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Rassespezifische Ernährung – macht das wirklich Sinn?

Ein eigenes Futter für jede Rasse – ist das nur eine Erfindung kreativer Marketingabteilungen großer Futtermittelhersteller oder macht es Sinn, Chihuahua und Labrador Retriever unterschiedliche Futtersorten anzubieten?

Obwohl es inzwischen hunderte unterschiedlicher Hunderassen gibt, so stammen sie doch alle vom Wolf ab. Viele Hundehalter nennen den Wolf gerne als Beispiel, wenn es um die Frage der Notwendigkeit unterschiedlicher Futtersorten geht. Doch liegt die Antwort auf der Hand.

Rassespezifische Unterschiede berücksichtigen

Zwar gibt es je nach Region und Herkunft des Wolfes kleine Unterschiede bei Größe und Statur, doch sind diese bei Weitem nicht so eklatant wie bei den unterschiedlichen Hunderassen.


Im Laufe der Reinzucht verschiedenster Hunderassen hat sich das Aussehen sowie damit verbunden die Physis stark verändert. So liegt der Fokus bei der Ernährung eines Bernhardiners an der Erhaltung eines, trotz der enormen Größe und des Gewichts, gesunden, leistungsfähigen Bewegungsapparats. Hingegen wird man bei der Fütterung eines Dalmatiners großen Wert auf einen möglichst geringen Purinwert der Nahrung legen, um die rassespezifische Disposition zur Bildung von Harnkristallen nicht durch die Ernährung zusätzlich zu begünstigen.


Der naheliegendste Unterschied vieler Hunde(-rassen) ist aber die Körpergröße. Längst ist bekannt, dass kleine Hunde zur optimalen Versorgung ein Futter mit einer höheren Energiedichte benötigen als größere Hunde. Der Grund dafür ist, dass sie verglichen mit ihrer geringen Körpergröße eine sehr große Körperoberfläche aufweisen. So erfordert allein die Regulierung der Körpertemperatur wesentlich mehr Energie, als dies bei größeren Hunden der Fall ist.

Bei kleinen und sehr kleinen Rassen auf die Zahngesundheit achten!

Doch nicht nur die Körperoberfläche spielt eine Rolle bei der Wahl des Futters. Von großer Bedeutung ist auch eine intakte Zahngesundheit, die durchaus mit der Wahl des passenden Futters unterstützt werden kann. Kleine und sehr kleine Hunde sowie Hunde mit sehr kurzen Fängen neigen besonders dazu Zahnstein zu bilden, da die Zahnstellung sehr eng ist. Hier sollte man regelmäßig hochwertige Kauartikel oder auch kleine Geweih-abschnitte anbieten, um einen besseren Abrieb zu erzielen. Zwar bieten das manche Futterhersteller an, doch liegt der Vorteil hier eher bei der geringeren Größe der Brocken. Ein sehr namhafter Futterhersteller bietet sogar für viele Rassen extra rassespezifisches Futter an, so auch für Chihuahua. Begründet wird dies damit, dass sich in diesem Futter eigens Kalziumfänger zur Reduktion des Zahnsteins befinden. Da dieses Futter laut Liste der Zusammensetzung aber auch Rübentrockenschnitzel enthält, welche ein Nebenerzeugnis der Zuckerproduktion aus Zuckerrüben sind, bleibt die Frage, ob es angesichts des hohen Zuckergehalts der Rübenschnitzel tatsächlich einen relevanten Effekt auf die (Zahn-)Gesundheit des Hundes haben kann.


Es ist deshalb wichtig, die Verhältnismäßigkeit nicht außer Acht zu lassen. Um einen Hund, egal ob Deutscher Schäferhund oder Dackel, gesund zu ernähren, braucht es nicht für jede Rasse ein eigenes Futter. Schon gar nicht, wenn auf der Verpackung zwar angegeben wird, dass das Futter speziell für eine Rasse konzipiert wurde, ein Vergleich der Zusammensetzung aber zeigt, dass in fast allen Futtersorten dieser rassespezifischen Produktlinie das Gleiche enthalten ist. Sinnvoll kann bei Trockenfutter eine Differenzierung von großen und kleinen Hunden sein, da wie besprochen einerseits unterschiedliche Bedürfnisse bestehen, andererseits aber auch kleinere Brocken von Vorteil für kleinere Hunde sein können.


Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2020 .


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