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Im Portrait: der Afghanische Windhund

Die selbstbewusste Haltung und das einzigartige Haarkleid verleihen dem Afghanen einen Ausdruck von Dekadenz und Hochnäsigkeit. Dabei ist der Windhund im Hochland des Hindukusch einst als ausdauernder, zäher Jäger gezüchtet und verehrt worden, der es im Notfall sogar mit einem Schneeleoparden aufnehmen sollte.

Haselnussbraune Augen schweifen in die Ferne. Ein üppiger, blonder Schopf am Oberkopf verläuft fließend über lange Ohren und läuft in langen Fransen aus. Selbst die Schnauze ist an den Backen mit langen Haaren bedeckt. Die Bewegung vor allem im Trab ist extrem raumgreifend und federleicht. Alles lässt auf einen schnellen Sprinter schließen, lediglich das üppige Fell passt auf den ersten Blick nicht so ganz zum Bild des aerodynamischen Windhundes. Auf den zweiten Blick wird aber schnell klar, dass sich ein dichtes Fell in den rauen Weiten des Hindukusch als großer Vorteil, wenn nicht sogar überlebensnotwendig erweist. So wundert es nicht, dass es seinerzeit zwei verschiedene Typen des Windhundes in Afghanistan gab. In den Gebirgen den sogenannten Bergafghanen (Ghazni-Typ), der ein längeres Fell und einen gedrungeneren Körperbau aufwies, und in der Steppe den weniger befederten Typ (Bell-Murray-Typ). Wie genau der Afghanische Windhund entstanden ist, ist nicht restlos geklärt. Als gesichert gilt, dass es bereits vor rund 4.000 Jahren Hinweise auf windhundartige Hunde in den Gebieten des Hindukusch gab.

Unklare Entstehungsgeschichte

Eine These besagt, dass Nomadenvölker der Paschtunen langhaarige Windhunde auf ihrem Weg von Persien (Iran) nach Afghanistan mitgebracht haben sollen. Eine andere Überlieferung geht davon aus, dass der Afghanische Windhund durch Kreuzungen von Persischen Windhunden mit Afghanischen Hirtenhunden entstanden ist. Tatsache ist, dass der Afghane in seiner Heimat in höchstem Maße verehrt wurde. Und zwar so sehr, dass zum Tode verurteilt wurde, wer Afghanische Windhunde exportierte. So betrat erst Ende des 19. Jahrhunderts der erste Afghanische Windhund europäischen Boden. Ein Vertreter des Typs des Bergafghanen, genannt Zardin, soll schließlich 1912 als Vorbild für den ersten Rassestandard gedient haben. Anders als Zardin, entsprachen viele andere Afghanen, die etwas später von Major Bell Murray nach England importiert wurden, eher dem hochgewachsenen, weniger befederten Steppentyp. In den Anfängen der Afghanenzucht in England gab es noch große Uneinigkeit, welcher Typ nun dem Idealbild entsprach. Schließlich setzte sich der kompaktere, stärker behaarte Gebirgstyp durch.
In Umfragen und bei Intelligenztests sind Afghanische Windhunde meist im hinteren Feld zu finden. Dies brachte der Rasse den Ruf ein „dumm“ oder zumindest weniger intelligent als andere Rassen zu sein.

Eine freiheitsliebende, unabhängige Seele

Der Afghane ist ein Solitärjäger, ein Jagdhund also, der alleine jagt und im Angesicht des Wildes selbstständig Entscheidungen treffen muss. Von Dummheit kann bei einem Hund, der es auch mit Großwild aufnimmt, wohl keine Rede sein. Im Gegenteil. Afghanische Windhunde sind noch heute passionierte Jäger, denen auch auf weite Distanz dank ihres Sehvermögens keine Reize entgehen. Sie agieren selbstständig und unabhängig und treffen genauso selbstständig Entscheidungen. Diese Selbstständigkeit gepaart mit dem sehr starken Hetztrieb bedingt allerdings großes Verantwortungsbewusstsein seitens der Halter.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2019

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