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Rasseportrait – der Bernhardiner

Ihre imposante Erscheinung macht Eindruck. Bernhardiner zählen zu den bekanntesten Hunderassen überhaupt, obwohl sie mit nur 8 Würfen im Jahr 2018 in Österreich nicht unbedingt weit verbreitet sind. Dabei verfügen die hübschen Riesen über ein ansprechendes Wesen und einen liebevollen Charakter.

Ursprünglich stammt der Bernhardiner, oder auch St. Bernhardshund genannt, wie schon
erwähnt aus der Schweiz. Auf dem Großen Sankt Bernhardspass, auf rund 2.469 Metern Seehöhe, haben Mönche seinerzeit ein Hospiz für Reisende gegründet. Dies sollte den Wanderern und Bergsteigern Zuflucht und Rettungsheim zugleich sein. Um das Hospiz in der Abgelegenheit zu schützen, schaffte man sich große, mutige und wachsame Berghunde aus der umliegenden Gegend an. Schon 1695 gibt es das erste bildliche Dokument der Existenz solcher Berghunde auf dem Sankt Bernhardspass, doch bis der Bernhardiner in der Form entstand, in der wir ihn heute kennen, sollte es noch weitere einhundertfünfzig Jahre dauern.

 

Immer öfter erwiesen sich die Berghunde auch als wunderbare Rettungshunde, die Vermisste und Verirrte bei Schneetreiben und Nebel sicher suchen und bergen konnten. Auch Lawinenopfer konnten sie erfolgreich bergen und so zahlreiche Menschen vor dem sicheren weißen Tod bewahren. Es dauerte nicht lange, bis sich die besonderen Hunde am Großen Sankt Bernhardspass einen Namen in ganz Europa machten. Im Jahre 1800 war es Napoleon Bonaparte samt seiner Soldaten, die den Großen Pass überquerten und Kunde von den großen Rettungshunden bis nach Frankreich brachten. Damals wurden die stattlichen Berghunde noch „Barry-Hunde“ genannt, benannt nach dem gleichnamigen, besonders erfolgreichen Rettungshund, der von 1800 bis 1812 am Großen Sankt Bernhardspass lebte. Barry soll nicht weniger als vierzig Menschen das Leben gerettet haben. Mit zwölf Jahren durfte er schließlich seinen wohlverdienten Ruhestand antreten und lebte noch weitere zwei Jahre in Bern, ehe er an Altersschwäche starb. Seit 1815 ist er im Naturhistorischen Museum in Bern ausgestellt.

 

Durch gezielte Zucht kristallisierte sich immer mehr ein einheitlicher Typ Berghund heraus, der mehr und mehr dem heutigen Bernhardiner glich. Doch bis es zur Anerkennung der Rasse kam, sollte es noch über 70 Jahre dauern. 1867 legte Heinrich Schumacher den ersten Meilenstein zur Rasseanerkennung, indem er die ersten Abstammungsurkunden für Bernhardinerhunde ausstellte. Im Jahr 1884 wurde das erste Schweizerische Hundestammbuch (SHSB) eröffnet, in welchem erstmals rasseübergreifend Hunde eingetragen und statistisch erfasst wurden. Wie groß die Verehrung der Bernhardinerhunde war, zeigt die Tatsache, dass der erste je eingetragene Hund in das Schweizerische Hundestammbuch ein Bernhardiner war. So auch die weiteren 28 Eintragungen. Im gleichen Jahr 1884 wurde schließlich in Basel der Schweizerische St. Bernhards-Club gegründet. Drei Jahre später fand die Rasse letztlich anlässlich des internationalen Kynologen-Kongresses 1887 die offizielle Anerkennung als schweizerische Hunderasse. Noch im selben Jahr wurde der einheitliche Rassestandard festgelegt.

Umgänglich, gelassen, gutmütig

Bernhardiner sind eine sehr umgängliche Rasse. Ihr legendärer Ruf als Rettungshunde kommt nicht von ungefähr. Ein Bernhardiner ist seiner Familie treu ergeben, ordnet sich bereitwillig unter und ist im Alltag ein sehr angenehmer Begleiter. Dass ein Hund dieser Größe von Beginn an eine konsequente Erziehung braucht, ist selbstverständlich. Da sich Bernhardiner aber gerne ihren Menschen anschließen und sich über jede Beschäftigung und Auslastung freuen, ist die Erziehung bei etwas Verständnis und liebevoller Konsequenz relativ einfach. Außerdem sind sie wenig an Konfrontation mit der Umwelt interessiert. Ausnahmen bestätigen die Regel und natürlich gibt es immer wieder den einen oder anderen Rüden, der in den Gassen gerne zeigt, wer das Sagen hat. Doch grundsätzlich sind Bernhardiner friedfertige Riesen, die sich gut an die Umwelt und ihr Umfeld anpassen.

 

Man tut gut daran, einen Bernhardinerwelpen körperlich nicht zu überfordern. Der Bewegungsapparat leistet in den ersten Monaten enormes und muss bestmöglich geschont werden, um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden. Auch bei der Ernährung sollte man sich mit einem Ernährungsberater besprechen, um den Körper im Wachstum mit allen nötigen Nährstoffen ausgewogen und optimal zu versorgen.

 

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2020 .

 

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