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Welcher Hund passt zu mir oder – wenn das Aussehen kein Kriterium sein darf!

Rückblickend nach einigen gemeinsamen Jahren würden die meisen Hundehalter behaupten, dass sie ihren perfekten hund gefunden haben. Natürlich, denn jene die ihre Wahl oder generell die Anschaffung eines Hundes bereuen, sehen sich oft nach kurzem gezwungen den Hund aus Mangel an Kenntnis oder Überforderung abzugeben. Dabei ließe sich dies durch die Wahl der richtigen Rasse oder genauere Informationen über Herkunft oder Mix vermeiden. Ein Ratgeber für alle Interessenten.

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Passt ein Hund überhaupt zu Ihnen?

Manche Menschen sind glühende Hundefreunde und lassen keine Gelegenheit aus, mit Hunden beim Spaziergang oder Einkauf in Kontakt zu treten. Einen eigenen haben sie aber nicht. Herr Schöckl gehört auch dazu: „Im Moment arbeite ich noch an die vierzig Stunden pro Woche, manchmal sogar mehr. Meine Frau ist Krankenschwester und im Schichtdienst. Unser Hund wäre deshalb sehr oft alleine. Ich liebe Hunde, aber einen anschaffen werde ich mir erst in der Pension.“

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Foto: www.bettinabodner.at |Große Hunde wie der Labrador Retriever benötigen täglich viel Auslauf und geistige Beschäftigung.

Wer wie Herr Schöckl und ein Großteil der Bevölkerung einem Beruf nachgeht, muss tatsächlich genau abwägen ob sich die Arbeit mit der Haltung eines Hundes vereinbaren lässt. Zahlreiche Hundesitter bieten mittlerweile glücklicherweise eine wichtige Unterstützung in der Versorgung des Hundes. Doch nicht jeder Beruf lässt sich damit vereinbaren. Wenn Sie über die Haltung eines Hundes nachdenken, prüfen Sie bitte inwiefern Ihre berufliche Situation dies ermöglicht.

Folgende Kriterien sollten Sie bei der Auswahl des Hundes unbedingt berücksichtigen:

  • Größe und Gewicht (Kosten für hochwertiges Futter, Kosten im Falle einer notwendigen OP, räumliche Voraussetzungen, passendes Transportmittel etc.)
  • Temperament und Lauffreudigkeit (ausreichend Zeit für entsprechende Auslastung, eigene körperliche Fitness, Möglichkeit regelmäßiger sportlicher Beschäftigung, ausreichend Wissen über Eigenschaften der Rasse sowie rassespezifischer Auslastung etc.)
  • Fell und Haarart (ausreichend Zeit und Muse für nötige Körperpflege, Hygieneempfinden – Hunde haaren – bis auf wenige rassebedingte Ausnahmen – immer!
  • Charakter und Eignung (ob Hüte- oder Treibhund, Herdenschutz- oder Begleithund, Wach- und/oder Schutzhund – jede Rasse hat ihre ganz speziellen Aufgaben und zeigt dementsprechende Eigenschaften welche gewisse Verhaltensmuster bedingen)
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Foto: www.bettinabodner.at | Auch Zwerge wie Chihuahuas benötigen Erziehung und ausreichend Bewegung, sonst droht ein dauerbellender Tyrann aus ihnen zu werden.

Erlaubt Ihre Wohnsituation die Haltung eines Hundes?

Unzählige Anzeigen zu vermittelnder Hunde weisen auf die immense Problematik die Wohnsituation betreffend hin. Leider spitzt sich die Situation rund um die Haltung selbst kleinster Hunde in Mietobjekten, egal ob Haus oder Wohnung, weiter zu. Regelmäßig erreichen uns Beschwerden von Hundehaltern, die sich von pauschal verurteilend verfassten Vorschriften die Hundehaltung in Mietwohnungen betreffend gekränkt fühlen. Allein die Haltung eines Hundes scheint „hundelosen“ Mitmenschen das Recht zu erteilen, ein besonders wachsames Auge auf das Verhalten des Hundehalters zu werfen. Halten Sie vorsichtshalber Rücksprache mit Ihrem Vermieter, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Einzig die individuellen Fähigkeiten des Halters im Umgang mit Hunden sowie das soziale Umfeld sollten über die richtige Wahl des zukünftigen Vierbeiners entscheidende Kriterien sein.

Verfügen Sie über das nötige Wissen?

So seltsam diese Frage auch klingen mag – es ist selbstverständlich, dass man von der Körpersprache, den Bedürfnissen und Eigenschaften eines Hundes nicht sehr viel wissen kann, wenn man noch nie mit einem solchen zusammengelebt hat. Hieraus ergeben sich die meisten probleme, weil viele Menschen den tatsächlichen Aufwand den auch kleinste Hunde wie Jack Russell Terrier oder Zwergpinscher mit sich bringen, völlig unterschätzen.

Selbst der kleinste Hund kann Sie sehr schnell durch Dauerkläffen oder lang anhaltende Unreinheit unglücklich machen. Häufig werden Hunde abgegeben, weil sie den Tagesablauf der Fmailie nicht schnell genug (innerhalb der ersten Woche) verinnerlichen konnten oder auch mit vier oder fünf Monaten noch das eine oder andere Malheur passiert ist.

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Foto: www.bettinabodner.at | Sogenannten Gebrauchshunde zu denen auch der Deutsche Schäferhund gehört erfordern aufgrund ihrer Veranlagung Konsequenz und ein Mindestmaß an Bewegungsfreude.

Als Hundehalter benötigen Sie in erster Linie viel Verständnis und eine Engelsgeduld. Wenn ihnen der Gedanken an durchwachte eiskalte Winternächte, uringetränkte Teppiche oder zerbissene Stuhlbeine nichts anhaben kann, bringen Sie gute Voraussetzungen mit. Wenn Sie dann noch damit leben können, dass Sie Ihr fünf Monate junger Rüpelteenie auch mal anknurrt oder sein Fressen nicht mit Ihnen teilen will und Sie dabei nicht sofort an Abgabe, ständiges Ignorieren des Verhaltens oder zu harte Strafen denken, können Sie sich schon Kleidungsstücke zurecht legen die Ihr vierbeiniger Liebling in Kürze liebevoll mit seinen haaren panieren darf. Denn auch das gehört zur Hundehaltung: mit Lieblings-Haaren übersäte Lieblingskleidung oder alternativ tonnenweise Fusselroller.

Welcher Hund passt nun zu Ihnen?

Bleibt noch die Frage welcher Hund überhaupt zu Ihnen passt. Die Frage ob es ein reinrassiger Hund vom Züchter, aus dem Tierheim oder ein bunter Mischling sein soll, lässt sich anhand Ihrer Vorkenntnisse sowie des Umfeldes beantworten. Das Aussehen sollte jedoch keinesfalls ausschlaggebend für die Anschaffung sein. In ihrer Erscheinung besonders auffällige Hunde wie Dobermann, Hovawart oder auch kleine Kerle wie der Jack Russell Terrier sind alles andere als einfach in ihrer Haltung. Speziell die kleinen Terrierrassen zeigen unerfahrenen Haltern sehr schnell die Grenzen auf und können sich zu wahren Tyrannen entwickeln, wenn der Hundehalter nicht über die nötige Erfahrung bzw. den nötigen Sachverstand verfügt.

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Foto: www.bettinabodner.at | Je nach individueller Eignung können auch anspruchsvollere Rassen bereits bestens von Ersthundehaltern geführt werden.

Wie viele Hunde Sie bereits hatten ist weniger entscheidend, als Ihr generelles Verständnis vom Hundeverhalten. Mancher kommt mit einem Rottweiler als Ersthund bestens zurecht, während andere auch den dritten Labrador Retriever völlig überfordert abgeben müssen. Einzig Sie als Person sowie Ihre individuellen Fähigkeiten im Umgang mit Hunden sind über die richtige Wahl Ihres zukünftigen Vierbeiners entscheidend.

Rassehund oder Mischling?

Ein Rassehund hat den Vorteil, dass Sie recht gut abschätzen können wie sich der Hund in Grße, Charakter und Temperament entwickeln wird, doch gibt es auch innerhalb eines Wurfes immer völlig unterschiedliche Charaktere. Mischlinge sind oft Überraschungspakete, die im Welpenalter noch keine genaue Beurteilung von Endgröße und Persönlichkeit zulassen. Eigenschaften wie Temperament, Größe und Eignung sollten Entscheidungskriterien sein.

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Um beim Hovawart zu bleiben, der durch seine imposante, bildschöne Erscheinung beeindruckt sei erwähnt, dass es sich hier um einen besonders temperamentvollen, territorialen Hund handelt, dessen Charakter ausreichend Erfahrung und Konsequenz verlangt. Andererseits kann auch ein unterforderter Chihuahua zum nervtötenden Dauerkläffer werden, weil seine Halter sich weder um Erziehung noch ausreichende körperliche wie geistige Beschäftigung bemühen.

Sie sehen – die alleinige Faszination für Hunde ist nur ein kleiner von vielen notwendigen Bausteinen für ein für Zwei- und Vierbeiner gewinnbringendes Zusammenleben auf Dauer.

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