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Wie sinnvoll ist getreidefreie Ernährung wirklich?

Bevor man über getreidefreie Ernährung und deren Sinnhaftigkeit diskutiert, gilt es festzustellen, ob unsere Hunde (Haushunde) durch ihre Ernährungsgewohnheiten eher zu den Fleischfressern (Carnivoren), Allesfressern (Omnivoren) oder vielleicht sogar zu den Pflanzen-, Insektenfressern o. Ä. zählen. Ich denke, die letztaufgezählten lassen sich ausschließen.

Carnivore versus Omnivore

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mir als Erstes den Verdauungstrakt (dazu zählen: Mund, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und Enddarm sowie u.a. Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Leber) unserer Haushunde angesehen und dieser ist nach wie vor weitgehend dem des Wolfes ähnlich. Unsere Hunde haben den Verdauungstrakt von Carnivoren (fleischfressenden Tieren). Das Argument, dass Wölfe auch den Magen- bzw. Darminhalt ihrer pflanzenfressenden Beutetiere aufnehmen stimmt, aber dieser ist dann bereits vorverdaut und so können sie diesen verwerten. Unseren Hunden fehlen teilweise die Enzyme zur Verwertung und Aufspaltung pflanzlicher Stoffe. Der verhältnismäßig kurze Darm spricht ebenfalls für eine überwiegend fleischliche Ernährung des Hundes, im Vergleich zu Fleischfressern haben Pflanzenfresser einen wesentlich längeren Darm.
ALLERDINGS: jetzt kommen gewisse Verdauungsenzyme ins Spiel, die dann eher zu denen von Omnivoren zu passen scheinen. Unter anderem gehört dazu das Enzym Alpha-Amylase, welches von der Bauchspeicheldrüse produziert wird und für die Aufspaltung von Kohlenhydraten in Zucker zuständig ist. Dieses Enzym findet sich auch im Speichel des Hundes und ist für Carnivoren an diesem Ort äußerst untypisch.
Hunde können der Nahrungsquelle entsprechend die Produktion von Alpha-Amylase anpassen (steigern) – hier findet sich in verschiedenen literarischen Quellen der Ansatz, dass diese Anpassung sinnlos wäre, wenn Hunde von Natur aus keine Kohlenhydrate verdauen/abbauen könnten; abgesehen davon, dass Kohlenhydrate, also Stärke in Form von Zuckermolekülen auch als guter Energielieferant anzusehen sind.
Was sind nun unsere Hunde: Carnivore oder Omnivore? In der Literatur finden sich viele verschiedene Ansätze, ich persönlich sehe den Hund als Omni-Carnivoren bzw. als fakultativen Carnivoren. Dies bedeutet, dass der Hund als Fleischfresser anzusehen ist, jedoch mit der Möglichkeit/Tendenz, zu Fleisch als Hauptbestandteil seiner Nahrungsquelle, Getreide, Obst, Gemüse, Nüsse o. Ä. als Nahrung entweder interimsmäßig, wenn keine Fleischquelle verfügbar ist oder als „positiven“ Zusatz aufzunehmen und zu verdauen. Niemals würde ich den Hund als Vegetarier oder gar als reinen Pflanzenfresser ansehen.

Getreide – Kohlenhydrate

Mais, Maisgrieß, Buchweizen, Reis, Haferflocken, Weizen, Hirse usf. enthalten eine hohe Konzentration von Kohlenhydraten in Form von Stärke. Viele getreidefreie Hundefuttersorten enthalten statt Getreide Kartoffeln, Nüsse oder Obst, wie Äpfel, Ananas, Marillen, Feigen oder Bananen, und diese enthalten ebenfalls eine hohe Konzentration von Kohlenhydraten in Form von Stärke.
Daraus folgt: der Hundedarm hat auf jeden Fall die Möglichkeit Stärke zu verdauen – er ist nicht mehr so aufgebaut wie der Darm eines Wolfes – und diese Verdauung/Verwertung, egal aus welcher Quelle diese Stärke kommt, läuft im Hundedarm immer gleich ab UND: Hunde vertragen grundsätzlich nicht nur Kohlenhydrate, sondern diese sind für ihn eine hochwertige Energiequelle und enthalten viele positive Stoffe. Mit einer Einschränkung: ein Zuviel an Kohlenhydraten/Stärke löst beim Hund Durchfall aus, denn unverdaute Stärke (i.d.R. mehr als 60 % Anteil in der Nahrung) wirkt osmotisch, zieht Wasser. Vielleicht haben Sie es schon mal erlebt. Ich diesen Sommer ganz extrem: einer meiner Hunde, meine Rauhaardackelhündin Greta, liebte es die Feigen direkt vom Strauch aus dem Garten zu fressen. Mit dem Ergebnis: Durchfall, 1-2 Stunden nach der Aufnahme von „einigen Feigen“.
Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 06/2019

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