Start Highlight Im Rasseportrait: der Beauceron

Im Rasseportrait: der Beauceron

Der Beauceron oder „Rotstrumpf“, wie er wegen seiner lohfarbenen Abzeichen an den Läufen auch genannt wird, ist ein äußerst vielseitiger Schäferhund. In seiner Heimat Frankreich überzeugt er auch heute noch als Diensthund bei Polizei und Zoll.

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Die Entwicklung der französischen Schäferhunde, dem langhaarigen Briard (Berger de Brie), dem rauhaarigen Picard (Berder de Picardie) und dem kurzhaarigen Beauceron (Berger de Beauce) verlief anfangs noch Hand in Hand. Erst später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, trennte man die Rassen zusehends voneinander und widmete sich verstärkt der Reinzucht der verschiedenen Schäferhundschläge. Im Jahre 1863 wurde in Paris die erste Hundeausstellung veranstaltet.  Nicht mehr als dreizehn französische Schäferhunde wurden ausgestellt, wovon die vmeisten die Vorgänger des heutigen Beauceron waren. Der Freiherr v. Stephanitz fand für den Beauceron folgende Worte: „Der eigentlich hütende und wehrende stockhaarige Schäferhund Frankreichs ist der Schäferhund der Beauce, … der auch am weitesten verbreitet und am häufigsten zu finden ist“. Wie auch in Belgien, Deutschland und Holland üblich, waren verschiedenste regionale Typen unter dem Sammelbegriff „Schäferhund“ zusammngefasst. So sollen auch die Vorfahren des Beauceron lange Zeit keinem einheitlichen Erscheinungsbild unterworfen gewesen sein. Im Gegenteil, manche waren von zotteligem Fell, andere wiesen am ganzen Körper langes, seidiges Fell auf, während sie am Kopf nur kurze Haare trugen. Erst um 1898 traten erste Schäferhunde mit gelber Unterwolle und schwarzem Deckhaar in Erscheinung. Aus der damaligen Zeit stammt auch sein Spitznahmen „Rotstrumpf“ (französisch: bas rouge). Die ersten Züchter, die mit ihren „Bas-rouge“ auf Ausstellungen Erfolge erzielen konnten waren Leroux, Leclerc, Triboulet und ein paar andere. Klares Zuchtziel war ein Schäferhund von herausstechender Schönheit und einer Leistungsfähigkeit, die locker mit dem Deutschen Schäferhund von damals mithalten konnte. Das Jahr 1896 sollte zum Schicksalsjahr für den heutigen Briard und Beauceron werden. Der Veterinär Pierre Megnin lud Züchter aus dem ganzen Land ein, um eine Kommission für die weiteren Zuchtvorhanden der nun getrennt geführten Rassen „Chien de Berger de Beauce“ und „Chien de Berger de Brie“ zu bestimmen. Erste Rassestandards wurden definiert und der kurz darauf gegründete „Club Français du Chien de Berger“ veröffentlichte eine Art Clubjournal, in dem die ersten Rassebeschreibungen und –fotos publiziert wurden.

Wie so viele Hunderassen, hatte auch der Beauceron mit den Folgen des Ersten Weltkrieges zu kämpfen. 1927 nahm sich der neue Klubleiter Theodor Dretzen der Gründung des Clubs für Beauceron (Club de Amis de Beauceron) an. Ziel der Züchter dieser Rasse war es in erster Linie einen gesunden und leistungsstarken Hund zu erhalten. In seiner Heimat Frankreich kann die Rasse dem Image des vielesitigen, beliebten Gebrauchshundes bis heute gerecht werden. Außerhalb war er lange Zeicht recht exotisch und, anders als sein langhaariger Vetter der Briard, fast gänzlich unbekannt. Hierzulande wird er auch heute noch oft als Rottweiler-Dobermannmischling verkannt. Der französische, nicht ganz so einprägsame Name leistet sein Übriges. Dabei weist der Beauceron, abgesehen von seinem Rassemerkmal auf, dass ihn unverkennbar macht: die doppelte Afterkralle.

Eleganter Landedelmann

Der Beauceron stammt von den französischen Bauernhöfen und Gutshäusern und hat seine Herkunft sowie seine damit verbundenen Aufgaben bis heute nicht vergessen. Er ist kräftiger und größer als die holländischen oder belgischen Schäferhunde aber leichter und ausdauernder als die Metzgerhunde.

Auch heute noch ist er ein vielseitiges Talent im Hundesport und gefällt als verlässlicher, imposanter Wächter von Familie, Haus und Hof.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2016

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