Start Hund Gesundheit „Weight Pull“ – gesunder Sport oder gesundheitsschädigende Tierquälerei?

„Weight Pull“ – gesunder Sport oder gesundheitsschädigende Tierquälerei?

Das Video schockiert Hundefreunde weltweit: ein Mann aus der chinesischen Provinz Hebei lässt sich von seinem kaum mittelgroßen Hund wie von einem Esel durch die Straßen ziehen. Was in diesem Fall pure Tierquälerei ist, findet andernorts als Sportart für besonders muskulöse Rassen großen Zuspruch.

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Wie immer im Sport entscheidet die Intensität darüber, ob der Hund dabei ausgelastet oder überlastet wird.

Was ist „Weight Pull?“

Der Begriff des „Weight Pullings“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Gewicht ziehen“. „Weight Pull“ wird als Hundesportart bezeichnet und zählt zu den Zughundesportarten, die keine moderne Trenderscheinung sind, sondern bereits in den 90er Jahren zahlreich ausgeübt wurde. Doch der Ursprung reicht noch weiter zurück, denn als die ersten Völker die rauen Weiten der Polarregionen eroberten, wurde ihr Hab und Gut bereits von Schlittenhunden gezogen. Vor allem in Russland und Amerika findet diese Sportart viele Anhänger, doch auch in Deutschland und Österreich gibt es bereits professionelles Training im Hinblick auf „Weight Pull“.

Zahlreiche Tierschützer, sowie Tierärzte kritisieren diese Sportart jedoch, es handle sich hierbei um Tierquälerei, wobei ein Tier mit einem speziellen Zuggeschirr samt Leine an schwere Gewichte und mit Gewichten beladenen Zugkarren befestigt wird und diese innerhalb von 1 Minute über eine bestimmte Strecke ziehen muss. Wurde die Last nicht gemäß des zeitlich begrenzten Rahmens von A nach B befördert, gilt diese Runde nicht und wird als „No Pull“ bezeichnet. Der Hundebesitzer geht vor dem Hund und versucht diesen zu animieren, die Last zu ziehen. Druck oder Triebmittel sind jedoch nicht gestattet. Die Teilnahme an dieser Sportart ist rasseunabhängig, die einzige Bedingung ist, dass der Hund gesund ist und mindestens das erste Lebensjahr vollendet hat.

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Leider neigen Menschen zur Übertreibung – eine derartige Überlastung ist von artgerechter Auslastung weit entfernt.

Vor allem Züchter diverser Rassen, wie zum Beispiel: Staffordshire Bullterrier oder Pitbulls, die für ihre kräftige und muskulöse Statur bekannt sind, üben diese Sportart mit ihren Hunden gerne aus. Die Muskeln des Hundes bringen mehr Ausstellungserfolg und die Siege an „Weight Pull Shows“ sollen die Zuchtstätte schmücken und verbessern. Gegner des „Weight Pull“ vertreten die Meinung, die Tiere werden gezwungen und gedrillt, schwere Karren zu ziehen und erleiden dadurch nicht selten körperliche Folgeschäden und Gelenksprobleme. Befürworter widerlegen diese Kritik jedoch mit dem Argument, dass diese Sportart sogar gesundheitsfördernd sei und Gelenksschmerzen bei einer Hüftgelenkdysplasie lindern könnte. Selbstverständlich nur unter der Aufsicht geschulter Trainer und nicht in Form von Wettbewerbsniveau.

Kritisch und gesundheitsschädigend wird „Weight Pull“ jedoch ganz klar, wenn es von Laien in den eigenen vier Wänden ausgeübt wird. Hierbei werden die Hunde vor dem Training meist nicht genau untersucht und auch die Ernährung des Hundes wird nicht auf das Training abgestimmt.

Fauler Tierquäler

Dass es jedoch Hundebesitzer gibt, die sich den Risiken und Gefahren nicht bewusst sind, zeigt sich am Vorfall in China, Paoding in der Provinz Hebei, wobei ein Mann seinen Hund mit ca. 20-25 cm Schulterhöhe mit einem Brustgeschirr an einem selbstgebastelten „Wagon“ befestigt hat, in dem sich der Hundebesitzer, mit einer Peitsche ausgestattet, von dem stark hechelndem, erschöpften Tier über die Straßen ziehen lässt.

 

https://www.youtube.com/watch?v=dc0eHMVD9Ng

 

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