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Panikmache Barf

Die Fütterung mit rohem Fleisch ist hoch im Kurs. Zahlreiche Haustierhalter entscheiden sich nach mehr oder weniger reiflicher Überlegung für eine Ernährungsumstellung. Ermutigt durch diverse Facebookgruppen, scheint die Umstellung ein Kinderspiel, rohes Fleisch bekommt man schließlich in jedem Supermarkt. Doch so einfach ist es nicht, denn ohne einige grundlegende Voraussetzungen zu beachten, kann die vermeintlich gesunde Ernährungsform schnell zum Problem werden.

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Prinzipiell ist Barfen lediglich eine weitere Möglichkeit der Ernährung des Hundes, wenn Befürworter und Gegner  nicht einen regelrechten Glaubenskrieg daraus machen würden. Barfende Hundehalter schwören darauf, sämtliche gesundheitliche Probleme erst durch die Ernährungsumstellung in den Griff bekommen zu haben, während Gegner nicht müde werden immer noch angsteinflößendere Schauermärchen über die möglichen Konsequenzen dieser Ernährungsform aufzutischen.

Was ist dran an den Mythen?

Verschiedenste Motive und Gründe lassen Hundehalter darüber nachdenken, die Ernährung ihres Hundes umzustellen. Wenn der Entschluss gefasst ist, stehen viele Fragen im Raum. Und der Teufelskreis beginnt sich zu drehen. So manch hartgesottene Barfer verzichten nach der ein oder anderen leidvollen Erfahrung in unterschiedlichen Tierarztpraxen bereits darauf, eine weitere Diskussion über die Vor- und Nachteile mit ihrem Veterinär auszutragen. Andersrum werden Tierärzte nicht müde vor den gesundheitlichen Auswirkungen einer unausgewogenen Ernährung zu warnen. Um eines gleich vorweg klarzustellen: beide Seiten haben Recht! Einerseits bietet B.A.R.F. die Möglichkeit besonders flexibel auf individuelle Bedürfnisse oder beispielsweise Allergien des Hundes einzugehen, während Tierärzte in den Praxen jedoch meist mit durch mangelhafte Ernährung erkrankten Tieren konfrontiert werden. Denn eines ist Fakt: eine unausgewogene Ernährung über Wochen, Monate oder gar Jahre ohne jegliche Ahnung der alimentären Bedürfnisse eines Hundes, kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Und viel zu oft wird viel zu leichtfertig von heute auf morgen umgestellt, weil Barf gerade in ist.

Den Hund artgerecht zu ernähren bedeutet allerdings nicht, dass man nachmittags nach der Arbeit im Supermarkt einen Kilogramm Rinderhack holt und eine Karotte drüberschnippelt. Seinen Hund zu barfen ist bei Weitem nicht so kompliziert, wie manche Tierärzte behaupten, doch sollte damit nur anfangen, wer wirklich bereit ist sich etwas in die Thematik der Hundeernährung einzulesen. Nicht jedes Gemüse eignet sich für Hunde und nicht jedes Fleisch sollte täglich am Speiseplan stehen. Wer ernsthaft barft, kennt den Bedarf seines Hundes und kann auf mögliche Mängel entsprechend reagieren.
Mythos 1:
Ausgewogenheit ist beim B.A.R.F. kaum möglich und nur durch Ernährungsexperten und Tierärzte zu erzielen

Diese Aussage so stehen gelassen ist definitiv falsch. Viele Tierärzte, speziell jene, die mit diversen Futtermittelherstellern kooperieren, vertreten offenbar die Meinung, dass eine gesunde Ernährung ein täglich ausgewogenes Menü voraussetzt. Diese Behauptung mit Hilfe des Hausverstandes kritisch hinterfragt, lässt schnell erkennen, dass dies weder möglich noch im Sinne der Natur, sondern eine Erfindung der Industrie ist. Ziel sollte vielmehr sein, den Hund über einen Zeitraum von rund zwei Wochen mit allen nötigen Nährstoffen in ausreichendem Maße zu versorgen.

Eine Rationsberechnung mit Hilfe eines Ernährungsberaters oder auf Ernährung spezialisierten Tierarztes (im Rahmen des Veterinärstudiums wird die Ernährung der Heimtiere höchstens angerissen, konsultieren Sie daher tatsächlich nur einen Tierarzt, der darauf spezialisiert und offen in alle Richtungen ist!) kann speziell für Anfänger tatsächlich sehr sinnvoll sein. Wovon jedoch abzuraten ist, sind grammgenaue tabellarische Bedarfskalkulationen. Ein Ernährungsberater der Ihnen beispielsweise eine Liste mit 356 g Kopffleisch und 48 g Karotten etc. aushändigt, hat den Sinn des Barfens leider nicht ganz verstanden. Man könnte sich kaum weiter von der Natur entfernen, als mit einer auf Punkt und Strich genauen Bedarfskalkulation.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2016

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