Start Highlight Im Rasseportrait: der Zwergspitz

Im Rasseportrait: der Zwergspitz

Der Zwergspitz oder Pomeranian ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Wesentlich kleiner als eine Katze, besitzt er das Selbstbewusstsein eines Löwen und setzt dieses zum Schutz seiner geliebten Familie auch ein. Warum der Kleinste aller Spitze wesentlich unbekannter als andere Kleinsthunde wie beispielsweise der Chihuahua ist, liegt vermutlich daran, dass er gerade als die Hundezucht in Europa einen Aufschwung erlebte, keinen allzu guten Ruf genoss. Doch das Blatt wendet sich langsam wieder. 

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Bereits um 1800 fand der Brite Sydenham Edwards nur wenig schmeichelhafte Worte für den Spitz in seiner „Cynographia Britannica“: „Der Spitz hat als Haushund wenig Wert, er ist lärmend und zanksüchtig, feige, eigensinnig, verräterisch, mürrisch und den Kindern gegenüber gefährlich. Nützliche Eigenschaften gehen ihm ab.“ Diesen beinahe feindseligen Worten konnte die ländliche Bevölkerung am europäischen Festland damals nur wenig abgewinnen, galt der Spitz immerhin als unbestechlicher Wächter von Hab und Gut. Seine Vorliebe für den höchsten Punkt am Hof, die Spitze des meist noch warmen Misthaufens, brachte ihm den Namen „Mistbeller“ ein.

Spitze eroberten  vor tausenden Jahren die Welt

Spitzartige Hunde existieren aber schon viel länger und sind seit jeher auf der ganzen Welt als Helfer des Menschen verbreitet. In China entwickelten sie sich zum Chow-Chow, in Japan entstanden aus den ersten Spitzen die heutigen Japanischen Spitze. Die europäischen Spitze, Pinscher, Schnauzer und Terrier entstanden aus den Pfahlbau- und Maglemose-Hunden. Den Seeleuten leistete sie als „Schipperke“ vorne am Boot gute Dienste und warnten sie vor Treibholz und Felsen. Das Hauptproblem der Spitze aber war, dass sie zu einer Zeit populär waren, in der es noch keine anderen „Haushunde“ gab. So waren sie die einzigen typischen Haushunde zu Zeiten, als man Hunde nicht zur Bespaßung, sondern bestimmten Zwecken hielt. Als die Hundezucht und Reinzucht immer mehr an Bedeutung gewann, verlor der Spitz allmählich an Bedeutung und man wandte sich neuen, anspruchsloseren Begleithunden zu. Auch die feinen Adelsdamen konnten die größeren Spitzarten nicht unbedingt überzeugen, denn ein „Mistbeller“ war temperamentvoll und intelligent und von ungestümem Gemüt. Heute stehen die Spitzarten Groß- und Mittelspitz auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Zu sehr ist die Zuchtbasis in den vergangenen Jahren geschrumpft und strenge Zuchtbestimmungen erleichtern den Fortbestand nicht unbedingt. Anders sollte es den kleineren Spitzen ergehen. Es war Charlotte, die Frau des britischen Königs George III., die sich 1767 ein weißes Pommerle-Pärchen aus ihrer Heimat holen ließ. Dieses Pärchen sollte den Grundstein für die Anerkennung des „Pomeranian“ in Großbritannien im Jahre 1870 legen. Queen Victoria höchstpersönlich zeichnete als Züchterin verantwortlich für die steigende Beliebtheit der Rasse, aber auch, dass sie immer kleiner wurde. Je kleiner die Exemplare, desto eher entsprachen sie ihren Vorstellungen. Gegen Anfang des 20. Jahrhunderts war der Pomeranian schließlich zum Modehund avanciert. In Übersee zählt er auch heute noch zu den führenden Hunderassen in den Beliebtheitsumfragen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2016

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