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IACP Konferenz 2014

Die IACP (International Association of Canine Professionals) Konferenz, heuer in Alexandria, Virginia, ist eine Konferenz für Hundetrainer, Hundefrisöre, Tierärzte, Tierheimmitarbeiter, Hundesitter und für jeden der mit Hunden zu tun hat. Einmal jährlich treffen sich viele „Hundespezialisten“ und lernen voneinander. Das Programm war vollgepackt mit interessanten und informativen Vorträgen.

Fachkundige Vorträge für das Expertenpublikum

Mittwochabend begann die Eröffnung mit einer Rede von Bruder Christopher, ein Mönch vom Kloster New Skete. Das Kloster züchtet erfolgreich Deutsche Schäferhunde und bietet auch Hundetraining sowie Seminare an. Es war sehr interessant den spirituellen Blick von einem Mönch zum Thema Hundetraining zu hören. Ein respektvoller Umgang ist immer die Grundlage und das betrifft nicht nur den Umgang verschiedener Trainingstechniken sondern auch den Umgang mit anderen Trainern und Hundebesitzern. Ein schöner Start für die bevorstehende Konferenz.

Die nächsten drei Tage waren voll mit Vorträgen und Workshops. Tag eins startete mit einem Vortrag von Sean O’Shea und Jeff Gellman. Beide haben den Workshop „Train the Trainers“ ins Leben gerufen, der speziell für Hundetrainer entwickelt wurde. In dem 5tägigen Workshop werden Themen besprochen, die die Geschäftswelt der Hundebranche zeigt, sowie auch die verschiedenen Trainingsmethoden. Vorort wird nach dem praktischen Wissen auch mit den verschiedensten Hunden trainiert, was den Trainern ermöglicht den einen oder anderen Tipp zu geben.

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(c) Kathrin Jüngling

Weiter ging es mit Basiswissen zum Thema Chiropraktik und Akkupunktur von Dr. Allison Faber. Die Tierärztin hat sich neben der üblichen „westlichen“ Tiermedizin auch mit Alternativ Medizin wie zum Beispiel der Chinesischen Medizin beschäftigt. Durch die Chinesische Medizin sollen die Selbstheilungskräfte aktiviert werden und die Tiere somit im Heilungsprozess unterstützen. Durch die Anwendung von Chiropraktik und Akkupunktur konnte Dr. Faber bereits unzähligen Tieren helfen, vor allem im Bereich Allergien und Hauptprobleme wurden große Erfolge erzielt.

Der Workshop „Start Dancing with your Dog“ von Cyndy Douan war sehr erfrischend und für viele Hunde und Halter sehr lustig. Der Freestyle Tanz ist für Hund und Besitzer eine schöne Möglichkeit gemeinsam Spaß zu haben und dem Stress zu entweichen. Wichtig dabei ist die passende Musik für den eigenen Hund zu finden. Cyndy Douan arbeitet in Ihren Kursen gemeinsam mit einer Choreografin um für Ihre Teilnehmer die passende Musik zu finden.

Den Abschluss dieses Tages machte Gary Wilkes zum Thema Klicker Training. Gary Wilkes entwickelte zwischen 1987 und 1992 ein Klickertraining für Hunde und stellte diese 1992 der Welt vor. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er bereits mehr als 1000 Hunde mit dem Klicker trainiert. Nach nunmehr 20 Jahren Erfahrung, zeigt er in seinen Seminaren, dass es noch viel mehr Möglichkeiten gibt, als traditionell mit Futter zu trainieren und arbeitet weiterhin sehr erfolgreich mit dem Klicker.

Abends gab es immer die Möglichkeit sich mit anderen Hundetrainern auszutauschen und die gehörten Themen zu diskutieren, was natürlich eine sehr gute Gelegenheit war noch mehr zu erfahren und zu lernen.

Breit gestreutes Themenspektrum

Tag zwei startete mit Monica Davis und der richtigen Hundepflege und den besten Techniken, die man verwenden kann zur einfachen Handhabung. Immer wieder ist man überfordert mit der richtigen Fellpflege, doch ein sehr guter Hundefrisör weiß welche Bürste für das Fell welches Hundes am besten geeignet ist. Wichtig ist auch die korrekte Handhabung beim Krallen schneiden. Viel zu oft werden die Krallen bei unvorsichtiger Anwendung verletzt. Es ist ratsam dies den Profis zu überlassen.

Weiter ging es mit einem sehr interessanten Vortrag von Heather Beck zum Thema Realität in der Rehabilitation von Hunden. Heather hat langjährige Erfahrung mit der Arbeit von Tierheimhunden. Sie ist Profi was die Rehabilitation von aggressiven Hunden betrifft und nimmt immer wieder hoffnungslose Fälle bei sich auf, die sie dann erfolgreich an neue Familien vermitteln kann. Es gibt jedoch auch die Schattenseiten und die Fälle, die nicht mehr vermittelt werden können. Heather hat sehr deutlich gezeigt, dass man leider nicht alle Hunde retten kann und wie wichtig es ist, sich das als Trainer bewusst zu machen. Ein sehr lehrreicher Vortrag.

Der nächste Vortrag von George Cockrell und die Welt des Trainings in der Gruppe, zeigte die vielen Vorteile seiner Methode. George Cockrell startete seine erst Hundetrainingsgruppe am Valentinstag 1977 und arbeitet seit dem sehr erfolgreich als Hundetrainer. Seine Trainingseinheiten in der Gruppe starten vom Welpenalter an, bis hin zum Gehorsamstraining und spezielle Klassen in der er zum Beispiel Tricktraining lehrt. Durch sein Gruppentraining hat er die Möglichkeit viele Besitzer und Ihre Hunde über Monate hinweg zu begleiten und Ihnen mit seiner Erfahrung zu helfen.

Weiter ging es mit Babette Haggerty zum Thema Zen und die Art des Hundetrainings. Durch den ganzen Stress in unserem Alltag, haben viele verlernt mit Ihrem Hund „Eins“ zu sein. Viele fokussieren nur noch darauf ihren Hund richtig zu trainieren anstatt eine Partnerschaft zu bilden und so zu einem Rudel zusammen zu wachsen. Ein Ausgeglichener Hundebesitzer hat einen ausgeglichenen Hund.

Abends gab es noch einen Vortrag von Chad Mackin und Tyler Muto zum Thema Kommunikation. Es ging hier primär nicht um die Kommunikation mit unseren Hunden sondern um die Kommunikation mit anderen Hundetrainern. Viele Hundetrainer sehen andere Trainer als Konkurrenz und oft werden Hundetrainer verurteilt und beschimpft. Beide Trainer haben für sich einen Weg gefunden mit anderen Trainern zu kommunizieren und ein respektvoller Umgang zu wählen.

(c) Kathrin Jüngling
(c) Kathrin Jüngling

Tag drei startete gleich sehr interessant zum Thema Rohes Futter. Wendy Volhard hat sehr viel Wissen weitergegeben was die Ernährung unserer Hunde betrifft. Viele Krankheiten können vermieden werden, wenn man seinen Hund richtig füttert. Doch was für den einen Hund gut ist, kann für den anderen Hund nicht ausreichend sein, vieles hängt davon ab wie aktiv der Hund ist und wieviel Protein und Fett er benötigt. Ein sehr spannendes Thema.

Der nächste Vortrag auf meinem Programm war von Kristin Morrison. Sie sprach über die innere Einstellung um seine Träume zu verwirklichen und wie wichtig es ist genaue Ziele im Leben zu haben. Ohne Plan wissen wir nicht wohin die Reise gehen soll. Der Mentale Aspekt war sehr interessant für jeden Lebensbereich.

Darauf folgte der Vortrag von Michael Ellis zum Thema Training mithilfe von Futter. Er zeigt wie nützlich man Futter im Training einsetzten kann. Sein Fokus lag jedoch nicht darin den Hund einfach mit Futter zu belohnen, sondern ihm die Möglichkeit zu geben, das Futter zu „jagen“, was für den Hund der natürlichere Weg ist. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit das Training so zu gestalten, dass der Hund seinem Trieb zu jagen nachgehen kann.

Das Highlight des Tages für mich, war der Vortrag von Janine Driver zum Thema „Du sagst mehr als du denkst“! Janine Driver ist Spezialistin was die Körpersprache betrifft und trainiert unter anderem FBI Agenten um Lügen zu erkennen. Die Körpersprache sagt so vieles aus und was für uns Menschen nicht immer gleich erkennbar ist, so wissen die Hunde auf jeden Fall ob sie uns vertrauen können.

Den Abschluss machte Martin Deeley, Gründer von IACP und langjähriger Hundeprofi, mit einem Vortrag wie alles begann. Mit 11 Jahren hat er seinen ersten Hund bekommen und trainierte ihn instinktiv ohne jegliches Wissen über Hundetraining. Heute ist Martin Deeley nicht nur international anerkannter Hundetrainer, sondern auch Autor und Kommentator.

Alles in allem war es eine sehr informative und lehrreiche Konferenz mit vielen tollen Hundetrainern und Hundeprofis, die trotz verschiedener Techniken nur das Beste für den Hund wollen.

Autor: Kathrin Jüngling

Weiterführende Links: 
IACP – International Association of Canine Professionals

 

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