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Natürliche Parasitenvorsorge und ihre Grenzen

Grundsätzlich können Parasiten in Endo-Parasiten (im Körperinneren, Darm, Blutgefäße – Würmer) und Ekto-Parasiten (außen, auf der Haut, im Fell – Flöhe, Zecken) unterteilt werden. Je nach Parasit gibt es unterschiedlichste Behandlungsmethoden sowohl natürlicher als auch chemischer Art. Viele Hundehalter bevorzugen inzwischen die natürliche Parasitenabwehr, doch leider gibt es auch Fälle, in denen natürliche Mittel schnell an ihre Grenzen stoßen.

Zecken können einen Ausflug ins Grüne zum Albtraum werden lassen. Ihr Biss ist für
Mensch und Tier gefährlich, denn sie übertragen oftmals Krankheitserreger. Die Zecke ist ein Insekt, das bis zu einigen Millimetern groß ist und zur Klasse der Spinnentiere gehört. Sie lebt vom Blut, welches sie bei ihrem Wirten aufsaugt. Ein Weibchen kann bis zu 8-10 mm groß werden, indem sie sich mit Blut vollsaugt. Wenn sie sich vollgesogen hat, sieht sie aus wie eine graue dicke Bohne. Zecken klettern in hohem Gras oder auf Sträuchern und haften sich an Passanten. Dies kann ein Tier oder ein Mensch sein. Eine Zecke kann 3 bis 6 Jahre alt werden. Um die Fortpflanzung zu sichern, wartet die Zecke auf eine Gelegenheit sich an einen Hund, eine Katze oder anderen Wirt zu heften. Nachdem sie sich festgesaugt hat, wird sie sich innerhalb einer Woche mit Blut vollsaugen und danach wieder loslassen, um anschließend in der Umgebung ihre Eier zu legen. Die Überlebensstrategie der Insekten beinhaltet unter anderem die Ablage von bis zu 5.000 Eiern nach nur einer Begattung durch ein Männchen. Im Gegensatz zu früher, wo die Zeckensaison nur kurz dauerte, haben wir jetzt das ganze Jahr über Ärger mit verschiedenen Zeckenarten. Wichtig für Hundebesitzer, die häufig mit ihren Vierbeinern in Wäldern und anderen Naturgebieten wandern, ist die Zeckenkontrolle nach jedem Spaziergang.

Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können

Zecken beherbergen die verschiedensten Erreger und übertragen diese durch Stiche. Das kann zu schweren Krankheiten wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Babesiose führen.
In Mitteleuropa kommt am häufigsten die Ixodes Ricinus Zecke (gemeiner Holzbock) vor. Diese Zecke trägt womöglich das Bakterium Borrelia burgdorferi bei sich. Während die Zecke Blut saugt, wird dieses Bakterium übertragen und kann die Lyme-Borreliose verursachen. Man schätzt, dass ungefähr 20-30 % der erwachsenen Zecken mit diesen Bakterien infiziert sind; aber es kann regional sehr stark variieren (5 % bis 60 %). Die tatsächliche Ansteckung findet ab 24 Stunden, nachdem die Zecke sich festgesaugt hat, statt. Für die Bekämpfung von Zecken ist es deswegen wichtig einen Wirkstoff einzusetzen, der die Zecke in dem Moment, in dem sie sich festsaugen will, sofort tötet.

Symptome Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose kann nachfolgende Symptome bei Ihrem Haustier verursachen: Gelenkprobleme, Fieber, kein Appetit, Mattigkeit und/oder Trägheit.

Symptome Babesiose

Diese durch einzellige Parasiten (Protozoen) verursachte Erkrankung des Hundes ist auch seit Neuerem in Österreich und Deutschland heimisch geworden, der Parasit befällt die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), pflanzt sich in ihnen fort und zerstört die befallene Blutzelle zum Schluss.

Flöhe lieben Hunde

Flöhe sind ein Ganzjahresproblem! In der Natur läuft die Flohsaison zwar tatsächlich nur von April bis November. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich die kleinen Biester danach in ihren Verstecken verkriechen und monatelang Winterschlaf halten. Ganz im Gegenteil: Im wärmenden Fell seines Wirtstiers übersteht ein erwachsener Floh problemlos auch die kalten Wintermonate, für ausreichend Nahrung ist ja gesorgt. Darüber hinaus bieten ihm unsere beheizten Wohnungen mit ihren vielen sicheren Nischen in Polstermöbeln und Teppichen die perfekte Umgebung, um sich fortzupflanzen – egal ob es draußen stürmt oder schneit. Dementsprechend sollten Hundebesitzer ihre Hunde auch das ganze Jahr über vor einer Ansteckung schützen.

Natürliche Prävention vor Parasiten

Bernsteinketten

Grundsätzlich sollten Sie während der Zeckensaison Ihren Hund täglich mehrmals absuchen. Das Sortiment ist sowohl im chemischen Segment als auch im natürlichen enorm. Sehr gerne werden beispielsweise Bernsteinketten verwendet, hierbei ist es wichtig, dass es sich um echten, unbearbeiteten Naturbernstein handelt, am besten ungeschliffen und unpoliert. Durch den harzigen Geruch und die elektrostatische Aufladung der Steinchen,  soll das Ungeziefer ferngehalten werden. Zecken haben zwar keinen Geruchssinn, nehmen aber über das Haller’sche Organ eine Vielzahl an organischen Stoffen wahr. Für eine effektive Wirkung muss die Bernsteinkette über einen längeren Zeitraum getragen werden. Bernstein kann sich auch bei Hautkrankheiten, Entzündungen sowie auch Ekzemen als sehr hilfreich erweisen. Die Wirksamkeit von Bernstein zur Prävention von Zecken konnte bisher noch nicht in Studien nachgewiesen werden, weshalb viele Experten und Hundehalter diese anzweifeln. Andere hingegen verweisen auf jahrelange subjektiv empfundene Erfolge. Einen Versuch ist es in wenig belasteten Gebieten allemal wert, wenn die Plage jedoch besonders ausgeprägt ist, sollten Sie besser zu erprobteren Mitteln greifen.

Knoblauch

Ein weiteres sehr umstrittenes Bekämpfungsmittel ist der Knoblauch. Und nein, Knoblauch ist richtig dosiert nicht giftig. Eine toxische Wirkung kommt erst bei einer Gabe von 50 g/kg Körpergewicht verteilt auf eine Woche zustande. Empfehlenswert ist es frischen Knoblauch zu verwenden, für die richtige Dosis eignen sich 3 x in der Woche 0,1 g/kg Körpergewicht. Das entspricht bei einem Hund mit dem Körpergewicht von 30 kg ca. 3 Knoblauchzehen pro Woche. In der richtigen Dosis kann Knoblauch sogar äußerst gesund sein und für elastische Blutgefäße sorgen. Der durch den Knoblauchkonsum entstehende Geruch wirkt auf Zecken abstoßend, was in einer wissenschaftlichen Studie an der Lund Universität in Malmö nachgewiesen werden konnte.
Auch auf Flöhe wirkt der Geruch von Knoblauch äußerst unangenehm. Naja, wer kann es ihnen verübeln, manche Menschen sind auch nicht gerade angetan. Um Flöhe loszuwerden zerdrücken Sie 2 bis 3 Knoblauchzehen in Öl und lassen die Mischung gut ziehen. Danach reiben Sie den Körper des Hundes großflächig damit ein und lassen die Mischung einige Zeit einwirken. Anschließend können Sie den Hund mit klarem Wasser abbrausen.
Frischer Knoblauch wirkt auch gegen Spul- und Bandwürmer sowie gegen Giardien.

Kokosöl

Kokosöl ist sicherlich eines der effektivsten Hausmittel zur Parasitenbekämpfung. Am besten dafür eignet sich kalt gepresstes Kokosöl, denn dieses enthält durchschnittlich 60 % Laurinsäure, welche antimikrobiell wirken soll, sowie Caprylsäure und Caprinsäure. Caprylsäure, zu 5 bis 9 % in Kokosöl enthalten, ist ein natürliches Insektizid, das den Chitinpanzer von Insekten auflösen können soll. Die Caprinsäure ist zu 10 % enthalten und wirkt gegen Pilze, Viren und Bakterien. So verfügt es dank der Laurinsäure innerlich gegen Wurm- und äußerlich gegen Flohbefall über eine unterstützende Wirkung.


Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2020

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