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Wenn der Hund bettelt

Ein Häppchen hier, ein Bissen da – was anfangs als lustig und süß empfunden wird, kann schnell lästig werden. Nur bedingungslose Konsequenz der gesamten Familie kann diese, vom Menschen anerzogene, Unart nachhaltig stoppen.

Wer kennt ihn nicht,diesen Blick? Dieser eine Blick, der die Herzen innerhalb von Sekunden schmelzen lässt? Der den Menschen Sätze wie „Och wie niedlich!“, „Ach du meine Güte!“ und „soooo süüüüüß“ entlockt und dabei ein albernes Grinsen auf sämtliche Gesichter zaubert? Ja, vor diesem Blick ist kein Hundebesitzer gefeit und im Laufe eines Hundelebens wird jeder Besitzer des öfteren damit konfrontiert. Die meisten vermutlich dann, wenn der Hund neben einem beim Mittagessen sitzt und eindringlich hofft, dass doch noch ein kleines Stück Steak auf dem Boden landet. Reinlich, wie unsere Hunde eben sind, würden sie dieses  schnell und am besten ohne zu kauen, entfernen und sich vergewissern, dass es auch keinen Fleck am Laminat hinterlässt. Brav! Seine eigenen Sabberflecken und –fäden ignoriert er dabei dezent. Und fällt das Stück Fleisch nicht von selbst auf den Boden, muss eben nachgeholfen werden. Auf Hundeart natürlich. Mit Fiepen, Winseln, Pfote auflegen, Kopf zur Seite legen, Blick verstärken, Schnauben, Seufzen… Und im Endeffekt zahlt sich Hartnäckigkeit und der Griff in die Trickkiste in den meisten Fällen aus.

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EIN STEINIGER WEG FÜR DIE GESAMTE FAMILIE

Anfangs war es noch niedlich. Der süße kleine Welpe sitzt neben einem, durchbohrt seine Menschen mit dem treuesten und herzzerreißendsten Blick, den er darbieten kann und „Schwupps“ schon fliegt ein Stückchen Käse in Richtung Hundemaul.„Schau ich besonders lieb und setzte vielleicht noch ein halbverhungertes, mitleidheischendes Gefiepe ein, dann fällt garantiert der nächste Bissen.“ Und meistens hat der Hund wohl recht. Es ist fast unmöglich diesem unschuldigen Blick zu widerstehen.Dennoch weiß jeder Hundehalter (egal ob erfahren oder Neuling), dass er so den Grundstein für später unerwünschtes Verhalten legt, welches nur schwer wieder abzugewöhnen ist. Sind Sie bereits an dem Punkt angelangt, wo es so richtig nervt und Sie sich nichts sehnlicher wünschen, als einfach nur in Ruhe Essen zu können ohne sich ständig klebende Sabberflecken von der Hose wischen zu müssen?Wenn Sie sich nun entscheiden, dem Hund nichts mehr vom Tisch zu geben, werden Sie möglicherweise keine ruhige Mahlzeit mehr genießen können. Mal abgesehen davon, dass menschliche Nahrung (Gewürze, Schärfe, Zucker, etc…) nicht immer für den Hund geeignet ist, wird dieser seine Forderungen weiter verstärken und die Situation kann unerträglich für Hund und Halter werden. Spätestens, wenn der Hund anfängt Ihre Gäste zu belästigen und zu bedrängen, wird Ihnen klar werden, dass Sie nun eingreifen müssen, weil das Verhalten Ihres Hundes unmögliche Ausmaße annimmt!Bevor Sie beginnen, Ihrem Hund die (von Ihnen bis dato geduldete) Gewohnheit abzutrainieren, sollten Sie sich im Klaren sein, dass das mitunter Schwierigkeiten nach sich ziehen kann. Die wichtigsten Voraussetzungen für Ihren Erfolg sind nämlich Konsequenz, Geduld und Einigkeit.Konsequenz deswegen, weil sie ab sofort ihrem Hund NIEMALS wieder etwas vom Tisch geben dürfen. Egal wo Sie sich mit Ihrem Hund aufhalten, Kleinigkeiten vom Tisch sind von nun an absolut tabu! Ihre gesamten Anstrengungen wären sofort sinnlos, wenn Sie sich erweichen lassen und dem betörenden Hundeblick nicht widerstehen können.

Hunde brauchen klare Regeln um zu verstehen, was sie dürfen und was nicht. Wenn Sie selbst diese Regel nicht einhalten, kann Ihr Hund nicht begreifen, was Sie von ihm verlangen.Außerdem benötigen Sie kübelweise Geduld. Ein unerwünschtes Verhalten abzutrainieren, kann ordentlich an Ihren Nerven zehren. Doch suchen Sie die Schuld dafür keinesfalls bei Ihrem Vierbeiner. Er wäre dumm, würde er Ihre mangelende Konsequenz nicht zu seinem Vorteil nutzen. Wenn der Hund mit seinem bisherigen Verhalten plötzlich keinen Erfolg mehr hat, wird Plan B ausgepackt und noch vehementer und stärker erlernte Bettelskills eingesetzt. Bleiben Sie stark und geduldig! Ignorieren Sie sein Verhalten oder schicken Sie Ihren Hund auf seinen Platz, während Sie essen.Dies kann unter Umständen bedeuten, dass Sie während einer Mahlzeit dutzende Male aufstehen und ihn wieder konsequent auf seinen Platz zurückbringen müssen. Es zahlt sich hier im Übrigen aus, wenn der Hund bereits in der Hundeschule oder bei Ihnen die Kommandos „Platz“ und „Bleib“ erlernt hat. Führt er dieses alternative Verhalten zuverlässig aus, bleibt also auf seinem Platz und hat Sie nicht beim Essen gestört, dürfen Sie ihn im Anschluss loben und belohnen!

Sofortiger Handlungsbedarf ist gegeben, wenn der Hund am Tisch aufdringlich bis aggressiv wird, sobald ihm der seiner Meinung nach zustehende Bissen verwehrt wird. Seien Sie darauf vorbereitet, der Hund ist durch Ihr plötzliches und für ihn unverständliches Ignorieren frustriert und wird möglicherweise versuchen, seinem Fordern nach einem klitzekleinen Häppchen Ihrer Köstlichkeit, mehr Nachdruck zu verleihen. In diesem Fall verbannen Sie Ihren Hund direkt aus dem Zimmer. Er darf erst wieder zurückkehren, wenn der Tisch abgeräumt ist.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der neuen Ausgabe 02/2012

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