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Zwei Teufelskerle – Thomas Demic & Diensthund „Diabolo“ leisten Pionierarbeit bei den ÖBB

Thomas Demic und Diabolo bei den ÖBB
Du leistest gemeinsam mit deinem Cane Corso-Rüden Diabolo sozusagen Pionierarbeit – ihr seid Österreichs erstes Diensthundeteam bei den ÖBB. Wie dürfen wir uns euren Arbeitsalltag vorstellen bzw. was sind eure Kernaufgaben? 
T. Demic: Ja, ich bin mit meinem Diensthund sozusagen Vorreiter in der Rolle als Diensthundeführer. Unser Einsatz beginnt um 16 Uhr und dauert bis 4 Uhr in der Früh. Also immer im Nachtdienst. Seit 7 Jahren arbeite ich durchgehend als Diensthundeführer und seit 2016 bei den ÖBB.
Wir unterstützen in unserer Tätigkeit die Agenden des Sicherheitsdienstes am Bahnhof. Während der Flüchtlingswelle waren wir am Wiener Westbahnhof eingesetzt. Jetzt bin ich mit meinem Hund Diabolo in ganz Wien unterwegs. Derzeitige Kernaufgabe ist die Beobachtung der abgestellten Reisezugwagen und Zuggarnituren, um Vandalismus und Einbrüchen vorzubeugen. Auch Graffiti-Sprayer werden durch unseren Einsatz von ihrem Vorhaben abgehalten.

 

Welche Anforderungen stellt der berufliche Alltag sowohl an dich als Diensthundeführer als auch an Diabolo als Diensthund? 
T. Demic: Als große Herausforderung im Dienst sehe ich die vielfältigen Einsatzbereiche, die ich mit meinem Hund abdecke. Ob am Bahnhof auf heißem oder kaltem Boden, im Schotterbett in der Nähe der Gleisanlagen, oder auch Gitteroste als Untergrund fordern die Gesundheit der Pfoten von Diabolo. Scharfkantige Gegenstände und Glasscherben sind keine Seltenheit. Hier haben wir mit einem Pfotenschutz, der sonst gegen Streusalz schützt, ein gutes Mittel gefunden. Je nach Witterung und Temperatur schauen wir, dass die Einsätze und Pausen für mich und meinen Hund ausgewogen sind. Wichtig dabei ist es, dass Diabolo den durch einen Einsatz aufgebauten Stress spielerisch wieder abbauen kann. Ständiges Training ist auch im Dienst erforderlich, aber alles erfolgt spielerisch. In unserem Dienstfahrzeug haben wir natürlich immer Nahrung und Wasser dabei, auch suchen wir wenn möglich einen ruhigen Ort zum Regenerieren auf.

 

Hast du dich bei den ÖBB explizit für die Stelle des Diensthundeführers beworben oder warst du vorher in einem anderen Berufsfeld tätig und es ergab sich erst später die Möglichkeit? 
T. Demic: Begonnen hat alles im Sicherheitsdienst bei der Firma WISAG. Über diese Schiene bin ich zu den ÖBB gekommen. Nach circa einem Jahr Arbeit als Diensthundeführer für die ÖBB wurde mir die Möglichkeit geboten in ein direktes Dienstverhältnis zur ÖBB zu wechseln. Ich habe sofort zugesagt. In meinen Diensten konnte ich meinen damals noch sehr jungen Diabolo schon auf die Anforderungen des Bahnbetriebes trainieren.

 

Wie reagieren Fahrgäste auf Diabolo? 
T. Demic: Für mich steht der präventive Eindruck im Vordergrund. Wir sind sichtbar und aktiv. Die meisten haben einen großen Respekt. Viele Hundebesitzer wollten mir Leckerlis für Diabolo geben. Die meisten erkennen aber sofort, dass dies ein Diensthund ist. Die Fahrgäste finden das positiv und toll.

 

 

Was war das bisher positivste Erlebnis und was das bisher negativste in eurem gemeinsamen beruflichen Alltag? 
T. Demic: Da gibt es vieles. Einsatztechnisch sehr positiv war ein Einsatz in Wien, in dem ich und mein Hund Graffiti-Sprayer auf frischer Tat stellen und an die Polizei übergeben konnten. Es gab einen Einsatz in Wien Penzing, wo mein Hund versteckte Personen im Gleisbereich wahrgenommen hat, die dann ebenfalls der Polizei übergeben wurden. Auch in Wien Penzing konnten wir einmal der Polizei assistieren und so die Festnahme einer flüchtenden Person ermöglichen. Wohl das schönste Erlebnis hatte ich am Wiener Hauptbahnhof. Ein kanadischer Polizeihundeführer der UNO lobte Diabolo und mich für unsere Ausstrahlung. Er sagte, wir seien ein perfektes Paar und hat mir als Anerkennung seinen Polizei-Patch überreicht und meinte, er wolle mich zum Austausch zur Polizei nach Kanada einladen.

 

Negativ war hingegen ein Erlebnis, als am Westbahnhof eine Person meinen Hund gezielt treten wollte. Er wollte sich offenbar beißen lassen, was ihm selbstverständlich nicht gelungen ist, um Schmerzensgeld zu lukrieren.

 

Ist es in Zukunft von den ÖBB geplant weitere Diensthundeführer aufzunehmen? 
Aufgrund der positiven Erfahrungen werden wir den Einsatz von Hundeführern auch in Zukunft weiterverfolgen.
Wir freuen uns über Initiativbewerbungen

 

Der Artikel ist erschienen in Ausgabe 02/2021 .
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