Hausstaubmilbe) mittels einer Nadel in die Haut gespritzt. Daraufhin entsteht eine Quaddel. Die Rötung und/oder Schwellung der Haut um die Applikationsstelle zeigt die Reaktion.

Die Therapie besteht primär aus einer Allergenvermeidung. Eine Allergie ist nicht heilbar, sondern nur kontrollierbar! Somit ist immer eine lebenslange Therapie notwendig. Sehr gute Erfolge versprechen allergenspezifische Immuntherapien (ASIT), im Volksmund Desensibilisierung genannt. Bei dieser Behandlungsform werden die allergieauslösenden Allergene in steigenden Mengen dem Tier gespritzt, damit sich das Immunsystem langsam daran gewöhnen kann und nicht mehr überempfindlich reagiert.
Ektoparasiten sind Parasiten, die äußerlich auf oder in den oberen Hautschichten leben. Dazu gehören Demodexmilben (Abb. 3), Sarkoptesmilben, Cheyletiellen, Ohrräude-Milben und Läuse/Haarlinge. Diese parasitären Erkrankungen können ein unterschiedliches klinisches Bild zeigen. Haarproben sowie Hautgeschabsel zur Auffindung der Parasiten werden in der Praxis entnommen. Die Therapie erfolgt jeweils über ein Antiparasitikum, welches lang genug gegeben werden muss. Eine vorbeugende Behandlung mit einem Präparat (Spot On, Tablette) hilft gegen einen Befall mit Flöhen/Zecken/Milben.
Bakterien können bei vielen Hauterkrankungen eine Rolle spielen. So können diese für sich alleine Hautveränderungen machen oder sie können ein anderes Krankheitsbild (z.B. Allergie, Parasitenbefall) verschlimmern. Hunde mit einer bakteriellen Infektion der Haut zeigen Pusteln, Krusten, Schuppen, haarlose Stellen (Abb.4). Auch das Ohr kann von einer Infektion mit Bakterien betroffen sein. Die Behandlung besteht vor allem aus einer lokalen Therapie (Shampoo, Spray und/oder Schaum-Behandlung bzw. Ohrentropfen). Bei tiefen Infektionen ist auch die Therapie mit einem Antibiotikum notwendig.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2017

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