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Optimale Sicherung für tierische Beifahrer

21 Prozent der Österreicher verzichten bei Autofahrten darauf, ihren Hund zu sichern. Diese erschreckende Bilanz ist das Ergebnis einer Umfrage des ARBÖ. Offensichtlich wird völlig vergessen, welche Folgen dies haben kann, denn es geht keineswegs nur um das Leben des Vierbeiners.

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(c) ÖAMTC
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Fataler Crashtest

Anders als etwa in Italien gibt es in Österreich keine explizite Gurtpflicht für Hunde. In Österreich fallen Tiere unter die Ladungssicherungsvorschrift des Kraftfahrzeuggesetzes. Sie müssen im Auto so untergebracht werden, dass im Falle einer Vollbremsung die Folgen möglichst gering gehalten werden. So putzig es auch aussehen mag, wenn Struppi auf der Hutablage liegt, es ist schlichtweg verboten und dazu immens gefährlich. Bei einem Unfall kann das Tier zu einer todbringenden Waffe werden und Fahrer und Beifahrer gefährden. Was passiert, wenn Hund bei einer Vollbremsung ungesichert ist, hat ein Crashtest des ÖAMTC untersucht. Ein 20 kg schwerer Hund entwickelt bei einem Frontalzusammenstoß mit rund 50 km/h eine Aufschlagwucht von rund einer halben Tonne. Ist er dabei hinter dem Fahrer auf der Hutablage platziert, fliegt er ungebremst durch den Innenraum und trifft auf den Fahrersitz, den Kopf des Fahrers und zuletzt an die Windschutzscheibe. Die Folgen für Mensch und Tier sind abzusehen.

Die Box im Kofferraum ist ideal

Der ÖAMTC testete verschiedene Sicherungssysteme für Tiere. Ebenso fahrlässig wie der völlige Verzicht auf eine Sicherung ist das lockere Fixieren mit den Autogurten. Ein stabiles Hundegeschirr und ein spezieller Hundegurt schaffen hier Abhilfe. Der straff angezogene Gurt verhindert, dass der Vierbeiner nach vorne geschleudert wird. Die Gefahr der Verletzung von Halter und Hund wird minimiert. Der Gurt darf allerdings niemals am Halsband befestigt werden. Dies kann schwerste Wirbelsäulenverletzungen nach sich ziehen. Ein Test mit einer Transportbox aus Kunststoff, die auf der Rückbank in Fahrtrichtung platziert ist, verlief negativ. Auch dieses Sicherungssystem ist aufgrund der Verletzungsgefahr für Mensch und Tier nicht empfehlenswert. Gemäß ÖAMTC ist die sicherste Variante für den tierischen Beifahrer, die Transportbox mit der korrekten Platzierung und Fixierung im Kofferraum. Die Box sollte an die Größe des Tieres angepasst sein und quer zur Fahrtrichtung platziert werden. Wer sein Tier trotz allem im Fahrgastraum transportieren möchte, wählt den Fußraum hinter Fahrer- oder Beifahrersitz für die Box. Dies ist naturgemäß nur für kleine Rassen möglich.

Sichern schützt nicht nur vor Verletzungen

Neben der Verletzungsgefahr gibt es weitere Gründe, die eine Sicherung des Tieres sinnvoll machen. So machte im Sommer ein kleiner Hund in Linz Schlagzeilen. Nach einem Crash flüchtete er vom Unfallort. Suchaktionen wurden ins Leben gerufen und er konnte letztendlich sechs Tage später gesund gefunden werden. Eine wahre Horrorvorstellung für die Rettungsmannschaften ist ein Hund, der nicht gesichert ist und versucht seinen Besitzer im Wrack zu beschützen. Die Ersthelfer haben in diesem Fall kaum eine Chance zum Verletzten vorzudringen und verlieren wertvolle Zeit, die über Leben und Tod entscheiden könnte. Auch dieses Szenario wurde bereits Realität. Ein Unfall stellt auch für den Hund eine Ausnahmesituation dar und niemand kann vorhersagen, wie er im Schock reagiert. Die korrekte Sicherung kann demnach das Leben von Mensch und Tier retten!

Autor: Michaela Geibinger

Weiterführende Links:
Ungesicherter Hund – Video
Einfacher Hundegurt – Video
Doppelter Hundegurt – Video
Box mit Gurt – Video
Box in Fuß- und Laderaum – Video

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