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Hundeleben mit Behinderung

Die Geschichte von Maui ist die Geschichte eines kleinen Kämpfers, der trotz allem Leid seine Lebensfreude und die Freundlichkeit Menschen gegenüber nie verloren hat.

Erste Begegnung

Maui kam im Mai 2013 über den Verein Windhunde in Not zu uns. Er war als Welpe so brutal geschlagen worden, dass seine Hinterbeine mehrere Brüche aufwiesen. Tierärzte vor Ort operierten ihn. Beide Beine wurden mit Nägeln fixiert. Es folgten Knochenentzündungen. Die Nägel wurden entfernt, die kaputten Beinchen blieben steif. Als wir von seinem Schicksal erfuhren, befand er sich in einem Tierheim in Südspanien. Nach einigen Überlegungen wurde der Flug organisiert und so standen wir eines Nachts am Flughafen Wien und warteten auf unseren neuen Mitbewohner. Das, was aus der Transportbox kam, war schmutzig und stank. Doch Maui war so unwahrscheinlich fröhlich und wedelte sich förmlich in unser Leben.

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Röntgenbild nach der 1. Operation


Maui entwickelt sich prächtig

Maui war vom ersten Moment an bei uns zu Hause und auch die Vergesellschaftung mit Podenco Alonso und Chihuahua Tequila klappte hervorragend. Nach kurzer Eingewöhnung folgte der erste Tierarztbesuch. Zu dieser Zeit ging Maui nur auf drei Beinen. Die Wirbelsäule im hinteren Bereich war stark gekrümmt, die Muskulatur sehr schwach. Röntgenbilder wurden gemacht und von Amputation eines Beinchens war die Rede. Ein Bruch war nicht verheilt, es hatte sich ein sogenanntes Pseudogelenk gebildet. Maui erhielt entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten, die er bis heute täglich einnehmen muss. Auf einer Messe haben wir Kontakt mit dem Verein „Behinderter Hund – na und“ aufgenommen und uns über die Möglichkeiten und Kosten eines Rollis und unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten erkundigt. Eineinhalb Jahre sind seit daher vergangen. Der Rolli ist derzeit in weiter Ferne. Maui verwendet beide Hinterbeine zum Laufen, der Rücken beinahe gerade. Trotz seiner Behinderung liebt er viel Bewegung. Er ist ein wahrer Ball-Junkie und läuft gerne neben dem Fahrrad her. Kein Liegeplatz ist für ihn unerreichbar. Er zieht sich mit den Vorderbeinen hoch. Sein größter Spaß ist es unseren Podenco auszutricksen und ihm den besten Schlafplatz vor der Nase wegzuschnappen. Maui ist immer fröhlich und geht mit Freude auf Menschen zu.

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Sitzen funktioniert ganz gut


Das Leben mit Maui

Im Grunde ist das Leben mit Maui nicht anders als mit einem gesunden Hund. Wichtig sind die regelmäßigen Besuche beim Tierarzt und die Einnahme seiner Medikamente. Wenn Maui aufgeregt ist, verliert er manchmal Urin. Das passiert durch die geschädigten Nerven im Bereich des Beckens. Man lernt, damit zu leben. Auf glatten Böden hat Maui kaum Halt und auch bei längeren Spaziergängen oder beim Laufen muss er Hundeschuhe tragen. Über Stufen wird er getragen. Mancher Hundebesitzer versteht nicht, dass Maui es nicht mag, wenn fremde Hunde auf ihn zustürmen oder dass er mit temperamentvollen Hunden nicht spielen will. Manchmal ist die Reaktion ähnlich wie bei behinderten Menschen. Es wird gestarrt, getuschelt. Maui ist das egal – uns auch! Es gibt aber auch bewundernde und begeisterte Blicke! Ein behinderter Hund bedeutet mehr Arbeit, mehr Zeit, mehr Geld, doch auch verdammt viel Freude. Wer einen solchen Hund zu sich nimmt, der muss vor allem mit der Behinderung zurechtkommen. Der Hund kann das gut. Ständiges Mitleid und übertriebenes Umsorgen helfen ihm nicht! Die Gegebenheiten müssen allen entgegenkommen. Ein Rolli-Hund mit 30 Kilogramm im vierten Stock ohne Lift hieße wenig Lebensqualität für alle Beteiligten. Medikamente, Operationen, Hilfsmittel sind oft notwendig. Das kostet Nerven und Geld. Im Fall von Maui war die Entscheidung für einen behinderten Hund in jedem Fall richtig, das beweist er uns jeden Tag aufs Neue! Der Name Maui stammt übrigens vom Halbgott der Maori Neuseelands. Er wurde für seine spektakulären Heldentaten und die ihm eigene Raffinesse bewundert.

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