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Rasseportrait: Weimaraner

Einst nur von Jägern gehalten, sieht man den Weimaraner inzwischen häufig auch als reinen Begleithund. Sogar in Großstädten ist er immer wieder anzutreffen. Diese eher zweifelhafte Karriere beruht wohl hauptsächlich auf dem aparten Äußeren des passionierten Vorstehhundes.

Gesicherte Aufzeichnungen über die Herkunft der Rasse liegen erst ab dem Jahre 1870 vor. Zu dieser Zeit züchtete Freiherr v. Wintzingerrode-Knorr-Adelsbarn Weimaraner bereits in Reinzucht. Auch die silbergrauen Weimaraner aus der Zucht des Jagdmalers L. Lindblohm sowie Hunde aus Zwingern von K. Brandt, dem Amtsrat Pitschke-Sandersleben, sowie von P. Wittekop können als Basis der heutigen Weimaranerzucht angesehen werden. Zuchtziel war von Anfang an nicht nur einen passionierten, vielseitigen Jagdgebrauchshund für die Arbeit vor und nach dem Schuss zu schaffen, sondern gleichzeitig einen unerschrockenen Wächter, der mit deutlich ausgeprägtem Schutzverhalten auch das Forsthaus zuverlässig bewachte. 1879 galt der Weimaraner noch als blaue Varietät des Deutsch Kurzhaar. Als solcher wurde er zunächst auch im Zuchtbuch des „Klub Kurzhaar“ geführt. Erst 1897 gründete sich ein eigener „Verein zur Züchtung des Weimaraner Vorstehhundes“. Ein Jahr zuvor legte man den ersten Standard fest.

Zwei Varianten – Kurz- und Langhaar

Neben den kurzhaarigen Weimaranern fielen in den Würfen immer wieder langhaarige Hunde. Diese galten anfangs jedoch nicht als reinrassig und wurden meist sofort nach ihrer Geburt von den Züchtern getötet. Es ist schließlich dem Österreicher Hegendorf sowie dem Weimaranerzüchter und Forstrat O. Stockmeyer zu verdanken, dass auch die langhaarige Varietät der Rasse Fuß fassen konnte. Hinter dem so edel aussehenden Hund verbirgt sich bis heute ein passionierter, ausdauernder und vielseitiger Jagdgebrauchshund, der unbedingt arbeiten will und muss. Eine Rasse, die seit jeher für den Einsatz im Jagdrevier gezüchtet wurde, anderweitig auszulasten ist nicht leicht, denn die jagdlichen Anlagen sind stark ausgeprägt und können nicht einfach unterdrückt werden.

Keine Rasse für Träumer!

Die immer mehr boomenden nichtjagdlichen Zuchten, die in der Regel keinem FCI-Rassezuchtverein angeschlossen sind, tun ihr Übriges dazu, die Rasse auch unter Nichtjägern zu verbreiten. Nicht selten landen solche Vierbeiner dann aus Unwissenheit, Inkompetenz und Überforderung der Halter völlig verkorkst oder verhaltensgestört bei Tierschutzvereinen. Es empfiehlt sich daher, einen nichtjagdlich geführten Weimaraner mit einer jagdnahen Aufgabe zu beschäftigen. Diese sollte vorrangig Kopf und Nase des Hundes fordern, um einen Jagdeinsatz so gut wie möglich zu simulieren.

Abwechslungsreiches Training ist Pflicht

Abwechslungsreiches Dummytraining und Fährtensuche sowie Mantrailing oder Rettungshundearbeit können dem Weimaraner eventuell einen adäquaten Ersatz zur Arbeit im Revier bieten (auch in der jagdfreien Zeit). Ein Weimaraner, der nicht im ständigen Jagdeinsatz ist, sollte jedoch immer die Ausnahme bleiben, denn gerade bei nichtjagdlich-geführten Hunden besteht die Gefahr, dass sie sich andere Kanäle suchen, um ihren Arbeitseifer samt großem Bewegungsbedürfnis zu befriedigen. Dies kann sich in einem sehr unausgeglichenen Wesen, dem Ausleben allerhand Unarten wie Jogger oder Radfahrer jagen, Spaziergänger stellen, Zerstörungswut bis hin zu aggressivem Verhalten mit übertriebener Schärfe äußern. Im Jagdgebrauch ist der intelligente Vierbeiner ein vielseitiger Allrounder. Er taugt hervorragend für die Schweißarbeit, aber auch als Verlorenbringer. Zudem verfügt er über absolute Wildschärfe und die Anlage zum festen Vorstehen. Der Langhaar-Weimaraner ist ein beliebter Jagdhelfer in besonders schwierigem Gelände wie Schilfdickichten und im Wasser. Mit seinem wetterfesten Fell ist er widerstandsfähig gegen Nässe und Kälte.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2019

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