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Von Strebern & Lernmuffeln – wie Hunde lernen

Warum lernt der Hund unseres Freundes seine Kommandos schneller als unserer? Braucht unser lieber Vierbeiner einfach länger bis die Übungen sitzen oder ist unser Freund ein besonderer Streber und trainiert öfter? Wie lernen Hunde überhaupt und wie können wir ihnen dabei helfen?

Sowohl das Gehirn des Menschen als auch das des Hundes lernt ständig. Wir können unser Gehirn nicht abschalten und in eine Art Ruhemodus schalten und genau so verhält es sich auch bei Hunden. Je positiver sämtliche Eindrücke und Reize ein Hund schon in Welpentagen lernt, desto neugieriger, aufgeschlossener und lernbereiter wird er Zeit seines Lebens sein. Bereits am Tag des Einzugs beginnt die Erziehung und so kann auch die Grundausbildung mit dem Einzug des Knirps beginnen. Tägliche, kurze Einheiten fördern die Entwicklung und Aufnahmefähigkeit des Gehinrs und bilden die basis für einen lernwilligen Vierbeiner. Wichtige Alltagsübungen wie „Bleib!“, „warte“ oder „komm“ werden schnell und freudig gelernt, wenn die Ausbildung als freudige Kooperation empfunden wird.

Wichtig sind aber auch regelmäßige Ruhe- und Erholungsphasen. Viele Hunde werden in ihrem neuen Zuhause, wo sie sehnsüchtig erwartet werden, mit Reizen so überflutet, dass sie vollkommen gestresst kaum Ruhe finden. So schwer es Ihnen, besonders aber vermutlich den Kindern fällt, jeder Welpe muss genügend Zeit bekommen, um in aller Ruhe in seinem neuen Zuhause anzukommen. Überforderte Welpen sind rastlos und nervös und können daraus ernsthafte Verhaltensprobleme entwickeln. Außerdem verarbeitet das Hirn neu gewonnene Eindrücke vor allem im Schlaf auf Hochtouren.

 

Lernen: Beim exakten Verlauf des Lernens transportieren ektrische Impulse und chemische Botenstoffe die Informationen zur Hirnrinde (Cortex).

 

Mit dem Einzug des Welpen ist das Gehirn mit den Grundlagen ausgestattet, das heißt der Welpe muss sämtliche lebensnotwendigen Verhaltensweisen im Instinktbereich wie Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme nicht erst erlernen, sondern dies alles ist bereits neuronal verknüpft. Im Laufe des Wachstums vergrößert sich auch die Gehirnmasse und damit verbunden die Stärke der Faserverbindungen. Holen wir uns also einen Welpen ins Haus, haben wir uns sozusagen einen noch ungeschliffenen Rohdiamanten geholt, den zu Formen nun unsere verantwortungsvolle Aufgabe in den kommenden Wohen und Monaten ist. Je mehr (in vernünftigen, dem Alter entsprechenden Maßen) wir unseren Rohdiamanten nun fordern und fördern, desto leichter wird der Hund später Neues erlernen können.

Schlüsselreize: Darunter versteht man Reize, die ein Verhalten durch einen angeborenen Auslösemechanismus in Gang setzen. Beispiel: Fleisch ist der Schlüsselreiz um die Bildung der Magensäfte für den bevorstehenden Verdauungsprozess einzuleiten.

 

bannerlernenJe häufiger ein Hund bestimmte Umwelteinflüsse, Reize Übungen oder auch Orte erlebt, desto präziser wird sein innerliches Abbild davon in seinem Gehirn (Repräsentation der Außenwelt) und desto sicherer kann er zB die von ihm verlangte Übung ausführen, sich einer bestimmten Umgebung anpassen oder ein gewünschtes Verhalten auf bestimmte Umwelteinflüsse zeigen. Beispiel: als Welpe erschrickt der Hund beim Aufspannen des Regenschirmes, nach unzähligen Wiederholungen im Laufe der ersten Wochen und Monate, stellt dies für den erwachsenen Hund nichts Außergewöhnliches mehr dar. Und je mehr Erfahrungen ein Hund macht, desto leichter lassen sich neue Lerninhalte in den bereits bestehenden „Erfahrungsschatz“ integrieren, desto leichter und schneller lernt der Hund also. Denn jedes Erlebnis, jede Erfahrung, jede Übung bekommt ihre eigenen Nervenzellen (Neuronen) und mit jedem neuen Ereignis, das sich mit einer bestimmten Neuronengruppe verbinden lässt, wächst der Erfahrungsschatz des Hundes.

Beispiel: Hund wird mit Leckerchen belohnt, wenn er neben uns sitzt. Er bleibt neben uns sitzen, selbst wenn wir den Ball werfen, weil das Leckerchen im Moment die bessere Belohnung ist. Im Laufe unseres Trainings hat er gelernt, dass das Verfolgen des Balles nicht zum Leckerchen führt, sondern er nur dann damit belohnt wird, wenn er neben uns sitzen bleibt (trial and error). Verantwortlich für die Zurückhaltung des Hundes ist das Dopamin, das in dem Moment im Körper des Hundes ausgeschüttet wird und die innere Erregung in angepasste Grenzen reguliert.

 

Der Lernvorgang genauer betrachtet

Trifft ein Reiz auf die Sinnesorgane, wird er von den Sinneszellen in elektrische Impulse umgewandelt. Nervenfasern transportieren diese Impulse nun zu den Nervenzellen (Neuronen) und das jeweils nächste Neuron. Damit der Impuls weitergegeben werden kann, wird beim Eintreffen des Impulses an einer Synapse (Schnittstelle zweier Neuronen) ein chemischer Stoff (Neurotransmitter) freigesetzt, der wiederum die nächste Zelle aktiviert.

Wenn elektrische Impulse besonders schnell weitergeleitet werden müssen, bildet sich eine Myelin-Schicht um die Neuronen-Verbindung. Diese Schicht wirkt wie ein Isolierband und dient dem Schutz häufig benutzter Verbindungen. Die Verknüpfung zwischen den Nervenzellen wird besonders leitfähig und die Leitgeschwindigkeit signifikant erhöht.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2015

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