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Übergewicht beim Hund

Erst Ende letzten Jahres geisterte die Geschichte von Golden Retriever „Nemo“ und seinem Besitzer J. Carey aus den USA durch die Medien, weil Nemo sage und schreibe 34(!) kg Übergewicht (!) auf die Waage brachte. Nemo wog zu Beginn seiner Diät stolze 60 kg, etwa das Doppelte seines Idealgewichts. Dass dieser Zustand nicht nur gesundheitsschädlich, sondern lebensbedrohlich für den inzwischen 8-jährigen Hund war, ist vermutlich jedem einleuchtend.Selbstverständlich handelt es sich hier um einen Extremfall, der bestimmt nicht der Norm entspricht, jedoch stellt auch weniger eklatantes Übergewicht schon ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem dar. Inzwischen leidet – auch in Europa – jeder dritte Hund an Übergewicht. Die Ursachen dafür sind in den seltensten Fällen tatsächlich schwerwiegendere wie Stoffwechsel- oder Drüsenerkrankungen. Meistens liegt das Problem schlicht und ergreifend an falscher, übermäßiger Ernährung gepaart mit Bewegungsmangel.

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Die Entstehung von Übergewicht ist eigentlich ganz simpel. Der Körper nimmt mehr Energie auf, als er benötigt, die überschüssige Energie wird vom Körper als „Reserve für schlechtere Zeiten“ in Form eines Fettdepots unter der Haut abgespeichert.
Besonders schwerwiegend und nachhaltig kaum zu bekämpfen ist Übergewicht, wenn es bereits beim Welpen oder Junghund auftritt, denn Tiere, die in den ersten Lebensmonaten zu viel Energie aufnehmen, legen dauerhaft mehr Fettzellen an als Tiere, die bedarfsgerecht viel Energie zu sich nehmen. Diese Fettzellen können später zwar im Umfang, nicht aber in ihrer Anzahl reduziert werden.  Tiere, die also bereits während des Wachstums an Übergewicht leiden, haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Skelett- und Gelenksschäden, sondern werden es zeitlebens schwerer haben ihr Gewicht zu reduzieren. Die Folgen von Übergewicht scheinen bei näherer Betrachtung gar nicht so harmlos wie man das anfänglich vielleicht vermuten würde, wenn man dem bettelnden Blick seines Lieblings wieder einmal erlegen ist, wohl wissend, dass es um den Ernährungszustand alles andere als gut bestellt ist.

 

Erkrankungen infolge Übergewicht

• Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit)

• Herz- und Kreislaufstörungen

• Beeinträchtigung des Bewegungsapparates und

der Gelenke

• Stoffwechselerkrankungen

• Hauterkrankungen

• Leber- und Nierenschäden

• Allgemeine Schwächung des Immunsystems

• Steigendes Narkose- und Operationsrisiko

• Verstärkte Anfälligkeit für Infektionen
Wissenschaftliche Studien haben inzwischen nachgewiesen, dass übergewichtige Vierbeiner eine um durchschnittlich 2 Jahre verkürzte Lebensdauer im Vergleich zu ihren normalgewichtigen Artgenossen aufweisen. Bedenkt man die Lebenserwartung unserer Hunde allgemein – speziell größerer Rassen – ist dies enorm. Die Problematik liegt oft im Detail begraben, denn viele Hundehalter achten zwar bei den regelmäßigen Mahlzeiten ihres Lieblings penibel auf die vermeintlich richtige Menge, vergessen aber völlig die zwischendurch verabreichten Leckereien mit zu berücksichtigen. Hunde haben es aber – wie ihre wilden Vorfahren und Verwandten – genetisch verankert, so viel zu fressen wie möglich, da in der freien Wildbahn eben keine geregelten Futterzeiten und Rationen zur Verfügung stehen. Die Natur hat es außerdem so eingerichtet, dass Wölfe und wilde Hunderudel sich zuerst einer körperlichen Ertüchtigung unterziehen müssen um anschließend mit einem Festmahl belohnt zu werden – oder auch nicht, je nachdem welchen Jagderfolg das Rudel zu verbuchen hat. Selbst viele Tausend Jahre Domestikation haben das bei unseren Hunden nicht geändert, weshalb ein Hund nicht einfach aufhört zu fressen, wenn sein Energiebedarf gedeckt ist.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2013

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