Start Tierschutz Wie ein Pflegehund das Leben verändert

Wie ein Pflegehund das Leben verändert

Einen Pflegehund aufzunehmen war für mich eine ganz neue Erfahrung, doch ich wollte unbedingt helfen und habe mich entschlossen eine West Highland Hündin aufzunehmen, die als Zuchthündin nicht mehr gebraucht und somit abgegeben wurde. Dass dem Züchter, wohl ein klassischer „Kofferraumwelpenverkäufer“, ein Geschäft durch die Finger ging, wusste er offensichtlich nicht.

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Überraschung – bei Übernahme war nicht bekannt, dass die Hündin tragend war
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Kleiner Terrier – großes Selbstvertrauen

DSC_0048DSC_0063DSC_0138Die Freuden und Ängste als Pflegestelle

Ich habe meine Zeit mit meiner kleinen Pflegehündin sehr genossen und auch mein eigener Hund hat unseren kleinen Gast akzeptiert und ihr vieles beigebracht, wie zum Beispiel auf der Wiese ihr Geschäft zu verrichten. Wir hatten sehr viel Spaß doch mit jedem Tag wurde die Bindung immer größer und dann kam die Angst nicht den perfekten Platz für Sie zu finden.

Happy End mit Überraschung

Wie es der Zufall so will, hat sich eine Freundin von mir in meine Pflegehündin verliebt und beide passten perfekt zueinander. Ich war überglücklich und sehr froh, einen so schönen Platz gefunden zu haben. Alles wurde für das neue Zuhause vorbereitet doch dann kam eine überraschende Wendung: es hat sich herausgestellt, dass mein Schützling trächtig war und wir noch ca. 10 Tage Zeit hätten bis die Kleinen zur Welt kommen. Das war eine Riesenüberraschung, denn ein unseriöser Ost-Züchter würde sich im Normalfall keinesfalls das Geld für die Welpen entgehen lassen. Als der erste Schock vorüber war, begann die Vorbereitung für die Geburt der Kleinen und ich hatte tolle Unterstützung vom Verein Animalhope Tierhilfe Nitra. Am 23.10.2012, kurz nach Mitternacht, war es soweit, ich durfte die Geburt von 4 wunderschönen West Highland Welpen miterleben. Ein einzigartiges und wunderschönes Erlebnis, das ich nicht missen möchte. 11 Wochen lang dufte ich am Leben der kleinen Familie teilhaben, bis mein kleiner Schützling und auch die kleinen Westie Mädchen in ihr Zuhause ziehen durften. Ein kleines Westie Mädchen ist bei mir geblieben und begleitet mich und meinen Berner Sennenhund, und ich bin froh, dass Sie so überraschend in mein Leben gekommen ist!

Im Gespräch mit Irene, langjährige ehrenamtliche Helferin bei Animalhope Tierhilfe Nitra:

Wieso ist eine Pflegestelle hilfreich?
Pflegestellen sind quasi die Sprungbretter für ein neues Leben. Sie kommen aus einem Zwinger zu einem Platz in familiärem Umfeld. Damit können sie sich schon in Ruhe eingewöhnen, man kann schauen, wie ihre Charaktäre sind (verträglich, Katzen, Kinder, Leine gehen, Jagdinstinkt, alleine bleiben, Autofahren, etc.), man kann mit ihnen diese Sachen dann auch üben. Dazu werden grundlegende Dinge wie Stubenreinheit geübt, wobei viele Hunde es überraschenderweise von Beginn an sind. Auch das Einleben in ein soziales Gefüge ist für sicher mehr als 90 % der Hunde ein völlig unproblematischer bzw nach kurzer Zeit problemloser Verlauf. Es ist faszinierend, wie rasch sich die meisten Hunde eingewöhnen.

Welche Voraussetzungen muss ich als Pflegestelle haben?
Liebe zum Hund, Zeit, den Willen, mit dem Hund all das zu üben, sofern es notwendig ist, was oben beschrieben ist.

Habe ich einen eigenen Ansprechpartner wenn es Fragen gibt oder Probleme?
Es gibt immer einen eigenen Ansprechpartner, der für die jeweilige Pflegestelle zuständig ist. Gerade bei neuen Pflegestellen bestehen natürlich öfter Unsicherheiten, umso wichtiger ist da ein Ansprechpartner.

Kann ich mir den Hund aussuchen den ich zur Pflege bekomme?
Grundsätzlich ja natürlich. Aber die Entscheidung fällt schon gemeinsam. Hunde, die vermeintlich total süß aussehen, man aber zB weiß, dass sie Beller sind oder katzenunverträglich werden wir nicht zu einer Pflegestelle mit Katzen oder in eine Wohnung setzen. Wir werden keine Junghunde zu älteren oder gebrechlichen Menschen geben und wir geben ‚Listenhunde‘ ausschließlich an Pflegestellen, die nachweislich über ausreichend Erfahrung verfügen. Es ist also mitunter eine gemeinsame Entscheidung, aber die Pflegestelle muss natürlich immer einem vorgeschlagenen Hund zustimmen, sie muss ja mit ihm auf Zeit auch zusammenleben.

Was war dein schönster Moment mit einem deiner Pflegehunde?
Da gab es viele Momente. Ich habe immer eine bunte Mischung von Pflegehunden, ältere, junge und problemlose und somit rasch und gut vermittelbare, immer wieder auch Schüchtis, die ich ein paar Monate habe, bevor überhaupt an eine Vermittlung gedacht werden kann. Die schönsten Momente sind immer dann, wenn ein Hund, der vor einiger Zeit noch ein Häufchen Elend war und im Zwinger saß, mit seinen neuen Besitzern ins Auto einsteigt und somit alle glücklich sind – Hund, neue Besitzer und der neue Hund, der dafür im Zwinger bald seine Koffer packen darf, weil wieder ein Platz bei einer Pflegestelle frei geworden ist.

Autor: Kathrin Jüngling

Weiterführende Links:
Animalhope – Tierhilfe Nitra

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