Start Highlight Im Portrait: der Deutsche Pinscher

Im Portrait: der Deutsche Pinscher

Er zählt zu den mittelgroßen Hunderassen, doch sein Temperament sowie sein Willen würden locker in einen großen Hund passen. Der Deutsche Pinscher zählt zu den ältesten Rassen Deutschlands und galt lange Jahre als seltene Rasse. In den letzten Jahren erfreut er sich steigender Beliebtheit, ein Hund nebenher ist er aber nicht.

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Das Bewachen von Haus und Hof steckt  ihm im Blut, denn schon vor über einhundert Jahren wachte er penibel und unbestechlich über die Stallungen seiner Herren. Wo ein Deutscher Pinscher zuhause ist, kommt weder Zwei- noch Vierbeiner unbemerkt auf den Grund. Seine ausgeprägte Wachsamkeit sowie seine enorme Jagdleidenschaft treiben seinem Halter zwar manchmal den Angstschweiß auf die Stirn, doch zeichnen ihn gleichzeitig genau diese Eigenschaften aus. Pinscher-Halter sind nervenstark und wissen ihren kecken Vierbeiner zu nehmen. Wer mit quirligen, anspruchsvollen Hunden nicht umgehen kann und nicht ausreichend Durchsetzungsvermögen und Konsequenz besitzt, stößt schnell an seine Grenzen. Bereits sein Name lässt seine wahre Berufung erkennen, denn das Wort Pinscher stammt vom englischen Wort „pinch“ (zu Deutsch kneifen) ab. Gemeint ist damit die Technik, mit der die frühen Pinscher die Höfe und Stallungen ratten- und ungezieferfrei hielten.

Vom Rauhaarpinscher zur Teilung in Schnauzer und Pinscher

Die Pinscher- und Schnauzerfamilie wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts als eine große Rassefamilie geführt, ehe man 1888 den rauhaarigen Zwergpinscher (Zwergschnauzer) erstmals gemeinsam mit dem Affenpinscher in einer eigenen Gruppe präsentierte und so langsam die Trennung in Pinscher und Schnauzer vollzog. Während sich die Schnauzer rasch steigender Beliebtheit erfreuten, geriet der Deutsche Pinscher zunehmend in Vergessenheit. Wer einen großen, agilen Wachhund mit kurzem Fell wollte, entschied sich häufig für den Dobermann. Wer es dagegen handlicher mochte, wurde beim Zwergpinscher fündig.

Dabei stand der Deutsche Pinscher dem Dobermann in Leistungsbereitschaft in nichts nach. Hunde mussten zur damaligen Zeit auch leistungsfähig und wenig anspruchsvoll sein um bestehen zu können, denn Personal, das sich groß um die Versorgung der Vierbeiner kümmern konnte, gab es nicht. Das Aussehen trat erst mit der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Pinscher-Klubs (PSK) 1895 in den Vordergrund. Bis 1917 sollte es mit der Trennung der Rassen Pinscher und Schnauzer aber noch dauern. Obwohl der Deutsche Pinscher schon damals unglaublich vielseitig und als vierbeiniger Wächter von großem Nutzen war, drohte die Rasse nach den herben Verlusten im Zweiten Weltkrieg auszusterben. Dem Engagement des Hauptzuchtwarts Werner Jung ist es zu verdanken, dass die Rasse erhalten blieb. Dieser Tage hat sich der Bestand erholt und die temperamentvollen Frohnaturen finden immer mehr Fans.

Bei jeder Sportart zuhause

Ein Grund für die wachsende Beliebtheit ist sicherlich die große Vielseitigkeit des Dt. Pinschers. Ob Agility, Obedience, Turnier- oder Laufhundesport – der Deutsche Pinscher schneidet überall gut ab. Seine enorme Intelligenz, seine schnelle Auffassungsgabe sowie seine hohe Arbeitsbereitschaft machen ihn zu einem perfekten Sporthund. Diese Eigenschaften setzen aber eben auch ein sportliches Zuhause voraus, denn ohne geistige und körperliche Beschäftigung wird der Deutsche Pinscher gnadenlos zum Nervtöter, frei nach dem Motto, wer sich nicht mit ihm beschäftigen will, muss leiden. Er weiß, was er will und fordert das auch ein. Wer sich diesem Selbstbewusstsein gegenüber nicht mit liebevoller Konsequenz durchsetzen kann, ist auf verlorenem Posten. Nicht selten landen Rassevertreter aus Überforderung im Tierheim.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2016

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